Mittelklasse

Samsung Galaxy A6+ und A6 im Test

Der südkoreanische Smartphone-Hersteller hat neue Mittelklasse-Handys auf den Markt gebracht. Die Modelle Galaxy A6+ und A6 sind die ersten Geräte mit der Bezeichnung "A6". Wir testen beide Modelle und vergleichen die wichtigsten Unterschiede.
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Das Galaxy A6 und Galaxy A6+ sind die aktuellen Mittelklasse- Smartphones von Samsung. Damit bringt der südkoreanische Hersteller das erste Modell seiner Riege mit der Bezeichnung "A6" beziehungsweise "A6+" auf den Markt. In der unverbindlichen Preisempfehlung liegen die beiden Modelle bei 309 Euro für das kleinere beziehungsweise 369 Euro für das größere Plus-Modell. Im aktuellen Preisvergleich gibt es das A6 aber schon für rund 240 Euro und das A6+ für rund 290 Euro. Beide Modelle sind in Schwarz, Gold und Lavender zu haben. Als Testgeräte lagen uns beide in den schwarzen Versionen vor, der Verpackungs-Inhalt ist bei beiden gleich. Neben Quickstart-Guide und Garantie-Information liegen Netzteil, USB-Kabel vom Typ Micro sowie ein Kopfhörer-Set und ein SIM-Karten-Schlüssel bei.

Der Verpackungs-Inhalt (hier A6) ist bei beiden identisch.
Der Verpackungs-Inhalt (hier A6) ist bei beiden identisch.
Wir haben das Samsung Galaxy A6(+) einem ausführlichen Test unterzogen und vergleichen an wichtigen Stellen die Features beider Varianten miteinander.

Design, Haptik, Verarbeitung

Sowohl das Samsung Galaxy A6 als auch das Samsung Galaxy A6+ wirken wie aus einem Guss. Das ist dem Metall-Body geschuldet, der sich über die gesamte Rückseite und den Rahmen zieht. So fühlen Nutzer nur den Übergang vom Metallrahmen zum Display und haben nicht wie bei anderen Smartphone-Modellen eine Glas-Rückseite, einen Metallrahmen und eine Glas-Vorderseite. Bei den Galaxy-A6-Modellen fühlt sich dieser Verarbeitungsstil mit fließendem Übergang sehr gut und hochwertig an. Im Vergleich zu einer Glas- oder Kunststoff-Rückseite fühlt sich das Metall immer sehr kühl an, dafür macht es aber einen umso stabileren Eindruck. Für Mittelklasse-Smartphones in der Preisklasse ist das als sehr gut zu bewerten. Viele andere Smartphone-Modelle in dieser Preiskategorie, aber oft genug auch im High-End-Sektor, ernten Minuspunkte mit billigem Plastik statt mit robustem Material und edler Optik zu punkten. Mit dem Samsung Galaxy A6(+) erhalten Käufer also ein solides Gerät, das sich gar nicht wie Mittelklasse anfühlt. Erster Pluspunkt.

Auf den ersten Blick unterschieden sich A6+(links) und A6 nur durch die Größe.
Auf den ersten Blick unterschieden sich A6+(links) und A6 nur durch die Größe.
Was Fingerabdrücke angeht, hat das Galaxy A6(+) gegenüber Glasrückseiten keinen Vorteil. Im Gegenteil: Die Fingerabdrücke halten sich hartnäckig und ließen sich im Test nur durch mehrmaliges Wischen mit einem Putztuch sichtbar entfernen. Leider sind sie aber ganz schnell wieder drauf. Das lässt sich nur mit einem Case vermeiden. Trotz allem Schutzbedürfnis für ein Smartphone würden wir aber aufgrund des tollen Gehäuses darauf verzichten. In der Testphase haben wir ohnehin die meiste Zeit auf das Display geschaut. Vermutlich werden auch andere Nutzer die Fingerabdrücke so ignorieren können.

