Roaming/Ausland

Auslandstelefonie und Roaming: Was ist der Unterschied?

Eine Frage, die die teltarif.de Redaktion häufig erreicht, ist die nach dem Unterschied zwischen Roaming und Auslandstelefonie. In diesem Artikel stellen wir beide Begriffe vor, erklären ihre Unterschiede und geben Tipps und Tricks, wie sich beim Telefonieren sparen lässt.
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Bei der Vielzahl an Vokabeln im Themenbereich Mobilfunk kommt man schnell durcheinander. Zwei dieser Vokabeln sind Auslandstelefonie und Roaming. Wir erklären Ihnen den Unterschied und verraten einige Spar-Tipps.

Ein Auslandsgespräch ist ein Telefonat in ein anderes Land. Roaming hingegen ist die Telefonie im anderen Land. Auslands­gespräche lassen sich sowohl mit dem Handy als auch mit dem Fest­netz führen. Roaming hingegen beschreibt aus­schließ­lich Handy-Telefonie. Auslands­gespräche sind immer aktiv: Man ruft jemandem im Ausland an. Roaming hingegen ist aktiv und passiv: Auch wenn man im Ausland angerufen wird, kann dies Roaming-Gebühren verursachen.
Über die Eigenheiten der beiden Telefonie-Arten informieren wir Sie im Folgenden.

Auslandstelefonie: So können Sie sparen

Mann im Anzug mit einer Papiertüte über dem Kopf. Auf der Papiertüte ist ein Fragezeichen.Auslandstelefonie und Roaming Als Auslandstelefonie oder Auslands­gespräch wird ein Telefon­gespräch in ein anderes Land bezeichnet. Wer Freunde, Familie oder Geschäfts­partner im Ausland hat und mit diesen telefonieren möchte, der führt ein Auslands­gespräch. Dies ist seit jeher wesentlich teurer als ein Inlands­gespräch.

Auslandsgespräche machen nur einen kleinen Teil aller Telefon­gespräche aus. Es ist aber damit zu rechnen, dass die Nachfrage nach günstigen Möglichkeiten, ins Ausland zu telefonieren, in Zukunft steigen wird. Allein mit der Zunahme an in Deutschland lebenden Menschen mit Migrations­hintergrund ist abzusehen, dass der Markt für Auslands­gespräche wachsen wird.

Bereits jetzt bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, um Gesprächs­kosten zu reduzieren. Auch hierbei gibt es einige erklärungs­bedürftige Vokabeln:

  • Call by Call: Durch die Benutzung spezieller Vor-Vorwahlen vor der eigentlichen Rufnummer lassen sich Gesprächs­kosten deutlich reduzieren. Allerdings können nur Kunden der Telekom hiervon Gebrauch machen. Da die Preise der Call-by-Call-Anbieter oft schwanken, empfehlen wir einen Blick in unseren Call-by-Call-Tarifrechner.
  • Callthrough und Callback sind zwei verwandte Möglichkeiten, die beide unter dem Begriff Calling-Card-Verfahren zusammengefasst werden, auch wenn hierfür inzwischen der Kauf einer speziellen Karte oft nicht mehr nötig ist. Im Callthrough-Verfahren wählt der Kunde die Nummer eines Anbieters und kann anschließend die eigentliche Ziel­ruf­nummer eingeben. Daraufhin stellt die Einwahlplattform die endgültige Verbindung her. Beim Callback-Verfahren wählt der Kunde ebenfalls eine spezielle Nummer, legt dann allerdings auf und wird zurückgerufen. Anschließend kann er die gewünschte Ziel­ruf­nummer wählen und zu dieser vergünstigt telefonieren.
  • Voice over IP (VoIP) bezeichnet die Telefonie über das Internet. Anders als bei WiFi Calling funktioniert das allerdings nicht über den eigenen Mobilfunk­anbieter, sodass man nicht mit seiner üblichen Festnetz- oder Handy­nummer telefoniert. In den meisten Fällen wird dazu ein Programm wie Skype, WhatsApp, Google Talk oder iChat verwendet.
  • Ethno-Discounter bieten günstige Mobilfunk-Tarife speziell für Menschen, die viel ins Ausland telefonieren.
  • Auslands­optionen beim herkömmlichen Telefon­anbieter: Die meisten der großen Telefon­anbieter haben auch eigene Tarife für vergünstigte Auslands­telefonie. Diese gelten größtenteils für das Festnetz.

