Ausland

EU-Roaming: Fair-use-Regelung statt "echter" Mitnahme des Inlandstarifs

Ganz so unbegrenzt wie von vielen Nutzern erwartet wird die Mitnahme des Handytarifs ins EU-Ausland wohl doch nicht. Laut Branchenberichten ist sogar eine Opt-out-Regelung für Netzbetreiber im Gespräch.
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Kostenloses EU-Roaming wohl mit engen GrenzenKostenloses EU-Roaming wohl mit engen Grenzen Im kommenden Jahr sollen die Roaming-Grenzen innerhalb der Europäischen Union endgültig fallen. Mobilfunk-Kunden sollen fortan die Möglichkeit haben, ihren für das jeweilige Heimatland gebuchten Tarif auch im EU-Ausland zu verwenden. Dabei wird es allerdings Fair-use-Regelungen geben. Die Frage ist allerdings nach wie vor die genaue Ausgestaltung.

Das Onlinemagazin Telecompaper berichtet unter Berufung auf die Europäische Kommission, dass die Absicht besteht, die neue Verordnung noch in diesem Jahr zu verabschieden. So sollten Netzbetreiber, Provider und auch Kunden die Möglichkeit haben, sich rechtzeitig über die Neuregelung zu informieren.

Aus Branchenkreisen war zu hören, dass die neue Verordnung keineswegs eine "echte" Mitnahme des Handytarifs ins Ausland ermöglichen wird - auch nicht für einen begrenzten Zeitraum. Der aktuelle Bericht spricht nun von "angemessener Nutzung", bei der Missbrauch vereitelt werden soll. Kunden, die ihren Vertrag im Ausland intensiver nutzen als in der Fair-use-Regelung vorgesehen, sollen hierfür zusätzliche Entgelte bezahlen.

Opt-out-Lösung für Netzbetreiber?

Dem Bericht zufolge soll es aber auch eine Opt-out-Lösung aus dem annähernden Gratis-Roaming für Netzbetreiber geben, die nachweisen können, dass sie so nicht mehr kostendeckend arbeiten können. In diesem Fall sollen die nationalen Regulierungsbehörden, in Deutschland also die Bundesnetzagentur, das letzte Wort darüber haben, ob ein solcher Anbieter auch künftig Roaming-Gebühren erheben darf.

Netzbetreiber wie die Deutsche Telekom, Vodafone und o2 bieten schon jetzt in ihren aktuellen Smartphone-Tarifen nahezu kostenloses Roaming im EU-Ausland an. Auch dabei greifen bereits Fair-use-Richtlinien. So begrenzt die Telekom abgehende Telefonate und SMS auf 1000 Minuten und Kurznachrichten im Monat, Vodafone zieht die Grenze bei 500 Minuten und SMS am Tag. Bei o2 ist dagegen die mobile Internet-Nutzung auf 1 GB im Monat limitiert.

Bereits bekannt war, dass die neue EU-Roaming-Verordnung einer möglichen Dauernutzung eines Mobilfunkvertrags im Ausland einen Riegel vorschieben will. So soll es nicht möglich sein, etwa in Osteuropa eine Daten-Flat zum Bruchteil des in Deutschland üblichen Preises abzuschließen, den Vertrag aber fast ausschließlich hierzulande zu nutzen. Umgekehrt sollen Mallorca- oder Teneriffa-Dauerurlauber in Spanien nicht dauerhaft ihren deutschen Vertrag ohne Mehrkosten nutzen können.

Mehr zum Thema Smartphone-Nutzung im Ausland lesen Sie auch in unserem Roaming-Ratgeber.

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