FRITZ!Box-Gründer

AVM: Erfolgsgeschichte eines Router-Herstellers

Der Berliner Router-Hersteller AVM wurde im Jahre 1986 gegründet und entwi­ckelte sich in den kommenden Jahren zu einem der führenden Anbieter von Breit­band-Endge­räten in Europa. Bekannt wurde er vor allem durch seine FRITZ!Boxen.
Von Rita Deutschbein

Der Berliner Router-Hersteller AVM wurde im Jahre 1986 von vier Studenten gegründet und entwi­ckelte sich in den kommenden Jahren zu einem der führenden Anbieter von Breit­band-Endge­räten in Europa. Die Abkür­zung AVM steht für "Audio Visu­elles Marke­ting" und bezieht sich auf die Anfänge des Unter­neh­mens als BTX-Dienst­leister: In ihrem ersten Projekt nutzten die Gründer den damals noch neuen ISDN-Stan­dard dazu, den Bild­schirm­text der Deut­schen Bundes­post für den PC zugäng­lich zu machen.

Ab 1988 folgten eigene Produkte wie die aktive ISDN-Karte B1, für die AVM zwei Jahre später von der Deut­schen Telekom und von der DATEV Aufträge über jeweils 5 000 Controller erhielt. Im Dezember 2013 stellte der Hersteller die Produk­tion des B1-Control­lers ein.

Den Durch­bruch schaffte AVM 1995 mit der FRITZ!Card, einer ISDN-Karte für PCs. Gleich­zeitig entstand die Marke FRITZ! und dessen Logo - ein im Comic­stil gezeich­netes Frett­chen. Die zuneh­mende Entwick­lung des ISDN-Marktes trieben das Geschäft weiter voran: Über eine Million FRITZ!Cards waren im Oktober 1997 bei Kunden im Einsatz, eine Zahl, die sich in den nach­fol­genden Jahren auf über 14 Millionen ansteigen sollte. Unternehmenssitz von AVM in Berlin Unternehmenssitz von AVM in Berlin
Bild: AVM

Die Geburt der FRITZ!Box

2004 brachte AVM die erste FRITZ!Box auf den Markt - vier Jahre zuvor war AVM in das DSL-Geschäft einge­stiegen. Vor allem Flagg­schiff-Modelle wie die FRITZ!Box WLAN 7170 und 7270 und später die FRITZ!Box 7390, 7490 und 7590 (ohne WLAN im Namen) verhalfen AVM zu seiner Popu­la­rität in Deutsch­land.

Heute bietet der Hersteller in vielen Ländern der Erde seine Produkte an. Das Sorti­ment besteht mitt­ler­weile nicht nur aus der FRITZ!Box für zahl­reiche Anschluss­arten wie DSL, Kabel, LTE und Glas­faser. Auch DECT-Tele­fone, Repeater, Power­line-Adapter und Heizkörper­thermostate gehören zum Sorti­ment. Die Netz­werk­karten, mit denen AVM ins Breit­band-Geschäft gestartet ist, spielen indes kaum noch eine Rolle. Im Jahr 2017 erzielte das in Berlin behei­ma­tete Unter­nehmen mit 700 Mitar­bei­tern einen Umsatz von 490 Millionen Euro.