Roaming: Sparen mit Tarifoptionen

Roaming (engl. für "herumwandern" oder "umherziehen") bezeichnet die Handy­nutzung im Ausland. Außerhalb der EU fallen hier hohe Kosten an. Egal ob der Nutzer mit dem Handy im Ausland innerhalb des Landes telefoniert, in dem er sich befindet, in ein anderes Land oder nach Deutschland telefoniert, er zahlt in der Regel drauf. Selbst wenn er nur angerufen wird, ergeben sich Zusatz­kosten. Dasselbe gilt für SMS, MMS und mobile Daten­verbindungen. Selbstredend bieten die Mobilfunk­anbieter hierfür besondere Tarifoptionen an.

Innerhalb der EU ist für alle Mobilfunk­anbieter die sogenannte Roam-like-at-Home-Regelung verbindlich. Diese schreibt vor, dass Kunden in den Ländern der EU sowie in Island, Liechtenstein und Norwegen ihr Handy zu den Konditionen ihres normalen Inlands­tarifs nutzen können. Roaming-Aufschläge für eingehende oder abgehende Gespräche/SMS gibt es somit innerhalb der EU nicht mehr. Tarif-Optionen, die von den gesetzlichen Vorgaben abweichen, sind allerdings immer noch erlaubt, solange nur jeder Kunde gebühren­freien Zugang zu einem regulierten Tarif erhält. Über alle weiteren Besonderheiten des Euro-Tarifs informiert Sie unser Rat­geber.

Roaming: Sparen durch WiFi Calling

In Ländern außerhalb der EU gibt es eine Möglichkeit, Roaming-Gebühren zu umgehen, indem man stattdessen ein Auslands­gespräch fingiert: WiFi Calling bezeichnet die Telefonie mit dem Smartphone über eine WLAN-Verbindung. Die Besonderheit ist, dass hierbei Gespräche immer so behandelt werden, als würde man von Deutschland aus telefonieren, selbst wenn man sich im Ausland aufhält. Da Auslandsgespräche meistens günstiger sind als außer­europäisches Roaming, ist dies eine echte Spar­möglichkeit. Innerhalb der EU könnte WiFi Calling jedoch zur Kosten­falle werden. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber zu WiFi Calling im Ausland.

Grenzfälle: Ist das noch Roaming?

Wie Sie sehen, sind Auslandsgespräche und Roaming verschiedene Dinge, die sich leicht außeinander halten lassen. Trotzdem könnten sich nun zwei Fragen aufdrängen:

  1. Wenn Sie - von Deutschland aus - Ihre Schwester, die in Italien Strand­urlaub macht, auf ihrem Handy anrufen, machen Sie dann ein Auslands­gespräch und Ihre Schwester Roaming?
  2. Wenn Ihre Schwester in Italien mit ihrem Handy nach Frankreich telefoniert, macht sie dann gleichzeitig Roaming und ein Auslandsgespräch?

Auf beide Fragen lässt sich zunächst pauschal antworten, dass wir neidisch auf Ihre Schwester sind und auch gerne am Strand liegen würden. Nun zu den Fragen im Detail:

Schwester roamt am Strand.Ihre Schwester macht in Italien Strandurlaub und Sie rufen an. Ein "deutsches" Handy anzurufen, das sich im Ausland befindet, ist kein Auslands­gespräch. Jedenfalls nicht in dem Sinn, dass Ihr Telefonat als Auslands­gespräch tarifiert würde. Für die Angerufene ist dies aber in der Tat Roaming; sie zahlt unter Umständen bei Ihrem Anruf drauf.

Mit dem Handy aus dem Italien­urlaub in ein anderes EU-Land zu telefonieren, ist in diesem Sinne ebenfalls kein Auslands­gespräch, sondern Roaming. Aufgrund der EU-Regulierungen ist es in den meisten Tarifen so, dass ein Auslands­gespräch von Deutschland nach Frankreich teurer ist als ein Telefonat von Frankreich nach Italien. Vorausgesetzt natürlich, Sie sind Kunde eines deutschen Mobilfunk­anbieters. Für Italiener hingegen verhält es sich spiegel­bildlich so, dass ein Telefonat von Italien nach Deutschland teurer ist als ein Telefonat von Deutschland nach Frankreich.

Die teltarif-Reise-Ratgeber helfen bei Auslandsaufenthalten

Alles Weitere rund um die Handynutzung auf Reisen haben wir in unseren Reise-Ratgebern zusammengestellt. Auf einen Blick sehen Sie alle Themen zum Telefonieren im Ausland in der folgenden Übersicht:

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