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DSL-Anschlüsse und Routerzwang: Diese Optionen gibt es

Anbieter sehen Vorteile im Kundenservice und der Einrichtung
Von Hans-Georg Kluge
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Der Blick in die Antworten der Internet-Anbieter zeigt aber auch: Längst nicht jeder Anbieter setzt auf Routerzwang. Sowohl die Telekom als auch 1&1 ermöglichen ihren Kunden eine freie Router-Wahl. Beide Unternehmen teilen uns mit, ihre Kunden könnten den Router frei wählen. Die mitgelieferte Hardware sei für Kunden aber bequemer und leichter einzurichten. Die Telekom sagte uns, Kunden hätten die uneingeschränkte Auswahl eines Routers. Die nötigen Zugangsdaten sollen den Kunden mit der Einrichtung zur Verfügung gestellt werden. Dies gelte auch für die Zugangsdaten zu den eventuell benötigten VoIP-Servern für Sprachtelefonie.

Nicht an jedem Internet-Anschluss lässt sich ein eigener Router betreiben.Nicht an jedem Internet-Anschluss lässt sich ein eigener Router betreiben. Congstar antwortete auf unsere Fragen nicht. Im Internet ist jedoch zu lesen, dass die Telekom-Tochter ebenfalls keinen Router vorgibt - zumindest bei seinen DSL-Angeboten. Update 28.11., 12:17 Uhr: Wir haben inzwischen auch ein Statement von easybell erhalten. Der Provider schreibt uns, dass er den Kunden keine Router vorgebe, allerdings AVM FRITZ!Boxen empfiehlt. Das Angebot, einen Router über easybell direkt zu beziehen, sei optional. (Ende des Updates)

Vodafone wiederum gibt die nötigen Zugangsdaten nur in bestimmten Tarifen heraus. Der Internet-Provider händigt nur Kunden die Zugangsdaten aus, die einen teureren Tarif gebucht haben.

Wie erwünscht ist die freie Routerwahl?

In den Antworten der Anbieter zeichnet sich ein Trend ab: Für die meisten Kunden stehe die einfache Installation des Anschlusses im Vordergrund. Die Gruppe der Kunden, die einen eigenen Router verwenden möchten, sei sehr klein. Sinngemäß äußern sich fast alle Anbieter mit Routerzwang so. Auch die Nachfrage nach den Zugangsdaten sei gering, weswegen zum Beispiel NetCologne diese gar nicht herausgibt.

Die Anbieter lehnen auch den Begriff Routerzwang selbst ab. Sie verweisen darauf, dass sie den Kunden einen funktionierenden Anschluss zu Verfügung stellen und auch einige gesetzliche Vorgaben umsetzen müssen. Vodafone weist auf die Notruf-Funktion hin. Auch mögliche Kompatibilitäts­probleme nennen die Anbieter. So sei es ihnen nicht immer möglich, technische Probleme mit Fremd-Routern zu beheben. Die betreffenden Anbieter sehen im Router den Abschluss ihres Netzes, den sie kontrollieren müssen, um den Kunden Hilfestellungen geben zu können.

Immerhin: Sowohl M-net als auch o2 prüfen, ob es Wege gibt, interessierten Kunden künftig zu ermöglichen, einen eigenen Router zu verwenden. Noch sei es aber zu früh, hier Konkretes anzukündigen.

Allerdings stellt sich natürlich die Frage, ob der Eindruck, den die Provider vermitteln, den tatsächlichen Kundenwünschen entspricht. Wer ohne Wenn und Aber einen eigenen Router verwenden möchte, dürfte schon bei seiner Anbieterwahl auf die freie Routerwahl achten.

Auch ein vorgegebener Router kostet

Wer denkt, ein Anschluss mit einem vorgegebenen Router - den der Kunde oft zum Vertragsende zurückschicken muss - führe zu keinen weiteren Hardware-Kosten, täuscht sich womöglich. Je nach Anbieter fallen nämlich zusätzliche Kosten an. Im Falle von o2 betragen diese beispielsweise 49,99 Euro, wenn ein DSL-Tarif ohne Laufzeit gebucht wird. Zusammen mit einem 24-Monats-Vertrag bezahlen Kunden für das Standard-Modell keinen zusätzlichen Betrag. Ein etwas besser ausgestattetes Modell kostet einmalig 69,99 Euro bzw. 29,99 Euro, wenn der Kunde einen Vertrag mit Mindestlaufzeit abschließt.

Bei der Telekom haben Kunden die Möglichkeit, einen Router über die Vertragsdauer zu mieten - ja nach Modell zu unterschiedlichen Kosten - oder direkt beim Anbieter ein Gerät mit einer Einmalzahlung zu kaufen. Ähnliche Modelle finden wir auch bei einigen anderen Internet-Providern. Je nach Vertragsbedingungen, Sonderaktionen oder Wünschen der Kunden macht sich die Routerfrage finanziell unterschiedlich bemerkbar.

Wie wird sich der Markt weiter entwickeln?

Zu guter Letzt wollten wir von den Anbietern wissen, wie sie die aktuelle Debatte und rechtliche Situation einschätzen. Aktuell prüft die Bundesnetzagentur, ob ein Routerzwang rechtlich zu halten ist. Anbieter ohne Routerzwang geben sich hier erwartungsgemäß entspannt, da diese keine für sie relevanten Änderungen erwarten. Dagegen bleiben die anderen Anbieter vorerst auf der Position, ihren Kunden einen vorkonfigurierten Router zur Verfügung zu stellen.

Der Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD für die nächsten Jahre sieht vor, den Routerzwang zu beenden. Alle Informationen dazu finden Sie in unserer Meldung. Dies wird aber wohl nicht dazu führen, dass Anbieter keine Router mehr mitliefern dürfen. Es könnte ihnen aber auferlegt werden, ihren Kunden die nötigen Zugangsdaten offen zu legen, die für den uneingeschränkten Betrieb eigener Hardware am Anschluss nötig ist. Das letzte Wort ist dazu aber noch lange nicht gesprochen. Das Thema dürfte also auch in den nächsten Monaten - wenn nicht Jahren - weiterhin auf der Tagesordnung bleiben.

Auf der letzten Seite erfahren Sie, welche Optionen betroffene Kunden haben und wie Sie möglicherweise den Routerzwang umgehen können.

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