Das Mehrgewicht liegt beim Galaxy A6+ bei 29 Gramm. Im Vergleich merkten wir den Unterschied natürlich. Das ist aber kein Kritikpunkt. Das Galaxy A6 wiegt 162 Gramm, damit wirkt es angenehm leicht in der Hand, in Kombination mit dem Metallgehäuse gleichzeitig aber sehr wertig. Das gilt auch für das größere Plus-Modell. Das Gewicht von 191 Gramm ist nicht als zu schwer zu bewerten.

Schön ist, dass das Galaxy A6+ mit 7,9 mm nur 0,2 mm dicker als sein kleiner Bruder ist. Das fällt im Handling nämlich nicht auf. Die Länge liegt beim großen Modell bei 160,2 mm (A6: 149,9 mm) und die Breite beträgt 75,7 mm (A6: 70,8 mm).

Display: Full-HD+ vs. HD+

Das Display des Galaxy A6+ ist 6 Zoll groß, hat eine Diagonale von 15,2 Zentimetern und ein Display-Format von 18,5:9. Die Auflösung liegt bei 2220 x 1080 Pixel (Full-HD+) mit einer Pixeldichte von 411 ppi. Das kleinere Galaxy-A6-Modell hat ein 5,6-Zoll-Display mit einer Diagonale von 14,3 Zentimetern. Auf dem Papier wirkt der Unterschied im ersten Moment nicht ausschlaggebend, im realen Vergleich ist der Größenunterschied aber deutlich. Das Display-Format ist gleich, die Auflösung beim Galaxy A6 liegt jedoch nur bei 1480 x 720 Pixel und einer Pixeldichte von 294 ppi. Das ist HD+, nicht mal Full-HD. Trotz Mittelklasse-Smartphone ist das im aktuellen Display-Showdown der Hersteller beim A6 sehr gering. Beide Displays sind vom Typ Super-AMOLED.

Beim Videoschauen geht die Tendenz klar zum größeren Galaxy A6+. Das liegt aber nicht nur rein an der Größe, dafür ist auch das Galaxy A6 prima geeignet, die Prägnanz liegt vielmehr in der Displaydarstellung. Beim Galaxy A6 hatten wir den Eindruck, als läge ein Filter über dem Video, im Test war ein klarer Rotstich nicht zu übersehen. Die Farben wirkten insgesamt knalliger als beim Plus-Modell. Deutlich spürbar war das bei einem Video, in dem Comic-Zeichnungen dargestellt wurden (Den Direktvergleich des Videos haben wir als Foto angehängt). Bei realem Videomaterial tendierte ein Kollege in der Redaktion zum Galaxy A6. Er nahm die Farbdarstellung bei Personen und urbanem Hintergrund als intensiver war. Die Farben sehen beim Plus-Modell aber insgesamt natürlicher aus, sodass die Tendenz klar ausfällt und das Galaxy A6+ somit im Vorteil ist.

Das Galaxy A6 (links) stellt im Vergleich zum Galaxy A6+ deutlich knalligere Farben dar.
Das Galaxy A6 (links) stellt im Vergleich zum Galaxy A6+ deutlich knalligere Farben dar.
Die Displayhelligkeit fällt beim Samsung Galaxy A6+ höher aus, beim Surfen und der allgemeinen Nutzung in normal belichteten Räumen fällt der Unterschied aber nicht so gravierend aus, wie es bei sonnenlichtstarken Umgebungen der Fall ist. Auch, wenn das Samsung Galaxy A6+ dabei besser dasteht, ist das Ergebnis nicht vergleichbar mit Top-Modellen wie dem Samsung Galaxy S9 Plus oder dem LG G7 ThinQ.

Die A6-Variante verfügt nicht über die Möglichkeit, Benachrichtigungen per Allways-on-Display anzeigen zu lassen. Das bewerten wir aber nicht als wirklichen Nachteil. Wir ordnen das als Geschmackssache ein.

