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DSL-Anschlüsse und Routerzwang: Diese Optionen gibt es

Anbieter sehen Vorteile im Kundenservice und der Einrichtung
Von Hans-Georg Kluge
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Betroffene Kunden haben mehrere Möglichkeiten, wenn ihr Anbieter einen Router vorschreibt.

Wenn Sie einen anderen Router verwenden möchten, können Sie sich an die Hotline wenden und versuchen, die nötigen Einstellungen zu erfragen. Das betrifft den Internet-Zugang sowie die Daten für die Telefonie. Offiziell sagen uns die Anbieter, dass die nötigen Daten nicht herausgegeben werden. Allerdings ist es vorstellbar, dass über die (technische) Hotline die Zugangsdaten in Erfahrung zu bringen sind. Zumindest ein Versuch kann nicht schaden, wenngleich die Erfolgsaussichten gering sind. Auch in den Tiefen des Internets können Betroffene fündig werden. Bei einem Anbieter ist sogar im offiziellen Support-Forum eine Beschreibung zu finden, wie ein alternativer Router einzurichten ist.

Beste Möglichkeit: Zweiten Router verwenden

Beispiel: Eine FRITZ!Box lässt sich hinter einem anderen Router betreiben.Beispiel: Eine FRITZ!Box lässt sich hinter einem anderen Router betreiben. Doch auch wenn der Anbieter die Zugangsdaten nicht herausrückt, gibt es noch Möglichkeiten, den Routerzwang zu umgehen. Das bedeutet im einfachsten Fall, dass der Wunsch-Router zusätzlich zum Anbieter-Router geschaltet wird. Der Router des Anbieters stellt dann die Verbindung ins Internet her und übernimmt zumeist auch die Telefonie. Der zweite Router vermittelt die Internetverbindung ins Heimnetzwerk, stellt das WLAN-Netzwerk bereit und streamt Medieninhalte oder verteilt Dateien.

Dafür wird das zweite Gerät so eingestellt, dass es die Internetverbindung des Anbieter-Routers verwendet. Das funktioniert je nach Hersteller etwas anders. Beispielsweise wählen wir bei einer FRITZ!Box von AVM als Internet-Anbieter einfach "Vorhandener Zugang über LAN" aus. Bei manchen Routern muss auch noch der DHCP-Server für IP-Adressen umgestellt werden. Hier hilft meist ein Blick ins Handbuch des Routers.

Beispiel: Die FRITZ!Box verwendet einen vorhandenen Internetzugang.Beispiel: Die FRITZ!Box verwendet einen vorhandenen Internetzugang. Der zweite Router hat allerdings auch Nachteile: Ein zweites Gerät muss nicht nur Platz finden, sondern verbraucht auch Strom. Der Zweit-Router kann in diesem Fall meist nicht für Telefonie genutzt werden - außer Kunden verwenden einen anderen VoIP-Anbieter. Zusätzlich stellt sich das Problem ein, dass manche Internet-Anwendungen mit den beiden hintereinander geschalteten Routern nicht zurecht kommen. Hier käme alternativ noch in Betracht, dass beide Router je ein unabhängiges WLAN-Netz betreiben.

Egal wie man es dreht: Einen zweiten Router zu betreiben ist möglich, aber nicht ideal. Dennoch stellt es die einzige wirklich praktikable und empfehlenswerte Möglichkeit dar, einen eventuell vorhandenen Routerzwang des Anbieters zu umgehen. Das heißt aber nicht unbedingt, dass alle gewünschten Features auch reibungslos funktionieren. In vielen Fällen lassen sich Einschränkungen der Telefonie mit einem zweiten Router nicht umgehen.

Mitgelieferten Router "hacken"

Eine weitere Möglichkeit besteht, die wir nennen, aber nicht empfehlen wollen: In den Anbieter-Routern sind natürlich die nötigen Zugangsdaten gespeichert. Theoretisch lassen sich diese auslesen und auf das Wunschgerät übertragen - das Verfahren unterscheidet sich jedoch von Gerät zu Gerät. Tiefe Systemeingriffe bergen allerdings große Risiken. Für Einsteiger und technisch nicht versierte Kunden scheidet diese Möglichkeit also aus. Wer über diesen Weg einen anderen Router verwendet, steht aber vor weiteren Herausforderungen. So können Anbieter im Falle eines technischen Problems feststellen, ob der mitgelieferte Router in Betrieb ist. Ist dies nicht der Fall verweigern die Provider oftmals den Support.

Welche Pläne die Große Koalition in puncto Routerzwang hat, lesen Sie in unserer aktuellen Berichterastattung. Auch über das Verfahren der Bundesnetzagentur haben wir ausführlich berichtet. teltarif.de-Gründer Kai Petzke ordnet das Geschehen in seinem Editorial Lobby am Start! ein.

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