Smarter und offener

Samsung stellt Bixby 2.0 vor

Samsung versucht weiter mit viel Zuversicht seinen Sprachgestützten Assistenten unters Volk zu bringen. Dabei soll nun Bixby 2.0 helfen, was für Entwickler, Hersteller und neue Geräteklassen geöffnet werden soll.
Von Stefan Kirchner

Samsung Bixby 2.0 Kühlschränke, Entwickler und andere Smartphone-Hersteller: Samsung expandiert mit Bixby 2.0
Bild: Samsung
Der Start von Bixby war gelinde gesagt sehr holprig, denn die Fertig­stellung hat weitaus länger gedauert als geplant. Nicht nur wurde das Samsung Galaxy S8 und Galaxy S8 Plus ohne dem Assistenten ausgeliefert, Bixby Voice, die eigentliche Sprach­steuerung, steht bisher ausschließlich in Südkoreanisch und Englisch zur Verfügung.

Um wenigstens in einer Sache voranzukommen, hat Eui-Suk Chung, Head of Service Intelligence, bei der Samsung Developer Conference 2017 im kalifornischen San Francisco die nächste Evolutions­stufe von Bixby vorgestellt. Die vielleicht wichtigsten drei Dinge von Bixby 2.0: Der digitale Assistent kommt auf diverse andere Geräte-Klassen ("Weiße Ware"), Samsung öffnet die Plattform für Entwickler und Bixby soll von anderen Smartphone-Herstellern lizenziert werden können.

Gerade die Einbeziehung von externen Entwicklern soll die Möglich­keiten und Integration von Bixby 2.0 stark voran­bringen, ähnlich wie es Google mit seinem Assistenten sowie Microsoft mit Cortana vor nicht allzu langer Zeit gestartet hat. Um das Ziel zu erreichen, hat Samsung die ersten Entwickler zu einer Closed-Beta für das kommende Bixby-SDK eingeladen.

Hey Bixby...

Samsung Bixby 2.0 Kühlschränke, Entwickler und andere Smartphone-Hersteller: Samsung expandiert mit Bixby 2.0
Bild: Samsung
Ziel des Ganzen ist es natürlich, den Sprach­assistenten populärer zu machen. Denn wenn Nutzer mit ihren Haushalts­geräten wie Kühl­schränken, Mikrowellen, Herden, Wasch­maschinen und Weißgott nicht noch alles aus dem Bereich der "weißen Ware" reden sowie über Bixby inter­agieren, könnten diese Nutzer potenziell künftige Samsung-Kunden werden.

Samsung will mit der neuen Bixby-Plattform kurz gesagt die zentrale Anlauf­stelle für das intelligente und vernetzte Zuhause werden. Die Südkoreaner treten damit in direkte Konkurrenz zum Google Assistenten, Amazon Alexa, Microsofts Cortana und natürlich auch Siri von Apple.

Mit der neuen Version will Samsung noch smarter, noch natürlicher und ganz einfach noch besser funktionieren als die Konkurrenz. Die Erkennung des Nutzers anhand seiner Stimme soll wohl auch dazu gehören. Außerdem ist es nach wie vor Samsungs Ambition, dass Bixby mit der Zeit vom Nutzer lernt und seine Angewohnheiten im Bezug auf die Art der Fragen, der App-Nutzung und dergleichen erkennt und vorhersagen kann.

Strategie gegen starke Konkurrenz

Allerdings wird es Samsung nicht leicht haben, seine Ambitionen auch durch­setzen zu können. Schließlich sind Google und vor allem Amazon schon sehr stark auf dem Markt vertreten. Insbesondere Amazon ist mit seinen Echo-Lautsprechern und einem sehr umfang­reichen Angebot an - mehr oder weniger guten - Skills sehr präsent vertreten. Eine Verfüg­barkeit für andere Hersteller allein wird da nicht ausreichen.

Daher hat Samsung bereits einige Eckpunkte festgelegt, über welche man sich von der Konkurrenz abheben will. Die Erkennung des Nutzers steht dabei ebenso im Mittel­punkt, wie die Verknüpfung der verschiedenen Geräte über die Cloud.

Millionen aktive Nutzer

Wie fast immer bei solchen Veranstaltungen, begann Samsung damit aufzuzählen, was der Hersteller mit Bixby bereits erreicht hat. So verkündete Eui-Suk Chung, dass Bixby mittlerweile in über 200 Ländern der Welt freigeschaltet ist und von mehr als 10 Millionen Nutzern regelmäßig verwendet wird. Sollten die vorgestellten Neuerungen ihre Wirkung entfalten, könnten etliche Millionen Nutzer in den nächsten Jahren hinzu kommen

Lesen Sie in einem weiteren Beitrag, wie sich Bixby in seiner aktuellen Fassung in Deutschland so schlägt.

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