Illegal?

FM-Transmitter: Das müssen Sie beim Betrieb beachten

FM-Transmitter sind von Natur aus eine sehr gute Erfindung um Musik vom Smartphone UKW-Radios zu hören. Oft betreiben Nutzer aber ohne es zu wissen einen Piraten­sender.
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Foto eines FM-TransmittersViele FM-Transmitter überschreiten trotz CE-Siegel die von der BNetzA vorgegebene Sendeleistung FM-Transmitter sind von Natur aus eine sehr gute Erfindung: Hiermit ist es beispiels­weise möglich Musik vom Smart­phone auf einer freien UKW-Frequenz im Auto- oder dem Küchen­radio zu hören, falls kein AUX-Anschluss oder Bluetooth vorhanden sind. Dennoch müssen Nutzer aufpassen, denn die Grenze zwischen Legalität und Illegalität ist bei den kleinen Geräten schnell über­schritten.

Hauptproblem: Zu hohe Sendeleistungen

Die Nutzung von FM-Transmittern ist in Deutschland erst seit 2006 erlaubt. Der Einsatz ist allerdings relativ stark eingeschränkt, denn die Bundes­netz­agentur gibt vor, dass ein solches Klein­gerät nicht mehr als 50 Nanowatt (nW) effektive Strahlungs­leistung (ERP) abgeben darf. Vor allem Geräte aus dem China-Markt erfüllen diese Vorschriften aber zumeist nicht. Wie berichtet, hatte die Bundes­netz­agentur im vergangenen Jahr den Vertrieb von sage und schreibe 744 000 FM-Transmittern untersagt. Es sind Steck­nadeln im Heuhaufen, denn viele dürften bereits im Besitz solcher illegaler UKW-Minisender sein, ohne es zu wissen.

Freilich ist es für den Nutzer nicht einfach zu erkennen, ob er sich mit dem Betrieb noch im rechtlich geschützten Rahmen aufhält. Ein einfacher Versuch wäre etwa, die Reich­weite mit einem herkömmlichen UKW-Radio auszutesten. Mit der von der Netz­agentur erlaubten Sende­leistung sollte mit der erlaubten Strahlungs­leistung das Signal nur im Nah­bereich um den Sender, also in einem Radius von rund fünf Metern auf UKW hörbar sein. Reicht es aber für die gesamte Wohnung aus oder sogar mehrere Straßen­züge weit, kann man davon ausgehen, dass man ohne es zu wissen einen Piraten­sender betreibt.

Kurztest: Ein FM-Transmitter versorgte ein ganzes Wohngebiet

Ein Schnell­test von teltarif.de mit vier UKW-Mini­sendern ergab, dass bei dreien die UKW-Signale noch in bis zu 300 Metern Entfernung hörbar waren. Mit einem Modell, das wir bei einem großen deutschen Elektro­versand erworben hatten, konnten wir das gesamte Wohn­gebiet versorgen. Nur bei einem dieser Klein­geräte endete die UKW-Reich­weite tatsächlich im gleichen Zimmer.

Hier verstößt man gleich gegen mehrere Vorschriften: Neben dem Betrieb eines Gerätes mit unerlaubter Strahlungs­leistung liegt auch bei der Verbreitung von Musik über Rundfunk ein Verstoß gegen das Urheber­recht vor.

teltarif.de liegen allerdings keine Informationen darüber vor, ob die Bundes­netz­agentur bereits aktiv gegen die Betreiber solcher Sender vorgegangen ist. Das war bisher nur der Fall, wenn der Nutzer mit dem Betrieb des Mini-Senders eine offizielle Funk­frequenz eines Hörfunk­programms gestört hat. Etwa, indem er den Sender direkt auf dieser oder einer Nachbar­frequenz betrieben hat.

Immer nach wirklich freier Frequenz Ausschau halten

Nutzer sollten also in jedem Fall vorher mit einem UKW-Radio nach einer freien Frequenz Ausschau halten. Das ist bei der heutigen starken UKW-Band­belegung oft nicht einfach. Schutz­abstände zu Ortssender-Frequenzen von mindestens 0,3 MHz sind nicht mehr einzuhalten, da das Band restlos über­füllt ist. Vor allem im Auto sollte man nur FM-Transmitter verwenden, die immer automatisch nach freien Frequenzen Ausschau halten. Nicht erlaubt ist ein Dauer­betrieb des FM-Transmitters mit einem leeren Träger. Nach dem Betrieb sollte der Kunde also den Klein­sender immer komplett vom Netz trennen.

Die Bundes­netz­agentur empfiehlt, beim Kauf von Geräten darauf zu achten, dass diese CE-gekennzeichnet sind. Doch Tests haben bereits ergeben, dass auch viele dieser Geräte ab Werk mit zu hohen Strahlungs­leistungen arbeiten. Auch unsere vier Test­modelle tragen alle das CE-Siegel.

Manipulation des Mini-Senders nicht erlaubt

Selbst­verständlich ist auch jegliche Manipulation des FM-Transmitters zur Erhöhung der Reich­weite nicht erlaubt. Wer beispiels­weise das Gerät aufschraubt, einen Metall­draht mit der Sende­antenne verbindet und nach außen leitet, macht sich strafbar.

Da es bisher keine Liste gibt, welche Geräte tatsächlich die Vorgaben der Bundes­netz­agentur einhalten, lässt man Kunden im Regen stehen. Rein rechtlich machen sich viele strafbar, denn der Besitz von UKW-Sendern mit unerlaubt hoher Sende­leistung ist in Deutschland zwar erlaubt, aber nicht deren Betrieb.

In einer Bilderstrecke haben wir für Sie aktuelle Auto-Adapter und Blackboxen für den DAB+-Empfang vorgestellt.

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