DVB-T

Kein Interesse an DVB-T-Radio in Hamburg und Schleswig-Holstein

Privatradios setzen lieber auf Internetradio

Die Medienanstalt Hamburg / Schleswig-Holstein (MA HSH) hatte im Dezember 2009 Übertragungskapazitäten für die Verbreitung von DVB-T-Hörfunkangeboten in Hamburg und Schleswig-Holstein ausgeschrieben. Damit sollte Hörfunkveranstaltern die Möglichkeit einer digitalen Verbreitung von bis zu 16 Hörfunkprogrammen in Hamburg und Schleswig-Holstein eröffnet werden.

Allerdings sei laut MA HSH das Interesse auf Seiten der Hörfunkveranstalter sehr gering ausgefallen, so dass der Medienrat aufgrund dieses Ausschreibungsergebnisses beschloss, keine Hörfunk-Zuweisung zu erteilen. Auf die Ausschreibung von DVB-T-Übertragungskapazitäten für Fernsehen und Telemedien in Hamburg vom November 2009 sind hingegen mehr Bewerbungen eingegangen, als Programmplätze verfügbar waren.

Auf seiner Sitzung am 3. März hat der Medienrat nun die Neuausschreibung dieser DVB-T-Übertragungskapazität für Fernsehprogramme beschlossen. Dafür steht ein Programmdatenstrom in den Kanälen 36 (Hamburg), 59 (Lübeck) und 57 (Kiel) zur Verfügung. Die Übertragungskapazitäten in diesen Kanälen werden gemeinsam vergeben. Die Antragsfrist endet am 19 März um 15:00 Uhr.

Radio per DVB-T könnte bald das generelle Aus drohen

Generell scheint DVB-T-Radio in Deutschland auf kein weiteres Interesse mehr zu stoßen. Die Sender setzen lieber auf das Internet zur digitalen Verbreitung ihrer Sender. Auch in Berlin hat sich das Radioangebot via DVB-T von anfangs über 30 auf aktuell nur noch acht Sender reduziert. Möglicherweise kommt bald schon das generelle Aus, denn bei der Bundesnetzagentur ging ein Antrag ein, den bisherigen Projektkanal 59 künftig mit weit höherer Leistung zu betreiben. Insider spekulieren dass der Kanal künftig nur noch für TV genutzt werden könnte und das Projekt Radio über DVB-T völlig ad acta gelegt wird.

Dementsprechend lautet auch das Fazit von Thomas Fuchs, Direktor MA HSH: "Die Resonanz auf unsere Ausschreibungen von DVB-T-Übertragungskapazitäten ist eindeutig: Für die Verbreitung von Fernsehen über DVB-T gibt es eine sehr große Nachfrage, dem steht ein offenbar fehlender Mehrwert für den Hörfunk gegenüber."

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