WLAN im Flugzeug

So viel Daten verbrauchen Apps im Flugzeug-WLAN

Einige Apps brau­chen deut­lich mehr Daten­vo­lumen als andere. Während Messa­ging und E-Mail nur wenig benö­tigen, brau­chen Strea­ming-Dienste schnell deut­lich mehr.

Die geringen Datenmengen im Flugzeug-WLAN sind je nach App schnell verbraucht. Die geringen Datenmengen im Flugzeug-WLAN sind je nach App schnell verbraucht.
picture alliance/Daniel Reinhardt/dpa
Je nach App kann der Daten­ver­brauch unter­schied­lich hoch sein. Das bekommen Nutzer in der Regel nicht mit, weil sie in Nutzungs-Kombi­na­tion aus WLAN und Mobil­funk im Alltag in der Regel über ausrei­chendes Daten­vo­lumen verfügen. Ist das Kontin­gent wie im Flug­zeug-WLAN aller­dings begrenzt, sollten Nutzer wissen, was einzelne Anwen­dungen verbrau­chen.

Zur Orien­tie­rung haben wir den durch­schnitt­li­chen Verbrauch der wich­tigsten Dienste in der folgenden Tabelle zusam­men­ge­fasst. Beim Musik- und Video­strea­ming ist die geringste Qualität mit dem nied­rigsten Verbrauch berück­sich­tigt.

Der durch­schnitt­liche Verbrauch der wich­tigsten Dienste

Dienst Dauer/Art Volumen
Amazon Prime Video 1 Std. 140 MB
E-Mail reiner Text 25-50 kB
Face­book-Messenger 1 Min. 3 MB
Face­book 1 Post
(ohne Foto)
200 kB
Insta­gram Upload 2,5 MB
Netflix 1 Std. 250 MB
Spotify 1 Std. 40 MB
Surfen Webseite laden 1 MB
Twitter 1 Min. 100 kB
WhatsApp Nach­richt 5-10 kB
Youtube 1 Min. 2 MB
Die ange­ge­benen Werte können je nach Nutzungs­ver­halten entspre­chend vari­ieren.
Die geringen Datenmengen im Flugzeug-WLAN sind je nach App schnell verbraucht. Die geringen Datenmengen im Flugzeug-WLAN sind je nach App schnell verbraucht.
picture alliance/Daniel Reinhardt/dpa
Einschät­zung: Alle, die ausschließ­lich Surfen, E-Mails schreiben und Messenger wie WhatsApp nutzen wollen, kommen im Durch­schnitt mit den meisten kleinen Paketen der Flug­ge­sell­schaften aus. Das hängt aber trotzdem von der Inten­sität der Nutzung und der Flug­dauer ab. Für Reisende, die eine Kurz­strecke fliegen, sollte die Nutzung der ange­ge­benen Dienste kein Problem sein, auf Lang­stre­cken­flügen sieht das schon anders aus. Wollen Surfer das Internet durch­ge­hend nutzen, kommen sie nicht um die größt­mög­li­chen verfüg­baren Pakete herum. Sie müssen aller­dings entscheiden, ob sie bereit sind, teil­weise sehr tief in die Tasche zu greifen. Wer nicht gerade einen Tages-, Monats- oder Jahres-Pass gebucht hat, wie beispiels­weise bei der Airline Delta, für den gelten die Daten­pa­kete nur für den gebuchten Flug. Sie können nicht für den Rück­flug verwendet werden.

Das gebuchte Volumen verlän­gert sich in der Regel nicht auto­ma­tisch. Wenn das Daten­vo­lumen aufge­braucht ist, bekommen Nutzer eine Benach­rich­ti­gung, wann das der Fall ist bezie­hungs­weise kurz davor. Dann haben sie die Möglich­keit, weiteres Daten­vo­lumen kosten­pflichtig hinzu­zu­bu­chen.

Als Zahlungs­me­thoden wird meist die Kredit­karte akzep­tiert. Bei einigen Airlines besteht aber auch die Möglich­keit, bereits während des Buchungs­vor­gangs Daten­vo­lumen für den Flug hinzu­zu­kaufen.

Keine gute Idee: Strea­ming im Flug­zeug-WLAN

Aufgrund der verfüg­baren Pakete und der hohen Preise macht das Streamen von Musik- und Video­da­teien per Flug­zeug-WLAN schlichtweg keinen Sinn. Selbst wenn Flug­rei­sende ein Paket mit scheinbar großem Daten­vo­lumen gebucht haben, kann es je nach Airline sein, dass sie auf Dienste wie Messa­ging, E-Mail oder Surfen beschränkt sind. Beispiels­weise fasst das größte Daten­vo­lumen bei Air Europa 100 MB und kostet 20 Euro, Video­strea­ming ist nicht enthalten. Im Hinblick auf das Daten­vo­lumen von 100 MB würde das sowieso keinen Sinn machen. Aero­flot verlangt für 100 MB rund 34,28 Euro. Da gibt es keine Einschrän­kung der Nutz­bar­keit. Aber auch hier wäre aufgrund des geringen Daten­vo­lu­mens allen­falls das ein oder andere Kurz-Video, zum Beispiel auf Youtube, oder verein­zelte Songs auf Spotify drin, statt eines Block­bus­ters auf Amazon Prime oder Netflix. Für Youtube gilt auch die geringste Quali­täts­stufe. Wer ein Video in einer Auflö­sung von 1080 Pixel schauen möchte, muss mit einem Verbrauch von 30 MB pro Minute rechnen. Wollen Nutzer mit so einer geringen Daten­menge dann auch noch Surfen, ist das Kontin­gent sehr schnell aufge­braucht.

Dennoch müssen Reisende nicht auf Strea­ming verzichten. Spotify, Netflix oder Amazon Prime bieten die Möglich­keit, Serien, Filme und Songs vorab herun­ter­zu­laden und auf dem Smart­phone zu spei­chern. Voraus­set­zung dafür ist, dass Nutzer bei den Apps ange­meldet bleiben. Im Flug­modus lassen sich die Apps trotzdem öffnen und auf die Down­loads zugreifen.

Geschwin­dig­keit der Inter­net­ver­bin­dung

Internet im Flug­zeug ist nicht vergleichbar mit dem WLAN-Zugang zuhause. Nutzer sollten nicht davon ausgehen, dass atem­be­rau­bende Verbin­dungs­ge­schwin­dig­keiten möglich sind. Alleine deshalb macht das Streamen von Video- und Musik­da­teien per Bord-WLAN schon keinen Sinn. Messa­ging, Brow­sing und E-Mails schreiben und lesen, sollten in der Regel in einer akzep­ta­blen Geschwin­dig­keit funk­tio­nieren. Das Senden von Bildern kann aber schon mal etwas dauern. Nicht zuletzt hängt die Geschwin­dig­keit der Inter­net­ver­bin­dung aber von der verwen­deten Band­breite und der Anzahl der einge­loggten Geräte im Flug­zeug-WLAN ab.

Aktuell wird das European Avia­tion Network (EAN) getestet. Das von Immarsat und der Deut­schen Telekom entwi­ckelte Projekt soll Breit­band-Internet auch in Flug­zeugen ermög­li­chen. Bereits in diesem Jahr könnte es in ersten Flug­ge­sell­schaften verfügbar sein.

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