Digital-Radio

DAB+: Der aktuelle Standard für digitales Radio

DAB+ ist der aktu­elle Stan­dard für digi­tales Radio - wir liefern aktu­elle News zum regio­nalen und deutsch­land­weiten Ausbau von DAB+ sowie zu neuen DAB+-Radios.

DAB+ ist der aktu­elle Stan­dard für digital-terres­tri­sches Radio über Antenne in Deutsch­land und weiten Teilen Europas. Auch in Ländern außer­halb des euro­päi­schen Konti­nents kommt DAB+ zum Einsatz, beispiels­weise in Austra­lien, Alge­rien oder Oman.

Mehr Programme pro Multi­plex

Als Weiter­entwick­lung von DAB zeichnet sich DAB+ durch eine höhere Komprimierungs­rate und damit die Möglich­keit aus, mehr Programme bei glei­cher Qualität zu über­tragen. DAB+ nutzt dabei zumeist MPEG-4 HE-AAC oder MPEG-4 AAC-LC als Kodierungs­standard. Dank höherer Sende­leis­tungen gehört die beim alten DAB+-Stan­dard bekannte Empfangs­pro­ble­matik in Gebäuden der Geschichte an.

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Logo: Digitalradio Deutschland / krix.fm
In einen Multi­plex passen im Schnitt 14 bis 18 Radio­pro­gramme - abhängig von Daten­rate und Fehler­schutz. Durch diese beiden Para­meter können Klang­qua­lität und tech­nische Reich­weite beein­flusst werden. Damit ist DAB+ auch erheb­lich kosten­güns­tiger als der klas­sische analoge UKW-Hörfunk, der pro Frequenz nur ein Programm trans­por­tieren kann.

DAB+ ist trotz der Unter­schiede abwärts­kompatibel zu DAB, sodass entspre­chende Radios auch DAB-Programme wieder­geben können. Während der alte DAB-Stan­dard in Deutsch­land inzwi­schen gar nicht mehr im Einsatz ist, gibt es Über­tra­gungen in diesem Verfahren noch beispiels­weise in Groß­bri­tan­nien oder Spanien. DAB+ ermög­licht zudem, genau wie DAB, die Über­tragung von ergän­zenden Infor­mationen zum Hörfunk-Programm in Form von Texten oder Bildern.

Meilen­steine für DAB+ in Deutsch­land

In Deutsch­land ermög­licht DAB+ erst­mals die flächen­deckende Ausstrah­lung von natio­nalen Radio­sen­dern über Antenne. Im ersten natio­nalen Multi­plex, der inzwi­schen bis auf wenige Lücken in ganz Deutsch­land empfangen werden kann, werden vier Programme des öffent­lich-recht­lichen Deutsch­land­radio und neun Privat­sender verbreitet. Das Bouquet ist am 1. August 2011 gestartet.

Weitere 14 Privat­radios (bis zu 16 geplant) sind im zweiten natio­nalen Multi­plex zu hören, der am 1. Oktober 2020 auf Sendung ging und vorrangig in den Ballungs­räumen und entlang der wich­tigsten Verkehrs­wege zu hören ist. 83 Prozent der Fläche Deutsch­lands sowie mehr als 67 Millionen Menschen werden hier­über versorgt.

Darüber hinaus ist pro Region mindes­tens ein regio­naler Multi­plex der zustän­digen ARD-Anstalt sowie in den meisten Regionen auch mindes­tens ein lokaler oder regio­naler Multi­plex mit Privat­radios zu hören. In einigen Bundes­län­dern wie Rhein­land-Pfalz oder Bayern nutzen die zustän­dige ARD-Anstalt und Privat­radios auch gemein­same Multi­plexe.

Digi­tal­radio­pflicht seit Ende 2020

Seit dem 21. Dezember 2020 müssen Radios in Neuwagen den Empfang und die Wieder­gabe von digital-terres­tri­schem Radio, also DAB+, ermög­lichen. Auch für statio­näre Radio­geräte mit Display gilt seither die Digi­tal­radio­pflicht (DAB+ oder IP), wenn sie den Sender­namen anzeigen können (RDS-Funk­tion).

Inzwi­schen gibt es eine statt­liche Anzahl von mehreren Hundert Geräte-Modellen im Handel - von einfa­chen Pocket-Empfän­gern und trag­baren Radios ab 20 Euro bis hin zu High-End-Tunern, die mehrere Tausend Euro kosten. DAB+-Radios haben inzwi­schen selbst den Weg zu Discounter oder Kaffee­röster gefunden und sich als Stan­dard etabliert.

Schlep­pender Start

Das war nicht immer so. Vor allem in den ersten Jahren setzte sich DAB+ nur sehr schlep­pend durch. In vielen Bundes­län­dern blockierte die Medi­enpo­litik eine Etablie­rung des digital-terres­tri­schen Radios, um regio­nale Anbieter vor Konkur­renz zu schützen.

Vor allem bestehende UKW-Privat­radio-Platz­hir­sche, die den Stan­dard eben­falls lange ablehnten, haben dank DAB+ nun wesent­lich mehr Mitbe­werber im Hörfunk­markt. Der Frequenz­mangel auf UKW schützte sie lange vor dieser Konkur­renz.

Inzwi­schen hat sich das Blatt jedoch gewendet, viele etablierte Privat­sender nutzen DAB+ inzwi­schen sowohl zur Reich­wei­ten­stei­gerung bestehender Programme als auch zur Etablie­rung neuer Wellen, und inves­tieren nun auch ins Marke­ting beim digital-terres­tri­schen Radio, anstatt es totzu­schweigen.

Kombi­geräte für DAB/DAB+, Internet-Radio und UKW

Wer sich für digi­tales Radio inter­essiert, kann auch auf soge­nannte Kombi-Geräte setzen. So sind Radios verfügbar, die nicht nur DAB/DAB+ unter­stützen, sondern gleich­zeitig auch das mittler­weile popu­läre Internet-/WLAN-Radio sowie klas­sischen UKW-Empfang bieten.

teltarif.de berichtet konti­nuier­lich über die Entwick­lungen im DAB/DAB+-Sektor: So zeigen wir Ihnen alles rund um Endge­räte, die Entwick­lung der Übertragungs­standards und die ange­botenen Programme.

Als zukünf­tige Über­tragungs­technik für mobile Geräte wird momentan auch 5G Broad­cast entwi­ckelt.

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