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Ratgeber: So finden Sie den richtigen UMTS-Datentarif

Nicht nur der Preis spielt eine Rolle: Performance, Netzabdeckung und Features wichtig
Von Thorsten Neuhetzki

Wer mobil ins Internet gehen will, hat mittlerweile eine große Auswahl an Anbietern und Tarifen. Doch obwohl auf den ersten Blick alle das Gleiche anbieten - Internet per Mobilfunk - gibt es doch zwischen den Angeboten und Anbietern gravierende Unterschiede. Je nach Nutzungsverhalten und Ansprüchen sind jeweils andere Angebote interessant. Wir zeigen Ihnen, wie Sie für sich herausfinden, welche Tarife für Sie die richtigen sind.

Wichtigste Fragen: Wo und wie wird der Zugang genutzt?

Zunächst einmal sollten Sie sich selbst fragen, wo und wie Sie den mobilen Internetzugang nutzen wollen. Soll nur zu Hause genutzt werden - etwa weil es kein DSL gibt - oder wollen Sie an mehren Stellen mobil surfen? Szenarien hierfür wären ein Zweitwohnsitz, die Wohnung der Freundin oder aber die Arbeit, das Lieblingscafé oder der Stadtpark. Oder sind Sie viel unterwegs, reisen mit der Deutschen Bahn und wollen die Reisezeit nutzen, um online zu geben?

Ist Ihnen das Surfen auf Fernreisen im ICE wichtig, sollten Sie auf eine gute Netzabdeckung im GSM-Bereich achten. Das schnellere UMTS ist in Zügen weitestgehend nicht nutzbar. Auch das Netz von o2 eignet sich aufgrund der noch nicht vollständig umgerüsteten ICE-Repeater noch nicht für eine zuverlässige Nutzung im Zug. Somit sollten sich Zug-Nutzer vorrangig für die Netze von T-Mobile, Vodafone oder E-Plus entscheiden, die jeweils auch EDGE unterstützen. T-Mobile hat als einziger deutscher Anbieter ein nahezu flächendeckendes EDGE-Netz, E-Plus hat gerade erst mit dem Aufbau des Netzes begonnen. Ein UMTS-Stick ist der einfachste Weg mobil online zu kommen.
Foto: teltarif

Surfen Sie hauptsächlich an festen Standorten, so ist es wichtig, diese Standorte vorher zu testen. Denn selbst innerhalb einer Stadt, gar binnen weniger Stunden, kann es massive Unterschiede in der Performance geben. Gerade in den Abendstunden sind die mobilen Datennetze beispielsweise in den Teilen Berlins, in denen DSL aufgrund von Glasfaserversorgung kaum möglich ist, oftmals überlastet. Das liegt daran, dass in einigen Stadtbezirken das mobile Internet mehr genutzt wird als in anderen oder daran, dass in den Abendstunden mehr Nutzer mobil surfen als tagsüber.

Hier sollten sich interessierte Nutzer von Freunden oder Bekannten verfügbare UMTS-Geräte ausleihen und mit einer Prepaid-Karte oder einem möglicherweise vorhandenen Tarif des Bekannten das Netz am eigenen Lieblingsstandort testen. Auch die Erfahrungen des Freundes können hilfreich sein, sich für oder gegen ein bestimmtes Netz zu entscheiden.

Nicht alle Netze bieten schnelles Internet an

E-Plus bietet als einziger deutscher Mobilfunkanbieter derzeit noch kein breitbandiges mobiles Internet an. Lediglich UMTS mit bis zu 384 kBit/s wird unterstützt. Zum dauerhaften mobilen Surfen wird das vielen Nutzern nicht mehr reichen - zumal oftmals noch Kapazitätsengpässe hinzu kommen. Die anderen Netzanbieter versprechen ihren Kunden mindestens 3,6 MBit/s, teilweise 7,2 MBit/s. Eingehalten wird das aber oftmals nicht, da sich viele Kunden die Performance teilen müssen oder die Anbindung des Sendemastes zu schlecht ist. Wer viele Daten mobil ins Internet laden will - beispielsweise Bilder oder Videos - sollte zudem darauf achten, dass sein Anbieter am entsprechenden Standort den Upload-Turbo HSUPA unterstützt. Dann sind - zumindest theoretisch - Uploads mit bis zu 2 MBit/s möglich.

Tariffrage: Tages-Flatrate, Volumentarif oder Komplett-Flatrate?

Ist die Frage des Netzes geklärt, so sollte sich der Nutzer Gedanken machen, wie er den mobilen Internetzugang einsetzen will. Erfolgt die Nutzung nur sporadisch an wenigen Tagen im Monat, sollte sich der Nutzer - je nach Bedarf - zwischen einem kleinen Datenpaket mit wenigen hundert Megabyte und einer Tages-Flatrate entscheiden. Letztere eignen sich mehr für Nutzer mit hohem Datenbedarf an wenigen Tagen, das Volumenpaket hingegen für normales, sporadisches Surfen. Vorteil des Pakets: Es kann auch an weiteren Tagen genutzt werden, ohne dass für nur wenige Kilobyte gleich ein ganzer Tag berechnet wird. Oftmals sind diese Volumenpakete jedoch an eine Laufzeit gekoppelt. Allerdings: Einige Anbieter wie o2 oder simyo bieten diese auch schon im Prepaid-Verfahren ohne Mindestlaufzeit an. Wie Sie ohne Vertragsbindung das mobile Internet nutzen, haben wir in einer aktuellen Meldung für Sie zusammengestellt.

Ein Volumentarif kann je nach Nutzungsverhalten sinnvoll sein

Nutzer die im Prinzip täglich online gehen wollen und sich nicht nur mit dem Prüfen des E-Mail-Accounts und des Bankkontos begnügen, sollten zu einer Datenflatrate greifen. Unlimitiertes Highspeed-Surfen gibt es aber auch hier nicht. Alle auf Mobilfunknetzen basierenden Datenflatrates werden ab einem Volumen von höchstens 5 Gigabyte pro Monat auf GPRS-Geschwindigkeit gedrosselt. Einige Anbieter schalten diese Drosselung noch eher. Die Tarife sind dann aber in der Regel auch günstiger. Wer also vom DSL-Anschluss gewohnt ist, IPTV und andere trafficintensive Anwendungen rund um die Uhr zu nutzen, für den kann eine Mobilfunkanbindung nur eine mobile Ergänzung sein, mit der diese Dienste nicht oder nur wenig genutzt werden. Einen Überblick über alle aktuellen mobilen Internet-Flatrates haben wir Ihnen bereits Anfang des Monats gegeben.

Auf der nächsten Seite zeigen wir Ihnen, was Sie bei der Auswahl der richtigen Hardware bedenken sollten und worauf Sie beim Kleingedruckten achten sollten.

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