Ratgeber

Ratgeber: Darauf müssen Sie beim Smartphone-Kauf achten

Formfaktoren, Betriebssysteme, Applikationen und technische Features
Von Björn Brodersen

Neben der Größe gibt es weitere Unterschiede bei den Displays: Eine hohe, in Pixel angegebene Auflösung sorgt dafür, dass auch kleinere Inhalte lesbar angezeigt werden. OLED- oder AMOLED-Displays belasten den Akku weniger als die weit verbreiteten TFT-Displays bzw. LCDs und bieten gleichzeitig hellere, kräftigere und kontrastreichere Farben. Die Messlatte setzt hier das auf dem Mobile World Congress gezeigte Samsung Wave S8500, dessen Super-AMOLED-Display selbst aus spitzem Winkel ablesbar bleibt. Und wer sein Smartphone häufig ungeschützt in (Hosen-)Taschen verstaut, greift besser zu einem Gerät mit kratzfester Display-Oberfläche - Fingerabdrücke und andere Fettflecken auf dem Bildschirm sind dagegen bei jedem Touchscreen unvermeidlich. Blackberry Storm2 9520 Blackberry Storm2 9520
Foto: RIM

Seit dem Marktstart des Apple iPhone, das bei Scherenbewegungen der Finger Bilder und Browseransichten vergrößert oder verkleinert, ist auch das sogenannte Multitouch bei manchen Nutzern sehr gefragt. Allerdings unterstützen bislang nur wenige andere Touchscreen-Smartphones dieses Feature, teilweise auch erst nach Software-Upgrade. Wenn dagegen von einem kapazitiven Touchscreen eines bestimmten Handsets die Rede ist, kann das Gerät nur mit Fingereingaben auf dem Bildschirm bedient werden - das eignet sich nicht bei kleinen Menü- und Auswahlfenstern oder schmalen Scrollbalken, wie sie zum Beispiel bislang noch bei Windows-Mobile-Smartphones vorkommen. Das ist einer der Gründe, warum Hersteller wie HTC (Sense) oder Samsung (TouchWiz) ihren Windows-Mobile-Smartphones noch eine spezielle Benutzeroberfläche überstülpen, die eine komfortablere Fingerbedienung erlauben. Smartphones mit einem resistiven und mit einer Kunststofffolie überzogenen Touchscreen, der auf Druck und nicht auf Spannungs-Veränderungen reagiert, können mit Eingaben sowohl per Finger als auch mit einem Stylus bzw. Stift bedient werden.

Der Vorteil einer echten Volltastatur

Interessenten sollten vor dem Kauf eines Touchscreen-Smartphones im Geschäft ausprobieren, wie gut der Touchscreen reagiert und ob beispielsweise auch die Zeichenfelder der auf dem Bildschirm eingeblendeten virtuellen Tastaturen zum Tippen von SMS-Nachrichten und E-Mails oder zum Bearbeiten von Dokumenten auf dem Handy groß genug sind. Zum häufigen Schreiben von Nachrichten oder Texten eignet sich eher ein Smartphone mit echter Volltastatur (QWERTZ) wie auf am Computer oder dem Laptop, die sich wie beispielsweise bei manchen Blackberry-Handsets direkt unter dem Display befindet oder wie etwa bei dem Nokia N97 oder dem Samsung B7620 Giorgio Armani ausziehbar ist. Motorola Milestone Motorola Milestone
Foto: Motorola

Auch bei der Tastatur sollte der Smartphone-Käufer auf ausreichend Platz zwischen den einzelnen Tasten und deutlich spürbaren Druckpunkten der Knöpfe achten - das hilft später beim schnelleren Tippen. Während beispielsweise das Palm Pre unbestreitbar über einen tollen Touchscreen verfügt, dürfte manchem Nutzer die enge und tiefer liegende Tastatur unterhalb des Displays weniger zusagen.

Schnelle Datenraten per UMTS und HSPA

Anders als bei Einsteiger- oder Mittelklasse-Handys ist Quadband-GSM-Unterstützung bei Smartphones mittlerweile Standard. Dadurch können die Geräte weltweit in fast jedem Mobilfunknetz zum Telefonieren eingesetzt werden. Unterschiede gibt es dagegen noch bei den Übertragungsgeschwindigkeiten beim mobilen Internetzugang. Inzwischen unterstützt eigentlich jedes neuere Smartphone zumindest GPRS und EDGE, in den meisten Fällen beherrschen die Geräte auch den UMTS-Standard mit den Beschleunigern HSDPA oder HSPA, die bislang in den Netzen von T-Mobile, Vodafone und o2 für mit DSL vergleichbare Datenraten von bis zu 7,2 MBit/s im Downstream sorgen. Nicht nur für schnelle Downloads sondern auch für schnelle Uploads sorgen HSUPA bzw. HSPA. Samsung H1 Samsung H1
Foto: Samsung

UMTS-Geschwindigkeit reicht für das mobile Surfen auf normalen Webseiten aus, für den Besuch von mobilen Webseiten oder für das Übertragen von reinen Text-E-Mails reicht schon GPRS. Schnellere Datenübertragungsraten eignen sich für Downloads bzw. für den Versand größerer Datenvolumina, beispielsweise bei Musik, Fotos, Videos, Apps oder neues Kartenmaterial für die Navigation per Handy. Auch für den Einsatz des Smartphones als Modem für das mobile Surfen per Netbook oder Laptop sind UMTS, HSDPA oder HSPA sinnvoll. Nützlich ist auch eine WLAN-Schnittstelle des Smartphones: Dadurch können die Nutzer unterwegs oder zu Hause an Hotspots eine Internetverbindung per Handy aufbauen und teilweise sogar kostenlos im Internet surfen oder Daten abrufen.

Gerade wer ein Smartphone nutzt, das schnelle Datenübertragungen unterstützt, sollte auf den richtigen Datentarif achten, denn bezahlt wird meist pro übertragenem Megabyte. Zur Kostenfalle kann der Kauf eines neuen Smartphones auch dann werden, wenn das Gerät im Hintergrund ständig mit dem Internet verbunden ist, um Informationen auf dem Handy wie etwa Statusmeldungen von Netzwerk-Freunden, E-Mails, Geodaten oder Wetter-Informationen auf dem aktuellen Stand zu halten - besonders wenn sich der Nutzer im Ausland aufhält. Dies geschieht beispielsweise beim Apple iPhone, dem Palm Pre oder den Android-Handys. Auch beim automatisierten E-Mail-Abruf per Smartphone (E-Mail-Push) verbindet sich das Handy selbständig mit dem Internet und verursacht kostenpflichtige Datenübertragungen. Nützlich ist es hier, wenn sich alle Datenverbindungen deaktivieren oder nur aufs Heimatnetz begrenzen lassen. Beim E-Mail-Push-Spezialisten Blackberry gibt es dadurch allerdings kaum ein Kostenrisiko, da hier die Daten vor der Übertragung stark komprimiert werden und eine Daten-Option Voraussetzung für die Nutzung des Push-Dienstes ist.

Auf der letzten Seite unseres Ratgeber-Artikels zum Smartphone-Kauf erfahren Sie, worauf Sie bei den Multimedia-Anwendungen eines Smartphones achten sollten.

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