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Router-Freiheit bei den Kabel-Internet-Anbietern: Dies gilt für Neu- & Bestandskunden

Der Routerzwang ist seit dem 1. August abgeschafft. Wir haben nachgeforscht, was für Neu- und Bestandskunden bei den Kabel-Internet-Anbietern gilt. Zudem informieren wir über die Regelung bei den Zugangsdaten für Telefonie & Internet.
Von Marleen Frontzeck-Hornke
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Die Router-Freiheit ist eigentlich nur für Neukunden gesetzlich geregelt. Den Kabelnetz­betreibern steht es daher frei, ob diese auch ihren Bestands­kunden die freie Wahl des Routers lassen oder nicht. Während manche Anbieter für alle Kunden den Routerzwang abgeschafft haben, richten sich andere Provider wiederum strikt nach den gesetzlichen Vorgaben oder bieten die Router-Freiheit nicht für alle Bestandskunden an. Im Folgenden haben wir zusammen­gefasst, welche Regelungen bei den einzelnen Kabel-Internet-Anbietern gelten und gehen dabei auch auf die Herausgabe der Zugangsdaten ein.

Vodafone Kabel und Unitymedia

So wird die Router-Freiheit bei den Kabel-Internet-Anbietern für Neu- und Bestandskunden umgesetztSo wird die Router-Freiheit bei den Kabel-Internet-Anbietern für Neu- und Bestandskunden umgesetzt Während bei Vodafone Kabel (Kontakt: 0800 2787000) die Router-Freiheit ohne Einschränkungen für alle Kunden eingeführt wurde (Zugangsdaten werden übermittelt), gibt es bei Unitymedia (Kontakt: 0221 46619100) Bedingungen für Bestandskunden, die über einen Vertrags­abschluss vor 2013 verfügen. Diese können nur einen eigenen Router kaufen, sofern sie in einen neueren Kabel-Tarif wechseln - mehr dazu erfahren Sie in einem weiteren Hintergrund­bericht. Die Zugangsdaten für den Breitband- und Telefonie-Anschluss werden bei Neukunden unauf­gefordert übermittelt. Bei Unitymedia muss der Kunde sich zunächst telefonisch bei der Hotline melden, um den eigenen Router über die MAC-Adresse und Seriennummer anmelden zu können.

Tele Columbus und primacom

Tele Columbus (Kontakt: 030 33883000) bietet sowohl Neu- als auch Bestandskunden die Router-Freiheit an. In der Regel werden die Zugangsdaten dem Kunden bei einem neuen Vertrags­anschluss übermittelt. Sollten die Zugangsdaten nicht mehr vorliegen, dann kann der Kunde diese bei Tele Columbus in schriftlicher Form anfragen. Der Aktivierungsprozess läuft dann wie folgt ab:

"Schließen Sie einfach Ihren Kabelrouter an die Multimedia-Dose an und verbinden Sie ihn wie gewohnt mit Ihrem Computer. Wenn Sie anschließend in Ihrem Browser eine beliebige Seite öffnen, werden Sie automatisch zu unserem Aktivierungsportal weitergeleitet. Dieses führt Sie Schritt für Schritt durch die Aktivierung Ihres eigenen Kabel-Routers - bitte halten Sie für die Aktivierung Ihre Zugangsdaten bereit, welche wir Ihnen bei Vertrag­sschluss mitgeteilt haben."

Hinweis: Allerdings scheint Tele Columbus derzeit nur die Anmeldeten für Daten­verbindungen herauszugeben, nicht aber für die Telefonie. Die Freischaltung erfolgt per MAC-Adresse.

Gleiches gilt in etwa auch für die Neu- und Bestandskunden bei primacom (Kontakt: 0341 42372000). Nachdem der Kunde den Kabel-Router erfolgreich angeschlossen hat, wird dieser durch ein Aktivierungsportal geführt. Dafür muss der Kunde die Zugangsdaten bereithalten. Nachdem der Router aktiviert wurde, hinterlegt primacom im Kundenportal auch die notwendigen Zugangsdaten für die Einrichtung der Telefonie-Dienste.

NetCologne und wilhelm.tel

NetCologne bietet allen Kunden die Möglichkeit, einen eigenen Router am Kabel-Internet-Anschluss zu nutzen. Es wird sogar ein eingeschränkter, telefonischer Support angeboten, der allerdings nur für FRITZ!Box-Modelle gilt. Bei NetCologne (Kontakt: 0800 2222800) erhalten die Kunden über eine spezielle Service-Seite die Telefonie-Zugangsdaten - unter Eingabe der Kundennummer und des Kundenkennworts.

Der Anbieter wilhelm.tel (Kontakt: 0800 4324324) liefert alle wichtigen Zugangsdaten unaufgefordert für seine Kunden aus und sagt:

"Die freie Wahl des Routers gilt - wie vom Gesetzgeber gefordert - für alle wilhelm.tel-Kunden. Zur Inbetriebnahme einer geeigneten Hardware ist es erforderlich, dass der Kunde uns die MAC-Adresse der Hardware mitteilt."

An dieser Stelle sei nochmal darauf hingewiesen, dass der eigene Kabel-Internet-Router bestimmte Kriterien erfüllen muss, damit dieser am jeweiligen Internet-Anschluss betrieben werden kann. Dies ist den jeweiligen Schnitt­stellen­beschreibungen der Kabelnetzbetreiber geregelt. Welche Vor- und Nachteile die Abschaffung des Routerzwangs für die Verbraucher hat, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

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