Spionageprogramme

Reporter ohne Grenzen:"Überwachung und Zensur im Netz nehmen zu"

Die Reporter ohne Grenzen haben in ihrem Bericht "Enemies of the Internet" die Geheim­dienste NSA und GCHQ als Gefahr für die Freiheit des Internets bezeichnet. Wie auch Staaten an Spionage­programme gelangen, lesen Sie in unserer News.
Von dpa / Jennifer Buchholz

Reporter ohne Grenzen veröffentlichen ihren Bericht Feinde des Internets 2014 Reporter ohne Grenzen veröffentlichen ihren Bericht Feinde des Internets 2014
Bild: Rog, Screenshot: teltarif.de
Die Geheimdienste NSA und GCHQ und das Geschäft mit Über­wachungs­technologie gefährden aus Sicht von Reporter ohne Grenzen die Freiheit im Internet. Die Journalisten­organisation setzte die beiden Nachrichten­dienste NSA aus den USA und GCHQ aus Groß­britannien auf ihre jährliche Liste der Feinde des Internets. "Wenn man sieht, dass die NSA weltweit Sicher­heits­technik und Ver­schlüsselung schwächt, ist das natürlich ein großes Problem", sagte Hauke Gierow, Internet-Referent bei Reporter ohne Grenzen, der Nachrichtenagentur dpa.

Der Menschen­rechts­beauftragte der Bundes­regierung, Christoph Strässer, bezeichnete den Bericht als "erschreckend". Überwachung und Zensur im Netz nähmen zu, auch in westlichen Demokratien. "Der massive Einsatz von Über­wachungs­mechanismen in westlichen Staaten schadet der Glaub­würdig­keit unseres Ein­tretens für Demokratie und Menschen­rechte nachhaltig", erklärte Strässer. Er forderte Unternehmen auf, Über­wachungs­technologie nicht an repressive Staaten zu liefern.

Gamma Group und Hacking Team bieten Spähprogramme auf Messen an

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Bild: Rog, Screenshot: teltarif.de
Solche Computer­pro­gramme analysieren etwa den Daten­verkehr in Netzwerken. Andere Programme können auf Smartphones und Computer geschmuggelt werden und die Kommunikation der Besitzer aufzeichnen.

Auch Reporter ohne Grenzen kritisierte das Geschäft mit Spähprogrammen. Die Organisation setzte drei Fachmessen für Sicher­heits­technologie auf ihre Negativ-Liste. "Die Messen befördern die Verbreitung dieser Technologien weltweit", sagte Gierow. Auf den Messen Technology Against Crime, Milipol und ISS World kämen Vertreter repressiver Staaten mit Unternehmen zusammen, die Über­wachungs­technologie verkauften.

Zu diesen Unternehmen gehörten auch Gamma Group oder Hacking Team. Sie böten Programme zum gezielten Ausspähen von Computern und Handys an. Diese Firmen hatte die Journalisten­ver­einigung bereits im vergangenen Jahr auf ihre Liste der Internet­feinde gesetzt.

Der Journalisten­ver­band fordert auch von Deutschland eine strengere Kontrolle, an welche Länder Firmen ihre Über­wachungs­programme liefern. "Dann müssten Firmen eine Lizenz beantragen, bevor sie ihre Technologie exportieren", sagte Gierow. Auch der Menschen­rechts­be­auftragte Strässer erklärte, solche Technologie dürfte "nur mit großem Bedacht" exportiert und genutzt werden.

Um der Spionage zumindest etwas zu entgehen, können Sie Ihre Hardware verschlüsseln. Wie dies funktioniert, lesen Sie in unserer News.

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