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Teures UKW: Sender drehen unwirtschaftliche Frequenzen ab

Die Preiserhöhungen im UKW-Bereich nach der Einigung im Antennenstreit zwingen Radioveranstalter zum Sparen, da einige Sendestandorte unwirtschaftlich werden. Das hessische harmony.fm hat jetzt drei Frequenzen abgeschaltet und empfiehlt als Ersatz DAB+ und die App.
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Die Preiserhöhungen im UKW-Bereich nach der Einigung im Antennenstreit zwingen Radioveranstalter zum Sparen, da einige Sendestandorte unwirtschaftlich werden. So hat die hessische Radio/Tele FFH GmbH jetzt erstmals UKW-Frequenzen abgeschaltet. Es betrifft den Ableger harmony.fm: Deren UKW-Frequenzen 88,3 MHz in Eschwege, 104,5 MHz in Rotenburg/Fulda und 93,2 MHz in Idstein/Glashütten wurden am 1. August dauerhaft abgeschaltet, wie der Sender inzwischen auch bestätigt. Der Anbieter empfiehlt den Wechsel auf das digital-terrestrische Radio DAB+. Hier sendet harmony.fm seit Juli für weite Teile Nord- und Osthessens im Kanal 6A. In Mittel- und Südhessen ist das Privatradio im Kanal 11C zu hören. Alternative sei die kostenlose harmony.fm-App.

DAB+: Wesentlich mehr Reichweite zu geringeren Kosten

Die App als eine Alternative: harmony.fm trennt sich von teuren UKW-FrequenzenDie App als eine Alternative: harmony.fm trennt sich von teuren UKW-Frequenzen Bereits zum Jahresanfang hatte sich der Hessische Rundfunk (hr) von einigen UKW-Frequenzen an Standorten, wo man sich teuer einmieten musste, zurückgezogen. Außerdem musste sich der nichtkommerzielle Lokalsender RundFunk Meißner (RFM) von zwei Frequenzen trennen. Es könnten viele weitere Standorte folgen. Reich­weiten­schwache Low-Power-Frequenzen sind oft vergleichsweise teuer, vor allem, wenn es am Sendemast keine weiteren Rundfunk-Mieter gibt und der Veranstalter die Mietkosten alleine zahlen muss. Inzwischen gilt DAB+ als die preisgünstigere Alternative: Eine großflächige, regionale Versorgung mit wesentlich höherer technischer Reichweite ist beim digital-terrestrischen Radio oft günstiger als die Ausstrahlung über eine einzelne UKW-Low-Power-Frequenz. Und die Zahl der erreichbaren Hörer mit Digitalradio-Gerät hat inzwischen eine kritische Schwelle übersprungen, sodass es sich auch wirtschaftlich für die Anbieter rechnet.

Veranstalter setzen auf Eigenbetrieb von Antennen und Sendern

Es gibt aber auch andere Lösungen: Mehrere Veranstalter setzen im UKW-Bereich auf einen Eigenbetrieb und machen sich damit unabhängig von Antennen- und Senderstandortmieten. Beispiele sind Radio Saarschleifenland (Sendestandort Mettlach) und Cityradio Trier (Sendestandort Bitburg), ein Sender der privaten Radio Group. "Dieser Prozess bietet uns neben der Vereinheitlichung der Infrastruktur auch die Möglichkeit, über alternative Senderstandorte nachzudenken", so Radio Group Geschäftsführer Stephan Schwenk. "Gerade vor dem Hintergrund, dass die Deutsche Funkturm GmbH, also die Firma, der die Sendetürme und Masten zum größten Teil gehören, auch an einen Verkauf Ihrer Infrastruktur denkt, wollen wir unabhängiger sein. Der Verkauf der Radioantennen an Investoren hat bereits vielerorts zu deutlichen Preissteigerungen geführt; bei einem Verkauf der Türme ist gleiches zu befürchten. Daher wollen wir auf alternative Standorte, wie Hochhäuser oder Werbemasten setzen".

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