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Ratgeber: Darauf müssen Sie beim Smartphone-Kauf achten

Formfaktoren, Betriebssysteme, Applikationen und technische Features
Von Björn Brodersen
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Der Kauf eines Smartphones ist nach der weltgrößten Mobilfunkmesse Mobile World Congress nicht einfacher geworden: Immer wieder neue Modelle mit scheinbar immer besseren Features, immer mehr Betriebssysteme mit eigenen App-Stores und immer mehr Zusatzprogramme fürs Handy buhlen um die Gunst der Kunden. Die vielen neuen gezeigten Handys, der Zusammenschluss großer Mobilfunkbetreiber und Handy-Hersteller gegen Apple und iTunes, die neuen Betriebssysteme Bada von Samsung und Brew MP von Qualcomm sowie Nokias überraschender Schwenk von Maemo auf Meego zeigen, wie schnelllebig der Smartphone-Markt ist. Ratgeber Smartphone-Kauf

Man kann jedoch auch anders herum argumentieren und sagen: Die Wahl eines neuen Smartphones fällt immer leichter, denn die verschiedenen Geräte und Betriebssysteme gleichen sich in ihren Funktionen und in der Benutzerführung immer mehr an. Das von vielen als überholt und schwerfällig kritisierte Smartphone-Betriebssystem von Microsoft steht beispielhaft für diesen Trend: Ausgelegt für die Bedienung über den Touchscreen, personalisierbare Homescreens, schnelle Zugriffsmöglichkeiten auf Multimedia- und Online-Dienste, die Integration von sämtlichen Kommunikations-Vorgängen mit den einzelnen Kontakten in einer Ansicht und automatische Aktualisierungen von Statusmeldungen und Informationsdiensten über sogenannte Hubs oder Widgets - nichts davon wird bei Windows Phone 7 fehlen.

Microsoft ist allerdings nur einer der letzten Betriebssystem-Entwickler, der auf die vor Jahren von Apple vorgegebene Linie umgeschwenkt ist. Andere Plattformen wie Android, Symbian und webOS zeichnen sich schon länger durch vergleichbare Features aus. Wir zeigen Ihnen, wie wichtig die Wahl des Betriebssystems beim Smartphone-Kauf ist und welche anderen Kriterien beachtet werden sollten.

Das Betriebssystem und die Apps

HTC HD2HTC HD2 Das Betriebssystem ist das Kernstück eines jeden Smartphones und entscheidet, wie das Mobilgerät bedient wird und wie viele bzw. welche zusätzlichen Applikationen auf Wunsch zur Auswahl stehen. Wer mit einem Betriebssystem zufrieden ist, bleibt diesem häufig auch beim nächsten Handy-Kauf treu, so dass er sich nicht umgewöhnen muss und auch auf dem neuen Gerät von Beginn wie aus dem Effeff auskennt. Allerdings legen alle Entwickler Wert darauf, dass sich Smartphones, die unter ihrem Betriebssystem laufen, möglichst intuitiv bedienen lassen. In der Regel sollte man also jedes Smartphone nach einer kurzen Eingewöhnungsphase gut bedienen können.

Auch die bloße Zahl an verfügbaren Applikationen im entsprechenden AppStore sagt noch nichts über die Qualität eines Smartphone-Betriebssystems aus. Und eine Zusatzanwendung, die sich heute in einem App-Store findet, wird in vielen Fällen morgen auch in einem anderen zu finden sein. Beispiel Navigation: Zu den kostenlosen Ovi Karten von Nokia gibt es bald eine vergleichbare Alternative mit Google Maps. Entscheidend ist also sowohl bei der Art der Bedienung als auch bei den Zusatzprogrammen, was dem Nutzer persönlich besser gefällt. Wer mehr in diese Materie einsteigen möchte, liest am besten unseren ausführlichen Hintergrundartikel zur Wahl des mobilen Betriebssystemen.

Der Prozessor und die Arbeits-Geschwindigkeit

Apple iPhone 3G SApple iPhone 3G S Für echte Frustration können dagegen häufige Systemabstürze oder schwerfällige und langsam arbeitende Programme sorgen. Hier schaffen schnelle Prozessoren Abhilfe. Hier gilt: Je mehr Aufgaben ein Smartphone (gleichzeitig) bewältigen muss, desto leistungsfähiger muss der Prozessor in seinem Innern sein. Aktuelle funktionsreiche Smartphones wie das Toshiba TG01, das HTC HD2 und das Google-Handy Nexus One sind zum Beispiel mit 1-GHz-Prozessoren ausgerüstet.

Wenn das Smartphone dann noch mit einem Bewegungssensor, der die Display-Ansichten je nach Ausrichtung des Handys automatisch im Hoch- oder im Querformat anzeigt, einem digitalen Kompass, der beispielsweise bei der Fußgängernavigation das Kartenmaterial in Laufrichtung des Nutzers ausrichtet, oder einem Näherungssensor, der beim Telefonieren die Display-Sperre eines Touchscreen-Handys aktiviert, um versehentliche Eingaben zu verhindern, ausgerüstet ist, bleiben dem Nutzer manche Bedienungsbefehle gleich erspart.

Großes Display oder Mini-Variante?

Bequemer lassen sich Dienste und Applikationen auf dem Smartphone nutzen, wenn das Display groß ist. Je größer der Bildschirm, desto größer natürlich auch das Handy an sich - das ist nicht Jedermanns Geschmack, und in die Hosentasche passen solche Geräte auch nicht mehr. Deshalb gibt es inzwischen von etlichen aktuellen Smartphones auch eine kleinere "Mini"-Version, zuletzt präsentierten zum Beispiel Sony Ericsson auf dem Mobile World Congress das X10 mini und das X10 mini pro sowie LG das GD880 Mini. Es empfiehlt sich, vor dem Kauf zu überprüfen, mit welcher Größe von Display man selbst gut zurechtkommt, zum Beispiel indem man sich das eingeschaltete Handy im Fachhandel vorführen lässt.

Auf der folgenden Seite lesen Sie mehr über verschiedene Display-Technologien, den Vorteil von echten Volltastaturen und schnelle Datenübertragungen fürs mobile Internet.

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