Prozessor und Speicher

Samsung hat in der A-Reihe unterschiedliche Prozessoren verbaut. Während im Galaxy A6 ein hauseigener Exynos 7870 läuft, sorgt im Galaxy A6+ ein Snapdragon M450 von Qualcomm für Leistung. Auf dem Datenblatt lassen sich zunächst keine gravierenden Unterschiede feststellen: Beide Einheiten verfügen neben 64-Bit-Architektur über acht Prozessorkerne. Der Exynos-Prozessor taktet mit 1,6 GHz, der Snapdragon M450 mit 1,8 GHz. Beide Smartphones haben 3 GB Arbeitsspeicher. Im normalen Nutzungsverhalten aus Surfen, Apps laden, Scrollen und zwischen Apps hin und her switchen merkten wir im Test kaum einen Unterschied. Beide Smartphones arbeiteten ohne große Probleme flott und machten das, was sie sollten in einer guten Geschwindigkeit. Sie ist bei beiden als gut zu bewerten.

Das Samsung Galaxy A6 stellte das hohe Anforderungen stellende Rennspiel Asphalt 8 Airborne des Spiele-Entwicklers Gameloft grafisch akzeptabel dar. Konturen und Umrisse waren im Test stellenweise leicht verpixelt. Es war spielbar, aber hundertprozentig flüssig lief es nicht. Entsprechend ist das Spielerlebnis nicht mit dem vergleichbar, was High-End-Prozessoren, wie beispielsweise der Exynos 9810 von Samsung, der im aktuellen Samsung Galaxy S9 Plus verbaut, leisten können. Da schneidet das größere A6-Plus-Modell schon deutlich besser ab. Das Arcade-Rennspiel läuft flüssig. Die Grafik ist schick und Konturen werden auch ohne Treppchenbildung dargestellt. Das Spielerlebnis ist als sehr gut zu bewerten.

Der interne Speicher bei beiden Geräten liegt bei 32 GB, der sich per microSD-Karte auf eine maximale Speichergröße von 256 GB erweitern lässt. Die nutzbare, interne Speichergröße liegt beim Samsung Galaxy A6 bei 22,1 GB und beim Samsung Galaxy A6+ bei 22,4 GB. Wer viele Fotos speichern oder große Apps herunterladen will, wird um eine externe Speicherkarte also nicht herumkommen.

Auf der linken Seite haben beide Modelle die Slots für SIM- und Speicherkarte sowie die Lautstärketasten.
Auf der linken Seite haben beide Modelle die Slots für SIM- und Speicherkarte sowie die Lautstärketasten.
Ein Vorteil zu vielen anderen Smartphone-Kollegen - egal ob Einsteiger-, Mittel- oder Oberklasse - ist die Möglichkeit, dass in beiden Galaxy-A6-Varianten zwei Nano-SIM-Karten in Kombination mit einer microSD-Karte verwendet werden können. Nutzer müssen sich also nicht zwischen einer weiteren SIM-Karte oder einer microSD-Karte entscheiden. Sowohl das Galaxy A6 als Galaxy A6+ verfügen über zwei Slots. In einen größeren können Speicherkarte und eine SIM-Karte gesteckt werden, der zweite, kleinere Slot ist für eine weitere SIM-Karte im Nano-Format vorgesehen.

Einziges kleines Manko: Die linke Seite des Gehäuses wirkt durch die beiden separaten Slots und die Lautstärke-Tasten etwas überladen. Dadurch ergibt sich eine andere haptische Wahrnehmung als wenn sich der SIM-Karten-Slot auf der Oberseite befinden würde und links nur die Lautstärke-Tasten verfügbar wären. Zum Problem wird das im Gebrauch aber nicht. Schließlich kann man die fühlbaren Slots nicht drücken wie die herausstehenden Volume-Tasten.

Schnittstellen, Sensoren und Akku

Die für die Preisklasse typischen Anschlussmöglichkeiten sind nicht überraschend. So gibt es einen Micro-USB-2.0-Anschluss sowie einen 3,5-mm-Klinkenanschluss für Kopfhörer. Letzteres ist positiv, nicht nur, wenn man sich für den Erhalt von aussterbenden Arten interessiert, sondern auch, weil der analoge Anschluss für viele Nutzer noch unverzichtbar ist. So sind sie nicht gezwungen, auf einen Bluetooth-Kopfhörer umzusteigen. Es wird nur das Bluetooth-4.2-Format unterstützt.

