Internetradio

Radioplayer sucht Schulterschluss mit weiteren Autobauern

Die Radioplayer Deutschland GmbH will bei weiteren Autobauern das Radioportal stellen. Das terrestrische Digitalradio DAB+ sieht man nicht als Konkurrenten, sondern als ideale Ergänzung im Rahmen des digitalen Hörens.
Vom Change Media Tasting in Stuttgart berichtet
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Die Radioplayer-AppDie Radioplayer-App Die Radioplayer Deutschland GmbH will ihre Zusammenarbeit mit der Automobilindustrie intensivieren, um das Radioplayer-Portal ins Dashboard der Fahrzeuge zu integrieren. Seit dem vergangenen Jahr füttern die Radioplayer-Daten viele Audi-Modelle und sollen künftig sukzessive in weitere Modelle der Audi- und Volkswagen-Gruppe integriert werden. Das kündigte Radioplayer-Geschäftsführerin Caroline Grazé auf dem Branchenevent "Change Media Tasting" in Stuttgart an. Wie sie erläuterte, seien die Verhandlungen aber recht zäh: "Die Autohersteller tun sich bei diesem Thema schwer".

"DAB+ bringt uns weiter"

Grazé lobte das Modell von Audi. Hier wählt der Kunde sein Wunschprogramm aus und das Radio sucht den aktuell besten zur Verfügung stehenden Verbreitungsweg. Je nach Verfügbarkeit des Signals wählt das Car Hifi System automatisch UKW, DAB+ oder den Internetstream.

Von dem Glaubenskrieg rund um die Verbreitungswege hält sie generell nichts: "UKW, DAB+ und Streaming müssen zusammenarbeiten. Dem Kunden geht es um die Inhalte und nicht darum, auf welchem Verbreitungsweg das Radioprogramm zu ihm kommt." Sie geht sogar noch einen Schritt weiter: "Wir lieben DAB+, weil es uns weiterbringt".

Im Rahmen des hybriden Modells wählt auch das Smartphone LG Stylus 2 über die Radioplayer-App bei Verfügbarkeit terrestrischen Radioempfang über DAB+ und spart damit Datenvolumen. Weitere Mobiltelefone mit integriertem DAB+-Empfang gibt es aber nach wie vor nicht.

Ende des Radios mit Knöpfchen

Mittelfristig sieht Caroline Grazé ein Ende des "Radios mit Knöpfchen" kommen, es sei denn es handelt sich bei den Radio-Käufern um Befürworter von DAB+. Bis Ende 2018 könnten rund vier Millionen Smart Speaker in deutschen Haushalten stehen, was ihrer Meiunung nach gleichbedeutend sei mit vier Millionen Radioempfängern. Der Skill für Alexa werde dabei äußerst akribisch programmiert. Am Beispiel des Stuttgarter Privatradios "Die neue 107.7" zeigte sie auf, dass zahlreiche Abfrage-Varianten - auch fehlerhafte - dennoch zum gewünschten Ergebnis führen. Das hebe den Radioplayer auch von der internationalen Konkurrenz wie dem Portal TuneIn ab. Zudem gebe es den Vorteil, dass der Radioplayer ein Produkt direkt aus der Branche sei.

Für die Zukunft sieht sie die Integration des Radios und damit des Radioplayers in zahlreiche weitere Devices und nannte beispielsweise Kühlschränke mit Display oder Voice-Funktion.

Über 1200 Sender auf unterschiedlichen Devices

Die Radioplayer Deutschland GmbH betreibt mit radioplayer.de den gemeinsamen Aggregator der öffentlich-rechtlichen wie privaten Radiosender Deutschlands. Als Non-Profit-Unternehmen verfolgt der Radioplayer das Ziel, seinen Hörern auf ihren vielen verschiedenen Endgeräten das beste Nutzungserlebnis zu bieten und den Radiosendern ihre Arbeit zur dauerhaften Verfügbarkeit auf allen Verbreitungswegen zu erleichtern.

Aktuell seien über 1200 Sender direkt im Web via Browser, mobil auf allen gängigen Applikationen und Wearables, über Amazon Alexa und auch über das DVB-T2 Portal von freenet TV Connect, über die Sonos-Lautsprecher und die bekanntesten SmartTV-Geräte verfügbar.

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