Saarland

Telekom, inexio und VSE NET bauen flächendeckendes 50-MBit/s-Netz

Im Saarland werden mit Breitband unterversorgte Gebiete in den nächsten 18 Monaten von drei Netzbetreibern erschlossen.
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Im Saarland wird es bis Ende 2018 ein flächendeckendes Breitbandnetz geben. Das hat die Staatskanzlei des Saarlandes jetzt bekannt gegeben. Den Zuschlag für den NGA-Breitbandausbau haben gleich drei Anbieter bekommen: Die Deutsche Telekom, inexio und VSE NET. In der Staatskanzlei unterzeichneten die Anbieter und der Zweckverband eGo-Saar die dafür erforderlichen Ausbauverträge. Es geht dabei um die Modernisierung der Datennetze in allen Bereichen des Landes ohne konkrete Versorgungsperspektive - vor allem mit VDSL. Zuschüsse gibt es der Senatskanzlei zufolge nicht. Von der Maßnahme profitieren landesweit rund 75 000 Haushalte und Gewerbebetriebe in mehr als 200 Ortsteilen.

Das zeigt, wie viele weiße Flecken es im Saarland noch gibt. Die Netzbetreiber investierten bisher nur dort, wo dies für sie wirtschaftlich attraktiv ist. Obwohl das Saarland im bundesweiten Vergleich überdurchschnittlich gut versorgt ist, gibt es mit Blick auf hohe NGA-Bandbreiten noch Versorgungslücken – in ländlichen, aber auch in städtisch geprägten Regionen, die aus dem Land zu hören ist. Das Projekt "NGA-Netzausbau Saar" soll diese digitale Kluft schließen. Im September 2016 startete deshalb der kommunale Zweckverband eGo-Saar in enger Zusammenarbeit mit der Staatskanzlei ein aufwändiges Auswahl- und Verhandlungsverfahren, um Netzbetreiber zu finden, die den Ausbau in allen Bereichen des Landes ohne konkrete Versorgungsperspektive vorantreiben können.

Jeder Netzbetreiber soll ein Drittel der Gebäude versorgen

Symboldbild: Das Saarland soll schnelle Leitungen bekommenSymboldbild: Das Saarland soll schnelle Leitungen bekommen Es habe intensive Verhandlungen gegeben, in denen auch die Qualität des Ausbaus sichergestellt werden sollte. Die drei Netzbetreiber Deutsche Telekom, inexio und VSE NET konnten sich im Wettbewerb durchsetzen und wurden heute vom eGo-Saar mit dem Netzausbau beauftragt. Jeder Netzbetreiber wird rund ein Drittel der 50 000 Gebäude im Projektgebiet mit Bandbreiten von mindestens 50 MBit/s versorgen. In die dazu notwendigen Infrastrukturen werden die Betreiber rund 50 Millionen Euro investieren - aus eigenen Mitteln, denn Zuschüsse benötigen sie nach Staatskanzlei-Angaben für den Ausbau nicht. "Der großflächige Zuschnitt der Teilgebiete hat es uns ermöglicht, wirtschaftlich interessante Bereiche mit weniger attraktiven Gebieten zu kombinieren. Gleichzeitig ist die Nachfrage nach schnellen Anschlüssen mittlerweile recht hoch. Unter dem Strich stand am Ende eine schwarze Null", sagt Michael Leidinger, Geschäftsführer der VSE NET.

Ausbau soll Ende 2018 fertig sein

Nachdem der eGo-Saar jetzt die Ausbauverträge mit den Anbietern geschlossen hat, soll der eigentliche Ausbau im Projektbereich jetzt zügig anlaufen und bis zum 31. Dezember 2018 abgeschlossen sein. Alle im Rahmen des Projektes geschaffenen Leerrohr- und Glasfaserinfrastrukturen werden dabei stets so ausgelegt, dass sie für künftige Netzausbauschritte weiter genutzt werden können. In diese nachhaltigen Infrastrukturen fließen fast 90 Prozent der für den NGA-Netzausbau notwendigen Investitionen. Auf den dadurch geschaffenen Infrastrukturen könnten dann die nächsten Schritte bis hin zum Glasfaservollausbau aufsetzen.

Hier bauen die drei Netzbetreiber
Hier bauen die drei Netzbetreiber

Echter Glasfaserausbau als Perspektive

Das Saarland ist heute zu 77 Prozent mit Datenraten von mindestens 50 MBit/s versorgt. Weitere 7 Prozentpunkte sollen in den kommenden zwei Jahren durch den freien Wettbewerb erschlossen werden. Die restlichen 16 Prozent werden durch das jetzt besiegelte Projekt versorgt. Auf dieser Grundlage will Staatsekretär Lennartz nun die nächsten Schritte angehen: "Mit einer landesweiten Mindestversorgung auf NGA-Niveau haben wir ein erstes wichtiges Ausbauziel erreicht. Angesichts der stetig steigenden Anforderungen an die Netze wird dies jedoch nur ein Zwischenziel sein. Wir werden nun aufbauend auf den NGA-Netzen zügig die Voraussetzungen für einen Ausbau mit Gigabitgeschwindigkeit schaffen. Darauf haben wir uns für die laufende Legislaturperiode bereits in der Koalition verständigt."

Um schnelle Internetleitungen zu ermöglichen, gibt es viele Technologien. Alle Anschlüsse haben ihre Vor- und Nachteile.

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