Spyware

The Intercept: NSA und GCHQ stecken hinter Spionage-Software Regin

Die Enthüllungs-Plattform The Intercept bringt NSA und GCHQ in Verbindung mit Spionage-Software Regin. Elemente der Software seien bei Angriffen der Geheimdienste auf Belgacom benutzt worden.
Von Marie-Anne Winter mit Material von dpa
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Es ist ja nicht so, dass es, nach allem was bisher über die Aktivitäten von NSA & Co. bekannt geworden ist, eine große Überraschung wäre - aber die Vermutung, dass es sich bei der ausgeklügelten Spionage-Software Regin um eine Entwicklung des US-Geheimdienstes handelt könnte, scheint sich zu bestätigen: Die britische Enthüllungs-Website The Intercept bringt Regin mit dem US-Abhördienst NSA und dessen britischen Partner GCHQ in Verbindung. Elemente der Regin-Software seien bei Angriffen der beiden Geheimdienste auf EU-Institutionen und den belgischen Telekom-Konzern Belgacom festgestellt worden, schrieb The Intercept unter Berufung auf Branchenkreise. Steckt die NSA hinter der Spionage-Software Regin?Steckt die NSA hinter der Spionage-Software Regin?

Bei The Intercept werden auch Unterlagen des Informanten Edward Snowden ausgewertet, der die ausufernde Internet-Überwachung durch NSA und GCHQ aufdeckte und damit den NSA-Skandal ins Rollen brachte. Man kann davon ausgehen, dass noch längt nicht alles bekannt ist, was in den Snowden-Unterlagen dokumentiert wurde.

Die Regin-Software, die von den IT-Sicherheitsfirmen Symantec und Kaspersky öffentlich gemacht wurde, ist besonders schwer zu entdecken. Deshalb konnten mit ihrer Hilfe jahrelang Computer ausgespäht werde, hieß es. Den Sicherheitsforschern zufolge wurden die meisten Infektionen in Russland und Saudi-Arabien festgestellt. Etwa ein Viertel der bisher bekannten Angriffe mit Regin betraf Telekommunikations-Unternehmen.

Die Überwachung von Belgacom war aus den Snowden-Papieren bekannt geworden. Der GCHQ habe sich im Jahr 2010 Zugang zu Systemen des belgischen Telekom-Konzerns verschafft und darüber auch seine Kunden wie die EU-Kommission und das Europäische Parlament ausgespäht.

Die IT- und Telekommunikationsbranche sieht das Vertrauen ihrer Kunden durch die NSA-Affäre beschädigt. Der Deutschland-Chef von Microsoft Christian Illek hatte seine Kollegen vor einigen Wochen dazu aufgerufen, sich der NSA-Debatte zu stellen. Die Branche müsse das Bedürfnis ihrer Kunden nach Sicherheit ernst nehmen. Durch die Aufdeckung von Regin dürfte das Vertrauen der Kunden einen weiteren Dämpfer erleiden - allerdings nicht nur das in die IT-Branche.

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