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Test: Samsung Galaxy Watch 4 als Radio am Handgelenk

Den Radioplayer.de gibt es jetzt auch für Smart­wat­ches, die auf WearOS basieren. Wir haben die App auf der Samsung Galaxy Watch 4 auspro­biert.

Im Herbst 2021 ist die Samsung Galaxy Watch 4 (Classic) als erste Smart­watch auf den Markt gekommen, die das neue Betriebs­system WearOS 3 an Bord hat. Samsung erwei­tert das Google-Betriebs­system mit seiner eigenen One-UI-Benut­zer­ober­fläche. Das Menü der aktu­ellen Smart­wat­ches von Samsung ähnelt dem der früheren Uhren des korea­nischen Herstel­lers, die noch das Tizen OS an Bord hatten.

Da sich unter der Haube aber eine neue, mit Tizen nicht kompa­tible Firm­ware befindet, war das App-Angebot direkt nach der Markt­ein­füh­rung der Samsung Galaxy Watch 4 (Classic) noch recht klein. Ameri­kani­schen Medi­enbe­richten zufolge sind die neuen Smart­wat­ches von Samsung ein voller Erfolg. App-Entwickler reagieren und bieten immer mehr Anwen­dungen mitt­ler­weile auch für WearOS 3 und somit für die aktu­ellen Smart­wat­ches von Samsung an.

Down­load aus dem Google Play Store

Radioplayer auf der Samsung Galaxy Watch 4 Classic Radioplayer auf der Samsung Galaxy Watch 4 Classic
Foto: teltarif.de

Datenblätter

Die App des Radioplayer.de war bereits für die Tizen-Smart­wat­ches von Samsung verfügbar. Seit einigen Tagen steht die Anwen­dung auch in einer für WearOS 3 bestimmten Version im Google Play Store zum Down­load bereit. Wir haben eine Samsung Galaxy Watch 4 Classic zum Webradio-Empfänger am Hand­gelenk umfunk­tio­niert und die Radioplayer.de-App instal­liert.

Wichtig: Die Instal­lation muss über den Google Play Store für die Smart­watch durch­geführt werden. Am Smart­phone wird über eine Suche im Google Play Store nur die für Handys und Tablets bestimmte Version der Inter­net­radio-Anwen­dung gefunden. Die Instal­lation war inner­halb weniger Sekunden erle­digt. Danach tauchte das Radio­player-Logo als neuer Menü­punkt im App-Menü der Samsung Galaxy Watch 4 Classic auf. Webradio-Empfang mit der Samsung-Smartwatch Webradio-Empfang mit der Samsung-Smartwatch
Foto: teltarif.de

Darum fordert die App den Standort-Zugriff an

Beim ersten Starten der Anwen­dung nach der Instal­lation fordert der Radio­player den Zugriff auf den Gerä­testandort an. Das ist zumin­dest für den Fall wichtig, dass auch das Menü für Programme "In der Nähe" funk­tio­nieren soll. Die Sender­liste wird hierfür über den Zugriff auf den Standort des Nutzers zusam­men­gestellt. Nach Frei­gabe der Stand­ort­daten landeten wir im Haupt­menü der Radio­player-App.

Das Menü ist über­sicht­lich gestaltet. Inter­essenten können nach Programmen gezielt suchen oder hierfür ein alpha­betisch sortiertes Verzeichnis durch­gehen. Radio­sta­tionen, die häufiger genutzt werden, können als Favo­riten hinter­legt werden, um deren Auffind­bar­keit zu verbes­sern. Über ein weiteres Menü werden die jeweils zuletzt gehörten Programme aufge­listet, sodass diese auf "virtu­ellen" Knopf­druck erneut zur Verfü­gung stehen.

Weitere Such­mög­lich­keiten gibt es nach Genres, nach beliebten Programmen und Empfeh­lungen der Redak­tion. Über einen weiteren Menü­punkt sind Podcasts der Radio­sta­tionen verfügbar, die sich am Radio­player betei­ligen. Das sind neben den öffent­lich-recht­lichen Rund­funk­anstalten die meisten Privat­radios und einige Programme, die ausschließ­lich via Internet zu empfangen sind.

