Argumente

Router kaufen oder mieten - was ist besser?

Der Routerzwang ist am Ende - doch was ist besser: Den Router leihen oder ihn zu kaufen? Beide Varianten haben Vor- und Nachteile. Zwei teltarif.de-Redakteure debattieren kontrovers über das Thema.
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Den Router lieber mieten oder kaufen?Den Router lieber mieten oder kaufen? Der Routerzwang ist definitiv am Ende - wer ab dem 1. August einen neuen Internet-Vertrag abschließt oder seinen bestehenden Vertrag ändert oder verlängert, darf von seinem Provider keinen Router mehr aufgezwungen bekommen.

Doch für viele Verbraucher macht das die Sache nicht einfacher: Welches Router-Modell ist das richtige - und ist es überhaupt kompatibel zum neuen Anschluss? Was muss ich unternehmen, wenn der Router ausfällt? Und welches Bezugsmodell ist über mehrere Jahre gerechnet günstiger? Gerade für weniger technisch versierte Internet-Kunden kann die Frage "mieten oder kaufen" daher wichtig sein.

In unserem heutigen Diskussionsbeitrag debattieren zwei teltarif.de-Redakteure über die Vor- und Nachteile von Miet- oder Kauf-Routern.

Marleen Frontzeck-Hornke
Pro Miete
Marleen Frontzeck-Hornke
Der Router-Kauf ist so eine Sache. Viele Otto-Normal-Verbraucher mögen zwar nach der Inkraft­setzung der Router-Freiheit davon schwärmen, dass sie - insbesondere bei den Kabel­netz­betreibern - einen eigenen Router kaufen können, aber das hat aus meiner Sicht nicht nur Vorteile. So muss sich der Käufer bewusst sein, dass er im Falle einer Störung oder ähnlichem selbstständig herausfinden muss, ob das Problem nun beim Kabel-Router oder beim Kabel­netz­betreiber liegt. Dadurch, dass das Gerät nicht vom Provider stammt, darf er von seinem Anbieter auch keine Hilfe erwarten.

Ein großer Teil der DSL-, VDSL- oder Kabel-Kunden dürfte in diesem Fall dann überfordert sein. Lieber miete ich mir beim Kabel-Anbieter einen Router, der dann auch den Schnitt­stellen­beschreibungen entspricht und so keine zusätzlichen Probleme schafft. Außerdem hatte man schon vor dem Wegfall des Routerzwangs die Möglichkeit, einen Router, der den eigenen Anforderungen entspricht, zwischen­zuschalten.

Ein Blick auf die eigentlichen Mietkosten zu werfen ist empfehlens­wert, denn oft werden einfache Kabel-Router angeboten, für die lediglich einmalig 10 Euro an Hardware-Kosten anfallen - natürlich sollte der Provider dem Kunden das Kabel-Modem nicht aufzwingen dürfen, sondern muss ihm die Wahl lassen. Oder aber die Provider bieten sogar eigene Kauf-Router an, die an dem jeweiligen Internet­anschluss funktionieren. Ein weiterer Vorteil von Provider-Routern ist, dass diese auch noch nach zwei Jahren bei einem Schaden ausgetauscht werden. Sofern es ein Nachfolger-Modell gibt, bieten manche Internet-Provider sogar die Möglichkeit an, ohne Aufpreis auf das neue Modell umzusteigen.

In meinem Fall hat es sich schon ein paar Mal bewährt, dass ich einen Miet-Router habe, an den ich einen Router meiner Wahl zwischen­geschaltet habe. So konnte ich mich bei Problemen einfach an meinen Anbieter wenden. Auch, wenn der Internet-Provider an der Firmware des Routers "herum­gefummelt" hat, muss dies nicht zwangsläufig Schlechtes bedeuten, schon gar nicht, für weniger technisch affine Kunden, die den Komfort suchen und nur wollen, dass alles einfach und einwandfrei funktioniert. Letztlich muss jeder für sich selbst entscheiden, was der beste Weg ist, aber man muss sich auch über die Risiken bewusst sein, die auf einen zukommen können.

Alexander Kuch
Pro Kauf
Alexander Kuch
Etwas zu mieten klingt für mich erst einmal nach Abhängigkeit - und ich habe es immer gerne, wenn mir die Sachen, die ich nutze, auch selbst gehören. Darum werde ich einen Router lieber kaufen. Ich bestelle einen Router bei einem Fachhändler meiner Wahl, prüfe, ob er funktioniert und richte ihn dann selbst für meine Bedürfnisse ein. In technischer Hinsicht mache ich eben am liebsten alles selbst. Wenn er innerhalb von zwei Jahren kaputt geht, nutze ich die gesetzliche Gewähr­leistung, und nach zwei Jahren hat der Router seine Schuldig­keit ohnehin getan. Funktioniert er länger und erhält noch Sicherheits-Updates - umso besser.

Router-Miet-Modelle funktionieren nämlich in der Regel so, dass der Anbieter - egal ob es der Internet-Provider oder eine separate Vermietungs-Plattform ist - etwas damit verdienen muss, und dafür möchte ich nicht mehr bezahlen.

Obwohl man auch bei einem Miet-Router zukünftig den vollen Zugriff auf alle Funktionen haben sollte und üble Praktiken wie fest eingespeiste Zugangsdaten, Branding oder gar Firmware-Einschränkungen der Vergangenheit angehören sollten, kann ich mir nur bei einem Kauf-Router zu 100 Prozent sicher sein, dass außer dem Router-Hersteller niemand an der Firmware herumge­fummelt hat. Und darauf lege ich in Zeiten staatlicher Überwachung und inter­nationaler Spionage größten Wert.

Mir macht es auch nichts aus, ständig selbst zu überprüfen, ob neue Firmware-Updates des Herstellers vorliegen, da ich mich ohnehin regel­mäßig mit der Materie beschäftige. Dabei gehöre ich gar nicht zu denen, die ständig Labor-Firmware oder externe Cracks installieren, um vermeintlich "geheime" Router-Funktionen freizuschalten. Ich will einfach nur einen Router, der mir gehört, und auf den ich selbst immer die neueste stabile Firmware aufspiele.

Was mich auch nerven würde ist, nach dem Ende der Nutzung eines Miet-Routers die alten Bedingungen des Miet­vertrags wieder heraus­zukramen, um zu sehen, was ich jetzt machen muss, wohin ich den Router zurück­schicken muss und wie mich der Verleiher vielleicht gängeln will. Wenn der Router-Eigentümer mir ein "Bußgeld" dafür androht, nur weil ich nicht mehr die Original-Verpackung habe oder vergessen habe, das LAN-Kabel mitzuschicken: Nein danke - dann kaufe ich lieber meinen Router.


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