Ratgeber

Ratgeber: Darauf müssen Sie beim Smartphone-Kauf achten

Formfaktoren, Betriebssysteme, Applikationen und technische Features
Von Björn Brodersen

Welcher Browser auf dem Smartphone vorinstalliert ist, ist im Grunde genommen nicht wichtig, denn es gibt häufig alternative Browser, die auf das Handy heruntergeladen werden können. Der Opera Mini läuft beispielsweise auch auf Windows-Mobile-, Android-, Symbian- und auf Blackberry-Smartphones sowie auf reinen Java-Handys und kommt demnächst über den App-Store von Apple auch auf das iPhone. Über die App-Stores der Hersteller und Provider lassen sich auch zahlreiche andere Programme fürs Smartphone herunterladen bzw. kaufen, beispielsweise Office-Software zum Bearbeiten von Dokumenten, Clients für Instant Messaging, Widgets für Online-Informationsdienste und Social-Networking-Portale usw.

Während Android-Handys Kontakte, Termine und E-Mails über den Google-Server abgleichen, lassen sich bei anderen Smartphones solche Daten mit dem Bestand auf dem PC oder Laptop synchronisieren. Dazu muss das Smartphone entweder per USB oder per Bluetooth mit dem Rechner verbunden werden. Wer unterwegs Zugriff auf das Firmen-Netzwerk haben möchte, sollte darauf achten, dass das neue Smartphone Microsoft Exchange ActiveSync oder Blackberry Enterprise Server beherrscht. Das unter webOS laufende Palm Pre leistet Besonderes und synchronisiert sogar mehrere Dienste gleichzeitig miteinander. Palm Pre Palm Pre
Foto: Palm

Der Drahtlos-Funk Bluetooth sollte auch an Bord des Smartphones sein, wenn der Nutzer das Handy mit einer Freisprecheinrichtung im Auto oder mit einem drahtlosen Headset koppeln möchte. Für Stereo-Sound auf dem Bluetooth-Headset muss das Gerät das Bluetooth-Profil A2DP unterstützen.

Megapixel und Musik

Über einen integrierten Musikplayer verfügt in der Regel jedes Smartphone, manchmal kommt auch noch ein FM-Radio dazu. Gute Musikplayer im Handy bieten dem Nutzer die Möglichkeit, eigene Playlisten zu erstellen und zwischen mehreren Klang-Voreinstellungen wählen zu können. Während bei den USB-Anschlüssen sich langsam das Micro-USB-Format durchsetzt, behalten Hersteller wie Sony Ericsson weiterhin proprietäre Anschluss-Formate für Kabel-Headsets bei. Nur wenn das Smartphone einen 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss besitzt, können frei im Handel erhältliche und womöglich leistungsfähigere Headsets angeschlossen werden. Sony Ericsson Satio Sony Ericsson Satio
Foto: Sony Ericsson

Auch eine Digitalkamera findet sich an fast jedem Handy. Erwarten Sie aber nicht, dass eine Handy-Kamera Fotos oder Videos in vergleichbarer Qualität wie mit einer echten Digitalkamera schießt. Nur wenigen Handy-Modellen gelingen zumindest unter ordentlichen Lichtverhältnissen wirklich gute Bildergebnisse, dazu zählen beispielsweise das Nokia N86 8MP, das Samsung Pixon12 M8910 und das Sony Ericsson Satio. Wichtiger als Gesichts- und Lächelerkennung oder integrierte Upload-Funktion sind eine große Linse, ein Autofokus und eine schnelle Auslöse- und Speichergeschwindigkeit. Warum mehr Megapixel nicht immer bessere Ergebnisse beim Fotografieren mit dem Handy bringen, erfahren Sie in unserem Hintergrundartikel.

Wer auf seinem Smartphone Fotos, Videos, Musik und viele andere Daten speichern möchte, benötigt größeren Speicherplatz. Rechnen Sie beispielsweise mit 5 MB Größe pro Musiktitel, so reicht ein knapp über 100 MB großer interner Speicherplatz eines Smartphones für eine ganze Musiksammlung nicht aus. Häufig lässt sich der fest verbaute Speicherplatz des Smartphones per wechselbarer Speicherkarte ausbauen. Bei den wechselbaren Speicherkarten herrscht das microSD-Format vor, von dem es zurzeit Karten mit bis zu 32 GB Fassungsvermögen gibt. Nicht jedes Smartphone besitzt allerdings einen Steckplatz für wechselbare Speicherkarten, das Apple iPhone ist wohl das bekannteste Beispiel für ein Smartphone mit nicht ausbaubarem Speicherplatz. Das aktuelle Modell wird allerdings mit 16 GB und 32 GB Speichergröße verkauft. Auch der interne Speicheroplatz des Palm Pre lässt sich nicht per Speicherkarte erweitern.

Turn-to-Turn-Navigation per A-GPS

Nokia N97 Nokia N97
Foto: Nokia
Auch einen eingebauten GPS-Empfänger weisen viele Smartphones auf. Allerdings eignet sich nicht jedes GPS-Smartphone gleich für vollwertige Navigationsdienste, da zwar häufig Kartendienste wie Google Maps für standortbezogene Dienste wie lokale Suche oder die eigene Positionsbestimmung vorhanden, weitergehende Navigations-Software mit Turn-by-Turn-Routenführung allerdings nur als Testversion vorinstalliert sind. Bislang die große Ausnahme ist Ovi Karten, das Nokia wie berichtet ab kommendem Monat auf Smartphones mit dem Betriebssystem Symbian S60 und mit eingebautem A-GPS-Empfänger ohne zusätzliche Kosten ausliefert. A-GPS bedeutet, dass die Position des Handy-Nutzers auch über das Mobilfunknetz ermittelt wird. Nützlich für die Handy-Navigation ist zudem ein Smartphone mit hochauflösendem Display.

Generell sollten Anwendungen wie WLAN, UMTS und Bluetooth ausgeschaltet werden, wenn sie nicht benötigt werden - das spart Strom. Heutige Smartphone-Akkus halten in der Regel bei normaler Nutzung ein bis zwei Tage durch, bis sie wieder ans Ladegerät müssen.

Geeignet ist, was gefällt

Lassen Sie sich beim Smartphone-Kauf nicht durch die Vielfalt an Formfaktoren, Betriebssystemen, Applikationen und technischen Features verrückt machen - die Funktionen, die Einsatzmöglichkeiten und die Benutzerführung der verschiedenen Smartphones sind miteinander vergleichbar. Wichtig ist, dass der Nutzer mit dem gekauften Smartphone die von ihm gewünschten Anwendungen möglichst einfach ausführen kann. Dabei hilft es, wenn der Nutzer in der Nähe ein Handy-Geschäft hat, in dem er eingeschaltete Geräte auch ausprobieren kann - dies ist leider nur selten der Fall. Einen näheren Eindruck über aktuelle Smartphones vermitteln auch unsere Handy-Testberichte. Ein letzter Tipp: Rechnen Sie vorher nach, ob der Handy-Kauf mit oder ohne Vertragsabschluss in einem Mobilfunktarif die günstigere Variante ist.

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