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Österreichs A1 Telekom stellt Datenroaming-SIM Abroadband ein

Am 31. März können Nutzer der Daten-Roaming-SIM-Karte "Abroadband" zum letzten Mal in 60 Ländern zu günstigen Preisen surfen. Das Produkt wird komplett eingestellt.
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Abroadband - ein schönes wie sinnvolles Wortspiel, denn es ist eine reine Daten-SIM-Karte und sie kommt aus A wie Austria. Dahinter steckt der Marktführer A1 Telekom Austria (vormals Mobilkom Austria).

Die Karte ermöglichte das weltweite Surfen in über 60 Ländern dieser Welt für 54 Cent pro MB (Taktung 128 kB) an. Im Inland ist dieser Preis heute überhaupt kein Schnäppchen mehr, im Ausland mitunter schon. Zu den möglichen Ländern gehörten neben Ägypten oder Australien auch exotisch teure Ziele wie China, Guam, Indien, Moldawien, Russland oder Weißrussland (Bjelarus), wo das mobile Surfen schnell extrem teuer werden kann. Da die Karte über einen österreichischen Zugangspunkt (APN) läuft, konnte man auch in fernen Ländern, wo vor Ort bestimmte Seiten aus politischen Gründen "gefiltert" werden, problemlos dorthin surfen.

Die Abroadband-Karte, die man als Mini- oder Micro-SIM erwerben konnte, kostete einmalig 9,90 Euro. Wurde die SIM-Karte aktiv genutzt, war keine Grundgebühr fällig, bei längerer Inaktivität (weniger als einmalige Nutzung pro Vertragsjahr) wurde eine Jahresgebühr von 10 Euro berechnet. Auch die Aktivierung der Karte war einfach: Einlegen und ins Internet einbuchen, man wurde direkt auf die Registrierungsseite gelotst und konnte danach sofort lossurfen.

Zum 1. April 2014 schließt Abroadband seine Tore und stellt den Betrieb aller Karten ein, alle bislang ausgegebenen und freigeschalteten Karten sind bis 31. März nutzbar, teilte A1 Telekom ihren Vertragspartnern am 15. Januar 2014 kurzfristig per Briefpost mit, das Schreiben liegt teltarif.de vor. Der Handel wurde angewiesen, den Verkauf sofort einzustellen, um rechtliche Konsequenzen zu vermeiden. Noch nicht aktivierte, aber bereits verkaufte Abroadband-SIM-Karten müssen bis 16. März freigeschaltet sein, können aber ebenfalls nur bis zum 1. April genutzt werden.

Warum das Angebot eingestellt wurde, verriet das Schreiben nicht. Branchen-Insider berichten, dass die erwarteten Verkaufszahlen nicht erreicht wurden. Möglicherweise hatte sich das Angebot für A1 nicht gerechnet, wenn die Karte gezielt in sonst hochpreisigen Ländern genutzt worden war.

Mögliche Alternativen?

AbroadbandWeltweit nutzbare Daten-SIM Innerhalb der EU sind dank regulierter Tarife die Preise für Roaming immer bezahlbarer geworden, außerhalb der EU kann es nach wie vor empfindlich teuer werden.

Die üblichen Roaming-SIM-Karten, die sich in erster Linie an Sprachtelefonierer richten, berechnen bis heute schmerzhaft hohe Datenverbindungspreise, da kann ein Megabyte schnell 10 Euro oder noch mehr kosten. Bevor man damit das Internet aufruft, sollte man die Preise klären und notfalls von Zeit zu Zeit den Kontostand der verwendeten Karte abfragen.

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