Apps zurück geben

App-Rückgabe: So bekommen Sie ihr Geld zurück

Apps kann man normalerweise nicht ausprobieren. Ein Fehlgriff ist so schnell passiert. Kein Problem, wenn man es rechtzeitig merkt. Und beim richtigen Anbieter gekauft hat.
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Betreiber von App-Stores zeigen bei Rückgabe oft Kulanz.Bei einem Fehlgriff im App-Store lässt sich der Kauf rückgängig machen - meistens jedenfalls. Wer oft im Internet shoppt, der weiß: Gekaufte Produkte kann er inner­halb von 14 Tagen wieder zurück­geben. So will es das Fern­ab­ga­be­ge­setz.

Ein biss­chen schwie­riger wird das bei digi­talen Produkten, wie Musik, eBooks oder auch Apps. Auch hier gibt es ein 14-tägiges Wider­rufsrecht, das aller­dings in der Praxis kaum hilft. Digi­tale Inhalte kann man nämlich kaufen und sofort nutzen. Findige Köpfe könnten das ausnutzen. Wer beispiels­weise schnell ist und sein E-Book inner­halb von 14 Tagen liest, könnte es danach kostenlos zurück­geben und sich so den Kauf­preis sparen

Speziell für diese Produkte gibt es deshalb den Passus § 356 Abs. 5 BGB, der das Wider­spruchs­recht ausschließt, falls drei Voraus­set­zungen erfüllt sind:

  1. Der Verkäufer lässt sich bestä­tigen, dass der Verbrau­cher der sofor­tigen Ausfüh­rung des Vertrags ausdrück­lich zustimmt. Als Ausfüh­rung des Vertrags gilt dabei die Zusen­dung des erwor­benen Inhalts, das heißt der Start des Down­loads.
  2. Der Verbrau­cher muss seine Kenntnis bestä­tigen, dass er bei Ausfüh­rung des Down­loads sein Wider­rufs­recht verliert.
  3. Der Verbrau­cher hat tatsäch­lich mit dem Down­load begonnen.

Amazon: Keine Rück­gabe möglich

Es hängt also vom Anbieter ab, ob eine bedin­gungs­lose Rück­gabe über­haupt möglich ist. Amazon gehört hier zu denje­nigen, die am Kunden-unfreund­lichsten agieren. Über seine Nutzungs­be­din­gungen, die exakt die drei oben genannten Punkte zitieren, schließt der Konzern die Rück­gabe digi­taler Inhalte prak­tisch aus. Amazon über­trägt dem Käufer sogar die Verant­wor­tung, dass die Produkte auch ordnungs­gemäß herun­ter­ge­laden werden. Bricht der Down­load ab oder geht das Gerät verloren, dann hat man als Kunde halt Pech gehabt. Immerhin: Ist die App fehler­haft, dann kann sich auch Amazon nicht heraus­winden. In diesem Fall muss der Online-Händler für einen funk­tio­nie­renden Ersatz sorgen oder das Geld zurück­geben.

iTunes: Apple zeigt sich kulant

Deut­lich kulanter zeigt sich da Apple. Wer mit einer im iTunes-Store gekauften App unzu­frieden ist, kann diese inner­halb von 14 Tagen ohne Wenn und Aber zurück­geben, für eine begrün­dete Rück­gabe sind sogar bis zu 90 Tage Zeit. Für die Stor­nie­rung gibt es eine spezi­elle Website, die unter repor­ta­pro­blem.apple.com (auch am PC) zu errei­chen ist.

Wer eine App (oder auch andere im Store gekauften digi­talen Güter) zurück­geben möchte, meldet sich mit seiner Apple-ID und seinem Pass­word an. Daraufhin öffnet sich ein Fenster, das alle kürz­li­chen Käufe zeigt. Nun den zu annul­lie­renden Kauf auswählen und auf den daneben stehenden Button mit „Problem melden“ klicken. Daraufhin erscheint ein Drop-Down-Menü, indem sich ein Rück­gabe-Grund auswählen lässt.

Alter­nativ kann auch eine eigene Begrün­dung ange­geben werden. Für rasche Abwick­lung ist es aber ratsam, eine der vorge­ge­benen Begrün­dungen zu wählen. Dieser Auswahl lässt sich auch eine kurze Beschrei­bung des Problems beifügen. Dann auf „senden“ klicken, fertig. Inner­halb von sieben Tagen sollte das Geld wieder auf dem Konto sein.

Play Store: Schnelle Prüfung notwendig

Google ist nicht ganz so groß­zügig: Für die bedin­gungs­lose Kauf­stor­nie­rung stehen nur zwei Stunden zur Verfü­gung. Hier läuft die Rück­gabe über den Play Store. Der Kunde muss die App, die er zurück­geben möchte, im Store suchen. Solange es die Rück­gabe-Möglich­keit gibt, findet sich neben der App nicht nur ein Button „öffnen“, sondern auch einer mit „erstatten“. Zum Stor­nieren einfach ankli­cken und noch Mal bestä­tigen. Die App wird anschlie­ßend auf dem Handy gelöscht und die Zahlung stor­niert.

Nach diesen zwei Stunden ist die Rück­gabe nur möglich, wenn die App noch nicht benutzt wurde. Aufgrund einer EU-Rege­lung gewährt Google seit März vorigen Jahres hierfür eine 14-Tage-Frist. Um die Rück­gabe zu starten, muss der Kunde die Seite https://play.google.com/store/account aufrufen. Nach Anmel­dung sind dort alle gekauften Apps sichtbar. Mit einem Klick auf die drei Punkte neben der App lässt sich der form­lose Antrag auf Erstat­tung starten. Dazu muss ein Grund für die Rück­gabe ausge­wählt werden. Dann heißt es warten, denn Google entscheidet indi­vi­duell über jeden Antrag. Ob die Rück­gabe akzep­tiert wird, erfährt man in der Regel aber inner­halb von 15 Minuten.

Die 14-Tage-Frist gilt übri­gens nicht für unau­to­ri­sierte Käufe. Diese können inner­halb von bis zu 120 Tagen rekla­miert werden. Google stellt hierfür ein spezi­elles Formular zur Verfü­gung.

Wenn Sie Apps suchen, die Sie garan­tiert behalten wollen, dann empfehlen wir Ihnen unsere Liste der besten Apps 2018.

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