Smart Speaker

Echo, Google Home & Co.: Radioanbieter fordern Regulierung

Hörfunkveranstalter sehen Smart Speaker einerseits als Radiogeräte der Zukunft. Die Möglichkeit besteht, dass Echo und Co. bald in vielen Wohnungen das Küchen- und Badradio sowie den Radiowecker ersetzen. Doch die Veranstalter haben andererseits auch die Befürchtung, auf den Geräten nicht mehr aufgefunden zu werden und fordern daher eine Regulierung.
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Radioveranstalter fordern Regulierung für Echo und Co.Radioveranstalter fordern Regulierung für Echo und Co. Sprachgesteuerte Audiodienste und Endgeräte wie Smart Speaker verzeichnen einen wachsenden Erfolg bei den Nutzern und einer steigenden Zahl von Radiohörern. Doch die neuen Angebote unterliegen einer nur unzureichenden Regulierung. Das Radio könnte nicht primär aufgefunden werden, wenn sogenannte Gatekeeper ihre eigenen Dienste präferieren - Beispiel Amazon Prime Music auf den Echos. "Die Entstehung von Gatekeepern kann zur Gefahr für die Vielfaltssicherung in der deutschen Medienlandschaft werden", warnte Klaus Schunk, Vorsitzender des Fachbereichs Radio und Audiodienste im Privatradioverband VAUNET und Geschäftsführer von Radio Regenbogen, auf dem Panel "OK Radio, finde die Morningshow: Welche Rolle spielen sprachbasierte Plattformen und Endgeräte für die Zukunft des Radiohörens?" im Rahmen der Medientage München.

Lizenzierte Radiosender auf sprachbasierten Plattformen

"Es muss gehandelt werden, bevor Gatekeeper zu Mautstationen werden. Die Medienpolitik muss präventiv den Zugang und die Auffindbarkeit lizenzierter Radiosender auf sprachbasierten Plattformen sicherstellen. Wir dürfen nicht darauf warten, dass wir ausgeschlossen werden." Schunk forderte, dass hierfür Kriterien transparent offengelegt werden müssen. Dies sei erforderlich, um nachhaltige Kooperationen mit Audiosystemen zu ermöglichen. Würden die Radioprogramme auf sprachbasierten Plattformen nicht mehr gefunden, warnte Schunk, hätte dies massive Auswirkungen auf deren Geschäftsmodelle und damit letztlich auf die Vielfalt des Angebotes für die Hörer.

"Kein anderes Medium hat eine so hohe Akzeptanz wie Radio”, betonte Schunk. "Unsere Programme bieten mit ihren nationalen Angeboten sowie insbesondere ihren regionalen und lokalen Programmen einen umfassenden Public Value."

Sprachassistenten im Medienstaatsvertrag berücksichtigen

Thomas Fuchs, Direktor der Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein (MA HSH), zeigte großes Verständnis für diese Forderungen und appellierte: "Sprachassistenten sollten im Rahmen der Plattformregulierung des Medienstaatsvertrages berücksichtigt werden. Wir sollten weiterhin sehr intensiv im Dialog sein. Denn unabhängig davon, wie die Gesetzeslage ist, werden wir zur Beurteilung von Problemfällen konkrete Verfahren zu konkreten Verstößen brauchen." Solche Verfahren seien nötig, um eine Lösung und einen angemessenen Interessenausgleich der Betroffenen zu finden.

Auch Kai Fischer, Mitglied des Fachbereichsvorstands Radio und Audiodienste im VAUNET und Vorsitzender der Geschäftsführung von Antenne Niedersachsen, unterstrich die Forderungen: "Bei der Regulierung für Smart Speaker ist der Gesetzgeber gefordert. Rund 1000 Eingaben haben die Länder im Rahmen ihrer Konsultation zum Medienstaatsvertrag erreicht. Das immense Interesse zeigt eindrucksvoll die Bedeutung dieses Regelungswerkes für die Branchenbeteiligten und Verbraucher”, so Fischer. “Skills müssen erkennbar sein. Wir brauchen klare Regelungen zu Must-Carry und Must-Be-Found."

In ihrer Analyse waren sich die Panel-Teilnehmer Thomas Fuchs, Sven Rühlicke, Geschäftsleiter Digital/Chief Digital Officer von Antenne Bayern, Thomas Kabke-Sommer, Managing Director von Crossplan Deutschland, und Kai Fischer einig: Der Markt darf nicht ohne eine adäquate Regulierung den globalen Plattformen überlassen werden.

Smart Speaker sind "zu einfach zum Scheitern"

Auf einem anderen Panel zum Thema stellte Wolfram Tech, Senior Consultant und Gesellschafter der BCI Group, die Auswirkungen der Smart Speaker auf den Hörfunk dar. Im Unterschied zur teils komplizierten Bedienung von Empfangsgeräten mit DAB+ seien Alexa und Co. komfortabel und simpel in der Steuerung: "Die Systeme sind zu einfach zum Scheitern“, betonte der Hörfunk-Berater. Das müsste aber auch den Hörfunk weiter befruchten: "In jeder Box könnte ein Radio sein."

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