Fitness-Uhr

Galaxy Gear Fit im Test: Warum die Smartwatch die Erwartungen nicht erfüllt

Unsere Erfahrungen mit der Samsung Galaxy Gear Fit waren im Test eher enttäuschend. Lesen Sie, welche Erwartungen die Fitness-Handyuhr nicht erfüllte.
Von Thorsten Neuhetzki

Eigentlich soll sie die Fitness des Nutzers fördern, in unserem Test förderte sie jedoch mehr den Denksport und den Zwang zum Ausprobieren des Testers: Die Samung Galaxy Gear Fit, die Smartwatch mit dem Fitness-Faktor. Wir konnten die Uhr in den vergangenen Tagen zusammen mit dem neuen Samsung Galaxy S5 testen, verbrachten dabei jedoch - um das schon einmal vorweg zu nehmen - nach unserem Geschmack zu viel Zeit damit, uns über (Nicht-)Funktionen zu ärgern, Features zu suchten oder uns das Verhalten der Uhr erklären zu müssen. Doch klären wir die Dinge im Einzelnen in unserem Testbericht. 9.12 Uhr und schon 1313 Schritte gelaufen 9.12 Uhr und schon 1313 Schritte gelaufen
Foto: teltarif.de / Paulina Heinze

Unsere Test-Uhr, die uns von Samsung Deutschland zur Verfügung gestellt wurde, war offenbar nicht für den deutschen, sondern den britischen Markt gedacht. Darauf deutet zumindest das beliegende Netzteil hin. Das ist jedoch nicht weiter tragisch, da wir zum einen davon ausgehen, dass die Kundengeräte das richtige Netzteil haben und zum anderen jedes Micro-USB-Ladekabel in den kleinen Adapter passt, den Samsung mitliefert, um die Uhr zu laden. Auf diesen kleinen Adapter sollte der Nutzer gut aufpassen, denn ohne ihn kann die Uhr nicht geladen werden.

Hochwertige Verarbeitung mit gewöhnungsbedürftigem Armband

Die Auswertung einer Trainingsfahrt - 50 km/h sind wir mit dem Tourenrad nicht gefahren Die Auswertung einer Trainingsfahrt - 50 km/h sind wir mit dem Tourenrad nicht gefahren
Screenshot: teltarif.de
Angelegt wird die Uhr über ein Kunststoff-Armband mit einem etwas eigenwilligen Verschluss. Lediglich zwei kleine Plastik-Nippel werden durch vorgestanzte Löcher gedrückt. Auch wenn wir beim Anlegen der Uhr ein ungutes Gefühl hatten und besorgt waren, die Uhr zu verlieren, so kamen wir nicht einmal auch nur an den Rand dieser Gefahr. Doch das Anlegen der Uhr ist anfangs etwas nervig, irgendwann hat man den Trick jedoch raus. Dennoch: Ein normales Uhren-Armband wäre vielleicht besser gewesen. Die sonstige Verarbeitung der Uhr wirkt gut und hochwertig. Zunächst stand die App für das S4 jedoch nicht zur Verfügung Zunächst stand die App für das S4 jedoch nicht zur Verfügung
Screenshot: teltarif.de

Die Inbetriebnahme am Galaxy S5 von Samsung war vergleichaweise einfach: Aus dem Samsung Appstore musste der Gear Fit Manager heruntergeladen werden, das Fitnessprogramm S Health aktualisierte sich während des Tests und Bluetooth muss selbstverständlich aktiviert sein, da Uhr und Handy auf diesem Weg kommunizieren. Bizarrerweise mussten wir einmal den Gear-Manager deinstallieren und neu aufspielen um ein Update von weiteren Programmen wie S Health auszulösen. Mit einem Galaxy S4 gelang uns die Einrichtung zu Beginn unseres Tests nicht, zu einem späteren Zeitpunkt gab es im Samsung Appstore dann die App Fitness with Gear, die zumindest das rudimentäre Auslesen der Daten aus der Uhr zulässt. Wirklich bedienen ließ sich die Uhr mit unserem S4 jedoch nicht. Möglicherweise muss es hier noch Software-Updates von Samsung geben. Unseren Test haben wir daher mit dem neuen S5 durchgeführt.

Guter Tragekomfort, selbst für Nicht-Armbanduhr-Träger

Der Verschluss der Uhr ist eigenwillig Der Verschluss der Uhr ist eigenwillig
Foto: teltarif.de / Paulina Heinze
Der Autor dieses Testberichtes trägt seit mehr als 15 Jahren keine Armbanduhr mehr. Um so überraschender das Urteil zum Tragekomfort: Die Uhr trägt sich bequem und ist kaum zu spüren. Lediglich, wenn sie abgenommen wird, sieht man, dass sie Abdrücke auf der Haut hinterlassen hat. Auch wirkte sie am Handgelenk des Testers nicht wirklich klobig, fiel aber dennoch im Bekanntenkreis durch ihr ungewöhnliches Design auf, so dass sich der Tester nach Fragen wie "Was hast du denn da?" erklären durfte.

Zu den Funktionen der Gear Fit: Im Fokus steht zunächst der Schrittzähler. Die Funktion muss einmalig gestartet werden. Die Schrittzählung erschien uns im Test im Mittelwert recht plausibel, doch eine hundertprozentige Genauigkeit kann nicht erwartet werden. Nach einigem Probieren fanden wir auch eine Bewegung, mit der es uns gelang, Schritte zu simulieren: Hand in die Luft und Bewegungen wie auf der Tanzfläche oder beim Anfeuern machen. Beim Schrittzähler des Galaxy S5 war das deutlich einfacher: Ein einfaches Hochwerfen in der Handfläche reichte aus, und der Zähler lief los. Eine letztlich unbrauchbare Zählweise, denkt man nur einmal an das Gerüttel in einem Auto oder Bus auf einer schlecht geteerten Straße.

Nicht wirklich zufrieden waren wir mit den Tracking- und Auswertungs-Funktionen der Galaxy Gear Fit. Warum, lesen Sie auf der nächsten Seite.

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