UKW

Media Broadcast hat alle UKW-Sendeanlagen verkauft

Der bisherige Netzbetreiber Media Broadcast hat laut eigenen Angaben in einem mehrstufigen Verkaufsprozess für alle ihre UKW-Antennen Käufer gefunden. Damit ist die Zukunft der alten, aber offenbar immer noch alternativlosen analogen Radiotechnik in Deutschland gesichert.
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Der Weiterbetrieb von UKW in Deutschland ist gesichertDer Weiterbetrieb von UKW in Deutschland ist gesichert Die Zukunft der analogen UKW-Radiotechnik in Deutschland ist gesichert. Der bisherige Netzbetreiber Media Broadcast hat laut eigenen Angaben in einem mehrstufigen Verkaufsprozess für alle ihre UKW-Antennen Käufer gefunden. Der nahtlose Fortbestand der UKW-Verbreitung in Deutschland sei dadurch sichergestellt. Damit beende das Unternehmen den Verkauf ihrer UKW-Infrastruktur in Deutschland und werde sich zukünftig auf modernere, digitale Übertragungsplattformen für Radio und Fernsehen wie DAB+ und DVB-T2 sowie Serviceleistungen konzentrieren.

Am 15. Dezember 2017 endete planmäßig die letzte Phase des Verkaufsprozesses mit dem Ende der Versteigerung. Nachdem offenbar mehrere Investoren die Anlagen erworben haben, will Media Broadcast die nächsten Schritte eng mit diesen abstimmen, um einen ordnungsgemäßen Übergang im Sendebetrieb sicherzustellen und die Übergabe der technischen Anlagen planmäßig vorzubereiten. Diese soll bis Ende März 2018 abgeschlossen sein.

Hat der große unbekannte Investor zugeschlagen?

Media Broadcast will nach Abstimmung mit den Käufern die betroffenen Marktteilnehmer im Januar darüber informieren, wer die von ihnen genutzten Antennen erworben hat. Ab dann seien die Käufer Ansprechpartner für Radioveranstalter und Sendernetzbetreiber, die ihre Programme über UKW verbreiten, beziehungsweise UKW-Sendernetze betreiben. Theoretisch kann es möglich sein, dass ein Radioveranstalter künftig mit mehreren Unternehmen Verträge abschließen muss, je nachdem, ob mehrere Käufer die unterschiedlichen Sender und Antennen in den einzelnen Bundesländern erworben haben.

In der Branche wird schon seit längerem über einen bisher unbekannten Investor spekuliert, der die Infrastruktur von Media Broadcast erwerben könnte. Spätestens Anfang 2018 sollte dann feststehen, wer der oder die Käufer sind. Zur Sicherstellung eines reibungslosen Übergangsprozesses wolle Media Broadcast beide Seiten unterstützen und weiterhin Servicedienstleistungen im Bereich von Sendertechnik, Antennenwartung und Netzdienstleistungen anbieten.

Dass es mehrere Käufer für die Sender und Antennen gibt, wurde bereits im Vorfeld der nun abgeschlossenen eAuktion bekannt. So hat in Bayern die Bayerische Medien Technik GmbH (bmt), ein Tochterunternehmen der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) und des Bayerischen Rundfunks (BR), ein Großteil der Anlagen erworben. In Rheinland-Pfalz und Niedersachsen haben die Privatsender Rockland Radio und Radio 21 die Sendeanlagen selbst gekauft. "Wir freuen uns, dass wir den geordneten Veräußerungsprozess mit dem Verkauf aller UKW-Antennen abschließen konnten", kommentierte Wolfgang Breuer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Media Broadcast, den Abschluss der Verkaufsphase. Zu finanziellen Details des gesamten Verkaufsprozesses haben alle Parteien Stillschweigen vereinbart.

UKW ist alternativlos - noch

UKW ist eine eigentlich technisch veraltete und schon lange nicht mehr zeitgemäße analoge Funktechnik. Der Betrieb von UKW-Anlagen ist im Vergleich zu digitalen Verfahren wie DAB+ immens teuer, da auf einer Frequenz nur ein Hörfunkprogramm ausgestrahlt werden kann. Das UKW-Band ist zudem restlos überfüllt und daher äußerst störanfällig durch Interferenzen.

Viele Veranstalter sehen UKW aber nach wie vor als alternativlos an, da die Politik bisher kaum Anstalten macht, die analoge Technologie abzuschalten und die Bevölkerung daher kaum Notwendigkeit sieht auf digitale Radiowege umzusteigen und alte Radios auszutauschen. Noch immer handelt es sich bei einem Großteil der im Handel verkauften Radios um rein analoge Modelle.

Fast 70 Prozent der Deutschen hören bevorzugt Radio über UKW, knapp acht Prozent nutzen bevorzugt Internetradio. Das terrestrische Digitalradio DAB+, das ein weit größeres Angebot als UKW bieten kann und zudem rauschfrei ist, wird trotz langsamem Wachstum nur von fünf Prozent der Deutschen bevorzugt genutzt.

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