Gesichtserkennung und Fingerabdrucksensor

Die Einrichtung der Gesichtserkennung funktionierte schnell und problemlos. Die Entsperrung an sich klappte im Test ebenfalls ohne Schwierigkeiten. Sie könnte nur etwas flotter sein. Die Gesichtsentsperrung funktionierte im Test beim Galaxy A6 einen Tick schneller als beim Galaxy A6+. Wir müssen allerdings betonen, um welche Preisklasse es sich bei dem Gerät handelt. Es ist entsprechend nicht mit High-Class-Modellen vergleichbar, wodurch eine leicht verzögerte Gesichtserkennung auch keinesfalls als negativ zu bewerten ist. Im Gegenteil: Durch die unkomplizierte Einrichtung und Zuverlässigkeit im Test ist die Funktionalität des Sensors als sehr positiv zu bewerten.

Die Unterseite des A6+ mit MicroUSB- und 3,5-mm-Klinkenanschluss.
Die Unterseite des A6+ mit MicroUSB- und 3,5-mm-Klinkenanschluss.
Die gleiche Bewertung gilt auch für den Fingerabdrucksensor. Einrichtung und Test der Funktionalität verliefen problemlos.

Das Samsung Galaxy A6 hat eine Akkukapazität von 3000 mAh, im A6+ sind 500 mAh mehr drin. Der Akku ist fest verbaut und entsprechend nicht austauschbar. In unserem Testverfahren lieferte das Galaxy A6 mit 9 Stunden und 5 Minuten ein ordentliches Ergebnis ab, das Galaxy A6+ kam auf einen Wert von 11 Stunden und 15 Minuten. Beide Galaxy-Smartphones punkten entsprechend mit guten Werten.

Software: Update auf Android P geplant

Vorinstalliert ist die Version 8.0.0 des Android-Betriebssystems Oreo. Interessant ist, dass gleich nach Einrichten der beiden Samsung-Modelle beim A6+ ein Hinweis auf ein neues Update für die Android-Sicherheitspatch-Ebene, die auf den 1. Mai datiert ist, aufploppte. Das war beim normalen A6-Modell nicht der Fall. Während der Testphase blieb es bei der Android-Sicherheitspatch- Ebene, die auf den 1. April datiert ist. Hier hat das Plus-Modell die Nase vorn. Angekündigt ist aber für beide Modelle ein Update auf Android P. Aktuelle News zum anstehenden Betriebssystem finden Sie in unserer Meldungsübersicht.

Bloatware hält sich in Grenzen: Microsoft Apps wie Word, Excel, PowerPoint, OneDrive und LinkedIn lassen sich nur deaktivieren. Von den Standard-Google-Apps lassen sich Google Drive, Play Musik, Play Filme und Serien, Duo und Fotos deinstallieren. YouTube, Google, Chrome, Gmail und Maps lassen sich nur deaktivieren, Samsung Notes lässt sich wie Smartthings, Diktiergerät, E-Mail, Internet und Samsung Health vollständig deinstallieren. Bei der Radio App und Galaxy Apps sind keine Aktionen möglich. Somit bleiben die Apps, mit denen sich der Nutzer arrangieren muss, übersichtlich. Das ist als sehr positiv zu bewerten. Bei der ersten Einrichtung des Smartphones wirken die installierten Apps übersichtlich. Die Nutzer findet also einen angenehm aufgeräumten Homescreen vor.

