Zukunftsvision

Die Zukunft der Roboter: Krankenpfleger und Kindergärtner?

Ein renommierter Professor aus Japan sieht das Zeitalter der Roboter dämmern. Er selbst erforscht den Einsatz menschlich aussehender humanoider Roboter. Sie sollen einer alternden Gesellschaft auf die Sprünge helfen - und den Menschen ihre Identität erhalten.
Von dpa / Ulrike Michel
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Roboter als Alten- oder Krankenpfleger, Roboter als Verkäufer, Verwaltungsfachkraft oder Werkstattarbeiter: Nach Ansicht des japanischen Professors Hiroshi Ishiguri werden sie schon mittelfristig wichtige Aufgaben in der Gesellschaft übernehmen. "Ich denke, schon in naher Zukunft werden wir eine Roboter-Gesellschaft haben", sagte der Leiter der Robotik-Abteilung der Universität Osaka heute auf der Technologiemesse CeBIT in Hannover. Gerade mit Blick auf eine alternde Gesellschaft könnten sie etwa bei der Pflege von Demenzkranken, aber auch im Bereich frühkindlicher Bildung oder Berufen in Bildungs- oder Gesundheitssystemen eine Rolle spielen.

Roboter können Freiräume schaffen

"Es reicht nicht, Roboter nur in Fabriken einzusetzen, wir können sie auch noch in vielen anderen Bereichen einsetzen", so der Akademiker. "Roboter sind in gewisser Weise Spiegel der menschlichen Gesellschaft." Sie könnten Freiraum für die Menschen schaffen, um sich intensiver als bisher weiterzubilden. Sorgen, sie würden Menschen den Job wegnehmen, hält er daher für grundlos. Ishiguri: "90 Prozent unserer Aktivitäten werden heute von Technologie unterstützt." Auch das sei bereits eine Art von Roboterhilfe.

Humanoide Roboter als Bewahrer menschlicher Identität

Ein Roboter auf der CeBIT 2017Ein Roboter auf der CeBIT 2017 Die Produktivität werde durch den technischen Fortschritt getrieben, meinte der Wissenschaftler, der seinen eigenen Robot-Zwilling geschaffen hat. Schon heute stelle ein ihm unterstehendes Unternehmen bei einem Stückpreis von 10 0000 bis 35 0000 Euro knapp 600 derartige Androiden her, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Die mechanischen Abbilder seiner Kunden würden helfen, die Identität ihrer Käufer über deren Ableben hinaus zu sichern.

"Es ist ein wenig wie der Wunsch nach ewigem Leben", sagte Hiroshi Ishiguri. Zu den Minimum-Standards, die bei humanoiden Robotern wichtig seien, gehörten Reaktionen auf Berührungen ebenso wie die Stimme, da sie Emotionen transportieren kann. "Emotion ist die einfachste Art der Kommunikation, unabhängig von der Sprache." Ishiguri betont aber auch, dass ethische Diskussionen nötig seien, um die Aufgaben der Roboter künftig zu definieren.

Weitere spannende Themen von der CeBIT 2017 finden Sie auf unserer CeBIT-Seite.

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