Optionen im Menü "Einstel­lungen"

Ein Unter­menü steht für Einstel­lungen zur Verfü­gung. Hier gibt es die Option, ausschließ­lich Streams in hoher Qualität zu nutzen. Stan­dard­mäßig greift die Radio­player-App auf möglichst schmal­ban­dige Streams zurück, die zwar Daten­volumen sparen, aber oft schlechter klingen als höher­wer­tige Streams. Manche Programme bieten den schmal­ban­digen Stream außerdem nur in Mono an.

Der Exynos-Prozessor der Samsung Galaxy Watch 4 (Classic) sorgt dafür, dass sich die Radio­player-App sehr flüssig bedienen lässt. Die Navi­gation durch die Menüs ist intuitiv möglich und auch die Wieder­gabe der ausge­wählten Radio­sta­tion klappt gut. Der ausge­wählte Sender wird entweder über mit der Smart­watch verbun­dene Blue­tooth-Head­sets oder direkt über den Laut­spre­cher der Uhr wieder­gegeben. Oldie Antenne ist ein neuer Spartenkanal von Antenne Bayern Oldie Antenne ist ein neuer Spartenkanal von Antenne Bayern
Foto: teltarif.de

Internet fürs Strea­ming über Blue­tooth, WLAN oder LTE

Der für den Webradio-Empfang greift die Smart­watch auf den ohnehin vorhan­denen Internet-Zugang zurück. Das ist stan­dard­mäßig die Blue­tooth-Verbin­dung zum Smart­phone. Alter­nativ kann auch WLAN genutzt werden, sofern ein Hotspot in der Nähe ist. Bei der Vari­ante der Samsung Galaxy Watch 4 (Classic) mit Mobil­funk-Modem reicht auch die in der Uhr inte­grierte eSIM aus, sofern diese akti­viert wurde und die Smart­watch im LTE- (oder UMTS-)Netz einge­bucht ist.

Mit dem Mobil­funk-Modem wird die Samsung Galaxy Watch 4 (Classic) zum mobilen Inter­net­radio-Empfänger, der auch unab­hängig davon funk­tio­niert, ob die Uhr gerade mit dem Smart­phone verbunden ist. Nutzer sollten frei­lich den beim Strea­ming anfal­lenden Daten­ver­kehr berück­sich­tigen und sich darüber im Klaren sein, dass die Webradio-Nutzung für einen deut­lich schneller leer werdenden Akku sorgt. Programm-Auswahl nach Genres Programm-Auswahl nach Genres
Foto: teltarif.de

Laut­stärke-Regu­lie­rung über dreh­bare Lünette

Über die dreh­bare Lünette der Samsung Galaxy Watch 4 (Classic) kann die Laut­stärke der Inter­net­radio-Wieder­gabe regu­liert werden. Zudem funk­tio­niert die Inter­net­radio-Wieder­gabe auch dann, wenn die Radio­player-App gerade nicht geöffnet ist, sondern im Hinter­grund läuft. Im Test von teltarif.de lief das Strea­ming über die Smart­watch auch über einen längeren Zeit­raum sehr stabil.

Anders als mit der Samsung Galaxy Watch 3 mit Tizen-Betriebs­system hatten wir im Test zu keinem Zeit­punkt den Eindruck, dass die Perfor­mance von Hard- und Soft­ware der Uhr an ihre Grenzen kommt. Auch bei Hinter­grund­betrieb lief die Inter­net­radio-Wieder­gabe sehr stabil. Aussetzer waren nicht zu beob­achten.

Einziger Wermuts­tropfen: Der Radioplayer.de bietet nach wie vor keine Möglich­keit, einen Account einzu­richten, über den sich die Favo­riten über mehrere Geräte wie Smart­phone, Tablet und Smart­watch hinweg synchro­nisieren. Insbe­son­dere auf dem recht kleinen Display einer Uhr ist die Einrich­tung einer Favo­riten­liste etwas mühsam. Zudem muss jede Ände­rung erneut auf allen Geräten vorge­nommen werden, auf denen die App zum Einsatz kommt.

In einer weiteren Meldung haben wir über unseren Test des Radioplayer.de auf der Apple Watch berichtet.

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