Sound und Telefonie

Die Soundqualität des Samsung Galaxy A6 wirkt blechern. Es fehlt eindeutig der Bass. Die Lautsprechereinheiten sind oben auf der Vorderseite über dem Display und an der rechten Seite angebracht. Je höher wir im Test die Lautstärke bei einem Musik-Titel aufdrehten, desto mehr hatten wir aber das Gefühl, der Sound würde nur aus der Richtung des oberen Moduls kommen. Das störte bei beiden Modellen etwas. Die Maximal-Lautstärke ist auch nicht besonders laut. Der Bass war beim A6+ aber besser als beim kleinen Bruder. Die Soundeinheit ist nicht für ausgedehnten Musikgenuss geeignet. Möchten Nutzer leise im Hintergrund Radio oder einen Podcast hören, geht der Sound in Ordnung, für mehr unserer Einschätzung nach aber nicht.

Die mitgelieferten Kopfhörer wirkten auf den ersten Blick nicht besonders hochwertig. Die Soundqualität ist aber überraschend gut. Der Bass ist ordentlich. Die Einheiten liegen auch sehr gut in den Hörmuscheln, sodass sicherlich der ein oder andere Ausdauersport drin ist, ohne, dass sie gleich aus den Ohren rutschen. Das Modul, in dem beide Einheiten zusammenlaufen, verfügt leider nur über eine Start- und Stoppfunktion. Nutzer müssen die Lautstärke also direkt am Smartphone regeln.

Das A6+ (links) und das A6 neben ihren Schachteln.
Das A6+ (links) und das A6 neben ihren Schachteln.
Die Empfangsqualität bei einem Telefonat auf eine andere Handynummer ist als hervorragend zu bewerten. Die Stimme des Gesprächspartners war im Test klar und deutlich und auch das Gegenüber konnte uns gut verstehen. Das gleiche gilt auch für die Funktion, das Gespräch auf Lautsprecher zu stellen. Sogar auf voller Lautstärke war die Stimme des Gesprächspartners nicht verzerrt und hohe Töne wirkten auch nicht unangenehm hoch.

Internet

Beide Galaxy-A6-Modelle haben den 802.11 a/b/g/n WLAN-Standard und unterstützen die Frequenzen 2,4 GHz und 5 GHz. Der aktuelle ac-Standard wird entsprechend nicht unterstützt. Beim normalen Surfen fiel uns das im Test aber nicht negativ auf. Webseiten und Apps, die eine Internetverbindung voraussetzen, starteten in den meisten Fällen flüssig. Interessant: Zu Testzwecken haben wir eine große App (rund 1600 MB) heruntergeladen. Beim kleinen Galaxy A6 drückten wir rund 30 Sekunden später auf den App-internen Download als bei dem großen Galaxy A6+. Das kleine war dem großen dennoch im Schnitt über 110 MB voraus, gegen Ende des Volumens sogar in Richtung 170 MB. Das war bemerkenswert. Die Nutzungsgeschwindigkeit per WLAN ist bei beiden als positiv und alltagstauglich zu bewerten und war im Test durchgängig stabil.

Auch die Konnektivität per Mobilfunk klappte beim Galaxy A6(+) im Test ohne größere Probleme. LTE wird unterstützt. Der maximale Downstream im Mobilfunk liegt bei 42 MBit/s, der maximale Upstream bei 5,76 MBit/s. Trotz voller Anzeigebalken öffneten Webseiten im Test häufig etwas verzögert. Beim Scrollen mussten Bilder erst nachgeladen werden und wurden nicht sofort angezeigt. Die Geschwindigkeit ist aber dennoch zufriedenstellend und akzeptabel.

Kamera und Testbilder

Die Werte auf dem Papier sprechen eine deutliche Sprache: Das Samsung Galaxy A6+ verfügt auf der Rückseite über eine Dual-Hauptkamera, die sich aus einem 16-Megapixel-Sensor mit einer f/1,7-Weitwinkel-Blende und einem zweiten 5 Megapixel-Sensor mit einer f/1,9-Tele-Blende zusammensetzt. Das Galaxy A6 hat nur eine Single-Kamera mit 16 Megapixel und einer f/1,7-Blende verbaut. Außerdem hat das Plus-Modell ein HDR-Feature und einen Live-Fokus, was dem Galaxy A6 fehlt.

