Sotschi 2014

Kein iPhone-Verbot bei Olympia: Samsung will Fremd-Smart­phones nicht verbieten

Samsung ist einer der Haupt­sponsoren der Olym­pischen Winter­spiele in Sotschi. Ein verschenktes Galaxy Note 3 und eine Bitte von Samsung sorgten vorab allerdings für Verwirrung. Der Hersteller wollte laut Berichten die iPhone-Nutzung bei Olympia verbieten. Das IOC klärte die Sache nun aber auf.
Von Rita Deutschbein
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Kein iPhone-Verbot bei Olympia: Samsung darf die Nutzung anderer Smartphones nicht verbietenKein iPhone-Verbot bei Olympia Samsung fördert die Olympische Bewegung bereits seit den Spielen in Seoul 1988. Auch bei den diesjährigen Olympischen Winter­spielen im russischen Sotschi ist der Hersteller wieder einer der großen Sponsoren. Als Teil des Konzepts "Olympische Spiele für alle" sind dabei mehrere Initiativen zur Unter­stützung der Veran­staltung geplant. Sportler, Organisatoren und Helfer bekamen von Samsung beispiels­weise ein Galaxy Note 3 als offizielles Olympia-Smartphone. Neben aktualisierten Veran­staltungs­plänen und Wetter­vorhersagen können mit dem Gerät während der gesamten Spiele Ergebnisse, Medaillen­spiegel oder Rekord­statistiken abgerufen werden. Aber gerade dieses Präsent gibt aktuell Anlass für hitzige Diskussionen.

Samsung soll den Olympia-Teilnehmern in seiner Funktion als Sponsor nahe­gelegt haben, keine anderen Smartphones als das geschenkte Galaxy Note 3 für die Aufnahme von Fotos und Videos während der Spiele zu nutzen. Dies gelte vor allem für die heutige Einzugs­zeremonie. Sollten die Sportler und Organi­satoren dennoch beispiels­weise ein iPhone zur Dokumentations­zwecken benutzen, solle laut Samsung das Apple-Logo verdeckt werden. Dieses ist häufig auf Selbst­aufnahmen, sogenannten Selfies zu sehen, die Sportler wie so viele andere Prominent gern via Twitter und Facebook verbreiten. Das "Kein-Smartphone-Außer-Samsung-Verbot" wurde unlängst bekannt und sorgte für Verwirrung und Ärger.

Nur eine Bitte, keine offizielle Anweisung

Offenbar wurde die Sache aber etwas zu ernst genommen, wie die Kollegen von MacRumors nun vom International Olympic Committee (IOC) selbst erfahren haben. Die Athleten seien keineswegs in der Wahl ihrer Smartphones eingeschränkt und könnten somit auch das iPhone oder andere Geräte für ihre Aufnahmen nutzen, ohne Strafen erwarten zu müssen. Auch werde das Abdecken von Logos anderer Hersteller nicht verlangt. "Es gelten die gewohnten Regeln wie bei vorherigen Spielen auch schon", so der Kommentar des offiziellen IOC-Sprechers. "Die verteilten Samsung Galaxy Note 3 waren ein Geschenk an die Athleten, sodass diese ihre Eindrücke der Spiele festhalten und teilen können."

Es könne gut möglich sein, so der Einwand, dass Samsung die Bitte geäußert hat, Logos abzudecken, eine offizielle IOC-Anweisung sei dies aber nicht. Dementsprechend kann den Sportlern auch nicht vorgeschrieben werden, mit welchem Gerät sie ihre Erinnerungen festhalten und posten.

Wie die Nennung von Nicht-Sponsoren geregelt ist

Seit Jahren gibt es bei den Sportlern und Veranstaltern unter­schiedliche Ansichten darüber, ob Athleten während der Olympischen Spiele Produkte und Namen von Nicht-Sponsoren in ihren Social-Media-Postings nennen oder zeigen dürfen. Offiziell ist es ihnen nach der Regel Rule 40 verboten, andere Unternehmen als die Haupt­sponsoren zu erwähnen. Für Sponsoren-Logos auf der Kleidung oder Geräte, die weniger als 10 Prozent der jeweiligen Oberfläche abdecken, gibt es allerdings Ausnahmen. Halten sich Sportler nicht an diese Anweisung, drohen ihnen finanzielle Sanktionen.

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