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RTL: Höchster Halbjahresumsatz auch dank TV Now

RTL hat neue Unter­nehmens­zahlen veröf­fent­licht. Danach erreicht der Umsatz ein neues Rekord­niveau. Das ist vor allem ein Verdienst der Digital-Geschäfte.
Von mit Material von dpa
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Eigene Fern­sehpro­duktionen und eine gestie­gene Nach­frage nach dem haus­eigenen Strea­ming­dienst haben die Sender­gruppe RTL auf den höchsten Umsatz ihrer Unter­nehmens­geschichte gehievt. Die Erlöse der RTL Group stiegen im ersten Halb­jahr um 4,2 Prozent auf 3,17 Milli­arden Euro, wie das Unter­nehmen in Luxem­burg mitteilte. RTL-Chef Thomas Rabe sprach von einem erfolg­reichen ersten Halb­jahr. Er wertete als positiv, dass die opera­tive Profi­tabi­lität "auf einem hohen Niveau" geblieben sei.

Digi­talge­schäfte treiben das Wachstum

RTL darf den höchsten Umsatz seiner Firmengeschichte verbuchenRTL darf den höchsten Umsatz seiner Firmengeschichte verbuchen Wachs­tums­treiber blieben die Digi­talge­schäfte, also zum Beispiel die Produk­tions­gesell­schaft Fremantle und der Strea­ming­dienst "TV Now" - dieser noch recht kleine Konzern­bereich schnellte um 21 Prozent auf 513 Millionen Euro Umsatz nach oben.

RTL will weiter in digi­talen Content inves­tieren: Die Kombi­nation des 3D-Spezia­listen United Screens und Divi­move, einem Hersteller von Online-Werbe­videos, soll bis 2022 seinen Umsatz auf 100 Millionen Euro verdop­peln. Dafür will RTL einiges an Inves­titionen in Inhalte, Technik und Vertrieb stecken.

Die Toch­terfirma Fremantle produ­ziert Serien auch für die Konkur­renz, etwa die ARD-Reihe "Charité" und "American Gods" für Amazon Prime. Auf der deut­schen RTL-Strea­ming­platt­form "TV Now", die wiederum im Wett­bewerb mit Netflix und Amazon Prime steht, sind Eigen­produk­tionen wie "M - eine Stadt sucht ihren Mörder" zu sehen. Im Wett­bewerb können sich die Strea­ming-Ange­bote gut behaupten. Für seine VoD-Platt­formen in Deutsch­land und den Nieder­landen durfte sich RTL Ende Juni über 1,2 Millionen zahlende Abon­nenten freuen, das sind 46,2 Prozent mehr als im vorigen Jahr.

Ertrags­rate sinkt

Kleiner Haken an der boomenden Digi­talsparte: Da diese Geschäfte weniger profi­tabel sind als das klas­sische Fern­sehge­schäft, wirt­schaf­tete RTL insge­samt nicht so profi­tabel wie zuvor. Das Betriebs­ergebnis (Ebita) sank sogar leicht um 10 Millionen auf 538 Millionen Euro - dies lag an höheren Inves­titionen in Programm­inhalte, so kostete die Über­tragung von Spielen der deut­schen Fußball-Natio­nalmann­schaft viel Geld.

Der Netto­gewinn in dem Halb­jahr ließ sich dennoch sehen - er klet­terte sogar um etwa ein Viertel auf 443 Millionen Euro. Haupt­grund für das Plus war der Verkauf des Münchner Rech­teinha­bers Universum Film für netto 63 Millionen Euro an den Investor KKR.

Verla­gerung nach Köln geplant

Die RTL-Gruppe sitzt in Luxem­burg. Ihre größte Toch­terfirma, RTL Deutsch­land, hat ihre Zentrale in Köln. Die Domstadt dürfte künftig wich­tiger werden als bisher für die Sender­gruppe. Denn die Luxem­burger Zentrale mit Abtei­lungen für Stra­tegie, Kommu­nika­tion oder Recht soll schrumpfen. Nach vorläu­figen Plänen soll ihre Mitar­beiter­zahl in den über­geord­neten Zentral­einheiten von etwa 100 auf 15 sinken, 35 Stellen sollen nach Köln verla­gert werden. Zur Verschlan­kung der Zentrale wurden bestimmte Aufgaben bereits an natio­nale Töchter abge­geben.

TV Now hat Ende letzten Jahres ein umfang­reiches Update erfahren. Unter anderem gibt es nun auch ein kosten­pflich­tiges Premium-Abo. teltarif.de berich­tete.

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