Ein Testvideo lieferte bei beiden Geräten ein zufriedenstellendes Ergebnis. Es ließ sich grundsätzlich nichts auffälliges oder negatives erkennen. Eine High-End-Bildstabilisierung brauchen Nutzer in der Preisklasse allerdings nicht zu erwarten. Die Führung der Hand sollte ruhig sein, damit das Ergebnis nicht zu sehr verwackelt.

Die Frontkamera (mit Blitz) des Galaxy A6+ wartet mit 24 Megapixel und eine f/1,9-Blende auf, beim Galaxy A6 sind es "nur" 16 Megapixel und eine f/1,9-Blende.

Doch was können die scheinbar besseren Spezifikationen des Samsung Galaxy A6+ in Testverfahren leisten? Die Fotos unseres Standard-Testverfahrens haben wir wie gewohnt im Original angehängt. Im Vergleichstest zwischen Samsung Galaxy A6 und Galaxy A6+ haben wir entsprechend von beiden Modellen Testbilder angehängt.

Testbilder

Die Ergebnisse der Hauptkamera bei guten Lichtverhältnissen sind insgesamt sowohl beim Galaxy A6 als auch beim Galaxy A6+ brauchbar. Die rote Blüte der Testblume wirkt beim Galaxy A6 kräftiger in der Farbdarstellung. Allerdings sind die Blütenränder deutlich verschwommen dargestellt. Das ist unschön. Das Grün der Blätter wirkt etwas zu dunkel. Die Blütenstengel sind nicht differenziert voneinander, sie machen vielmehr den Eindruck als seien sie im Ansatz verschmolzen. Das gleiche gilt auch für das größere Plus-Modell. Bei der Betrachtung der Blütenstengel sind keine großen Unterschiede zu erkennen. Bei Blütenkopf und Blattkörper liefert das Galaxy A6+ klar ein besseres Ergebnis. Insgesamt ist die Darstellung heller und natürlicher, nicht so knallig und intensiv wie beim Galaxy A6. Die Blütenränder sind zwar ebenfalls verschwommen, aber nicht so stark wie beim Galaxy A6.

Betrachten wir die Farbquadrate, fällt auch hier wieder deutlich die intensivere Farbdarstellung des Galaxy A6 ins Gewicht. Die Farben wirken schlichtweg bunter und - um es nochmal zu sagen: knalliger. Das ist bei den unterschiedlichen Farben aber nicht als Nachteil zu bewerten. Im Gegenteil: Hier ist das Galaxy A im Vorteil. Die Farben des Galaxy-A6-Plus-Fotos wirken etwas blass. Bei beiden Bildern sind die Farben aber gut voneinander differenziert dargestellt. Um die Quadrate bilden sich bei beiden Smartphone-Modellen aber schwarze Ränder und eine unsaubere Linienführung. Die Unterschiede sind kaum merklich, minimal bessere Ergebnisse liefert aber das Galaxy A6+.

Geöffnete Kamera-App des Samsungs Galaxy A6+
Geöffnete Kamera-App des Samsungs Galaxy A6+.
Betrachten wir die Bilder als Ganzes, fällt auf, dass die weiße Tapete beim Galaxy A6 in einem natürlicheren Weiß erscheint. Beim Galaxy A6+ sieht es eher aus wie ein Eierschalen-Weiß, dafür aber deutlich heller. Die Weichzeichnung des Hintergrundes ist beim Galaxy A6 intensiver als beim Plus-Modell, hier ist es einen Tick körniger.

