EU-Umfrage

Roaming-Preise: Fast drei Viertel der EU-Bürger sind unzufrieden

EU-Kommissarin Neelie Kroes hält an Abschaffung der Roaming-Gebühren fest
Von Marc Kessler
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EU-RoamingDen meisten EU-Bürgern
ist das Roaming nach wie vor zu teuer
Fast drei Viertel der Europäer sind mit den Roamingpreisen für das mobile Telefonieren innerhalb der EU weiterhin unzufrieden. Das ergab eine im Auftrag der EU-Kommission durchgeführte Umfrage im August und September vergangenen Jahres unter 26 500 EU-Bürgern aus allen 27 Mitgliedsstaaten.

72 Prozent der Befragten gaben an, ihre Roaming-Gespräche weiterhin einzuschränken - obwohl einer Mehrheit der Bürger durchaus bekannt ist, dass die Preise für EU-Auslands-Telefonate in den vergangenen Jahren durch die Einführung des Euro-Tarifs gesunken sind. Auch mit den Roamingpreisen für die mobile Datenübertragung sind nur sehr wenige einverstanden: Lediglich 19 Prozent gaben an, sie hielten die Daten-Roaming-Kosten für fair.

Die Ergebnisse der Umfrage, teilt die EU-Kommission heute mit, sollen ebenso in die für Juni 2011 geplante Überprüfung und Bewertung der aktuellen EU-Roaming-Verordnung miteinfließen wie die Stellungnahmen der zum vergangenen Freitag abgelaufenen Konsultationsphase. Zum Start der Konsultation im vergangenen Dezember hatte EU-Kommissarin Neelie Kroes den Mobilfunkbetreibern ungerechtfertigte Bereichung beim Thema Roaming vorgeworfen: Die Unternehmen setzten "die Roamingpreise im Allgemeinen knapp unter den regulierten Höchstpreisen fest und erzielen mit Roamingdiensten ungerechtfertigt hohe Gewinnspannen", so Kroes damals.

Kroes hält an Abschaffung der Roaming-Kosten fest

Die Kommissarin hält indes an ihrem in der Digitalen Agenda genannten Ziel fest, die Differenz zwischen nationalen Gesprächen und Roaming-Telefonaten bis 2015 auf Null zu bringen. Oder anders gesagt: Im Jahr 2015 soll es keine (zusätzlichen) Roaming-Gebühren mehr geben. Zur heutigen Veröffentlichung der Umfrage-Ergebnisse sagte Neelie Kroes: "Die Telekommunikationsunternehmen müssen ihren Kunden zuhören. Den Kunden ist bewusst, dass es noch viel Spielraum für Verbesserungen gibt, speziell im Bereich des Datenroamings. Wie ich in der Digitalen Agenda für Europa versprochen habe, möchte ich sicherstellen, dass es bessere Roaming-Lösungen für die europäischen Bürger und Unternehmen geben wird."

Roaming-Nutzung ist seit 2006 deutlich gestiegen

Obgleich die meisten Kunden der Meinung sind, die Roaming-Preise seien (nach wie vor) zu teuer, hat die Roaming-Nutzung seit 2006 zugenommen: Trotz eines Rückgangs der Reisen innerhalb von Europa um 13 Prozent zwischen 2006 und 2010 habe das Gesprächs- und SMS-Volumen deutlich zugenommen. Insgesamt führten Reisende innerhalb der EU 32 Prozent mehr abgehende Gespräche, nahmen 31 Prozent mehr Gespräche an und schrieben 43 Prozent mehr Kurznachrichten, so die Studie.

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