Die Bildergebnisse bei schlechtem Licht sind eindeutig. Hier liefert das Galaxy A6+ die besseren Resultate: Die Farbquadrate und der Hintergrund sind schön klar zu erkennen, die Farben wirken auch nicht blass. Dennoch könnten die Farben grundsätzlich ein wenig heller dargestellt sein. Schwarze Umrandungen sind aber auch hier sichtbar. Abstriche müssen aber bei der Darstellung der Testblume gemacht werden. Der Blütenkopf ist sehr verschwommen, die Blütenstengel sind nicht mehr erkennbar. Die grünen Blätter gehen so gerade noch. Der Hintergrund in Form der weißen Tapete ist grobkörnig dargestellt, die einzelnen Raufasern nicht mehr klar voneinander zu differenzieren. Im direkten Vergleich und auch darüber hinaus ist das Resultat, welches das Galaxy A6 liefert, schlichtweg unbrauchbar. Die Elemente sind durchweg verschwommen, die Farbquadrate zwar noch gut erkennbar, aber insgesamt viel zu dunkel. Das macht sich beispielsweise dadurch bemerkbar, dass sich das braune Farbquadrat dem schwarzen sehr stark annähert.

Das gleiche gilt auch für die Frontkamera. Wir haben sowohl für das Samsung Galaxy A6 als auch für das Samsungs Galaxy A6+ jeweils ein Foto angehängt, dass wir bei künstlicher Lichtquelle geschossen und ein zweites, das wir nahezu im Dunkeln gemacht haben. Dabei kam der Blitz der Selfie-Kamera zum Einsatz.

Bei den Selfies in guter Lichtumgebung schneidet das Galaxy A6+ eindeutig besser ab. Die Hautfarbe unserer Selfiepuppe ist natürlich und kräftiger, die braune Haarfarbe erscheint ebenfalls realistischer. Beim Galaxy A6 ist sie an den Seiten und auf dem Haupt mit gräulichen Partien zu sehen. Das gilt auch für die sehr blasse und weiß-grelle Hautfarbe. Der Hintergrund ist beim Galaxy A6 ebenfalls zu grell, die Raufasertapete zu sehr überzeichnet. Hier hat das kleinere Modell eindeutig das Nachsehen. Die Farben des Halstuchs sind ebenfalls zu blass und verschwommen.

Überraschend: Beim Vergleich der Selfies bei schlechten Lichtverhältnissen schneidet das Galaxy A6 gegenüber seinem großen Bruder besser ab als erwartet. Bei der Hautfarbe fehlt zwar etwas die Intensität, Halstuch und Haare wirken etwas zu intensiv. Der Hintergrund ist bei beiden Handys gleich gräulich. Haare und Halstuch machen beim Galaxy A6+ einen besseren Eindruck.

Fazit und Einzelwertung

Fazit zum Galaxy A6+

Das Samsung Galaxy A6+ macht insgesamt einen guten Eindruck. Das Metall-Gehäuse ist aus einem Guss und fühlt sich schön und wertig an. Vergleicht man das Gerät mit seinem kleinen Bruder, dem Samsung Galaxy A6, geht die Tendenz klar zum größeren Modell. Es hat nicht nur das größere und bessere Display mit einer natürlicheren Farbdarstellung, sondern punktet auch mit einer besseren Kamera und einer insgesamt knackigeren Gesamtperformance.

Ein weiteres entscheidendes Kriterium ist da auch der geringe Preisunterschied. Liegt die Differenz allein bei der Betrachtung der unverbindlichen Preisempfehlung bei nur 60 Euro, sind es im aktuellen Preisvergleich oft nur 50 Euro. Auch Nutzer, denen Smartphones mit kleineren Display-Formaten eher zusagen, werden insgesamt mit dem Samsung Galaxy A6+ zufriedener sein.

Das Fazit zum kleineren Modell Galaxy A6 finden Sie weiter unten auf dieser Seite.


teltarif.de Samsung Galaxy A6 Plus

Gesamtwertung von teltarif.de
Samsung Galaxy A6+

PRO
  • Edles Metallgehäuse
  • Display mit natürlichen Farben
  • Akzeptable Kamera bei gutem Licht
  • Dual-SIM plus MicroSD
  • Gute Empfangsqualität
  • Gute Gesichtserkennung
  • Zuverlässiger Fingerabdrucksensor
CONTRA
  • Keine WLAN-ac-Unterstützung
  • Mäßiger Sound, zu leise
  • Rückseite anfällig für Fingerabdrücke
Testzeitpunkt:
07/2018
Samsung Galaxy A6+
Testurteil
gut (2,0)
Preis/Leistung: 1,1
Bewertung aktuell: 2,0
Einzelwertung
Datenblatt
Erklärung Testverfahren
Testsiegel downloaden
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Einzelwertung Samsung Galaxy A6+

Samsung Galaxy A6 Plus
Gesamtwertung
gut (2,0)
79 %
Preis/Leistung
1,1
  • Gehäuse / Verarbeitung 10/10
    • Material 10/10
    • Haptik 9/10
    • Verarbeitung Gehäuse 10/10
  • Display 8/10
    • Touchscreen 8/10
    • Helligkeit 10/10
    • Pixeldichte 6/10
    • Blickwinkelstabilität 8/10
    • Farbechtheit (DeltaE) 7/10
    • Kontrast 10/10
  • Leistung 6/10
    • RAM 7/10
    • Benchmark 3DMark 4/10
    • Benchmark Geekbench 5/10
    • Benchmark Browsertest 7/10
  • Software 10/10
    • Aktualität 10/10
    • Vorinstallierte Apps 9/10
  • Internet 7/10
    • WLAN 7/10
    • LTE 0/10
    • LTE Geschwindigkeit 9/10
    • 3G 10/10
    • Empfangsqualität 10/10
  • Telefonie 10/10
    • Sprachqualität 10/10
    • Lautstärke 9/10
    • Lautsprecher (Freisprechen) 9/10
  • Schnittstellen / Sensoren 9/10
    • USB-Standard 7/10
    • NFC 10/10
    • Navigation 10/10
    • Bluetooth 9/10
    • Kopfhörerbuchse 10/10
    • Video-Out 10/10
    • Fingerabdruckscanner 10/10
    • Iris-Scanner 0/10
  • Speicher 8/10
    • Größe 7/10
    • SD-Slot vorhanden 10/10
  • Akku 8/10
    • Laufzeit (Benchmark) 10/10
    • Wechselbar 0/10
    • Induktion 0/10
    • Schnellladen 0/10
  • Kamera 7/10
    • Hauptkamera
    • Bildqualität hell 8/10
    • Bildqualität dunkel 6/10
    • Bildstabilisator 10/10
    • Blende 10/10
    • Frontkamera
    • Bildqualität hell 5/10
    • Bildqualität dunkel 6/10
    • Video 6/10
    • Handling 9/10
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Fazit zum Samsung Galaxy A6

Das kleinere Samsung Galaxy A6 unterscheidet sich auf den ersten Blick nur in seiner Größe vom Samsung Galaxy A6+. Das schicke Metall-Gehäuse ist gleich, Anschlüsse und Schnittstellen gleichen sich wie ein Ei dem anderen. Im Vergleich beider Modelle stellten wir jedoch fest, dass es es doch einige prägnante Unterschiede gibt, die das Samsung Galaxy A6 in den Schatten seines großen Bruders stellen. Zum einen stellt das Display teilweise zu knallige Farben dar und sowohl die Frontkamera als auch die Hauptkamera liefern keine guten Ergebnisse bei schlechteren Lichtverhältnissen ab. Insbesondere die Resultate der Frontkamera sind bei schwachem Licht unbrauchbar.

Zwei weitere Fakten machen das Galaxy A6+ zu einer klareren Kaufempfehlung im Gegensatz zum A6. Auch wenn die Prozessor-Performance im Alltagsgebrauch nicht direkt auffällt, bei aufwendigeren Anwendungen wie Spielen ist das schon merklich. Der neuere und bessere Prozessor beim A6+ sticht in der Gesamtperformance einfach mehr heraus. Nicht zuletzt ist der geringe Preisunterschied im aktuellen Preisvergleich ein deutlicher Richtungswechsel zum A6+.

Welche Gesamtnote das Galaxy A6 bei unserem Test erreicht hat, können Sie im Datenblatt des Samsung Galaxy A6 erfahren.

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