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Kabel-UKW-Abschaltung: Verein empfiehlt Umstieg auf DAB+

In diesem Jahr endet in vielen Bundesländern die analoge UKW-Verbreitung im Kabel. Der Verein Digitalradio Deutschland empfiehlt gleich den Umstieg aufs Antennenradio DAB+.
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Flexiblere Einsatzmöglichkeiten: Digitalradio Deutschland empfiehlt Kabelkunden den Umstieg auf DAB+Flexiblere Einsatzmöglichkeiten: Digitalradio Deutschland empfiehlt Kabelkunden den Umstieg auf DAB+ Als das analoge Satelliten- und Antennenfernsehen sowie der alte DVB-T-Standard abgeschaltet wurden, gab es Bemühungen von IPTV- oder Kabelnetzbetreibern, die Zuschauer auf andere Plattformen zu locken. Das versucht beim Hörfunk jetzt auch der Verein Digitalradio Deutschland.

In diesem Jahr endet in vielen Bundesländern der analoge Kabelempfang und damit auch die UKW-Übertragung im Kabelnetz. Damit sei laut dem Verein "für alle Radiohörer der richtige Zeitpunkt gekommen, auf Digitalradio DAB+ umzusteigen". DAB+ ist digital-terrestrischer Rundfunk und bietet klaren, digitalen Empfang ohne zusätzliche Kosten für einen Internetzugang, heißt es in der Aussendung des Vereins.

Den Auftakt der Analogabschaltung machte der größte deutsche Kabelnetzbetreiber Vodafone (früher Kabel Deutschland) am Jahresanfang in den bayerischen Test-Regionen Landshut und Dingolfing, bis Ende des Jahres folgt die Abschaltung in ganz Deutschland. Auch weitere Kabelnetzbetreiber wollen die analoge Radioübertragung in diesem Jahr abschalten - oder sind dazu gezwungen, wie Anbieter in Bayern oder Sachsen, wo das Aus für analoges Fernsehen und Radio im Kabel gesetzlich verankert ist.

Rauschfrei über Antenne

Radiohören über DAB+ hat laut Digitalradio Deutschland enorme Vorteile: Das digital-terrestrische Radio biete in den meisten Regionen Deutschlands eine breitere Programmauswahl als über Kabel-UKW, und das in klarer, digitaler Qualität. So sind in München über 50 Radioprogramme zu hören, im Rhein-Main-Gebiet sogar über 70. Allerdings gibt es auch noch Regionen, in denen das Angebot geringer ist und wichtige Programme fehlen - etwa die örtlichen Privatsender. Die kann man alternativ noch in UKW hören, allerdings - im Vergleich zum Kabelempfang - nicht immer in rauschfreier Qualität.

Der Verein verschweigt dabei, dass es freilich schon längst einen digitalen Nachfolger für das analoge Kabel-UKW gibt: Alle Kabelnetzbetreiber strahlen digitalen Hörfunk im Modus DVB-C aus. Problem hierbei ist, dass der Hörer zum Empfang eine digitale Set-Top-Box benötigt oder über das Fernsehgerät Radio hören muss. Anders als beim analogen Kabel-Empfang, wo ein einfacher UKW-Receiver, der an die Kabelbuchse angeschlossen ist, ausgereicht hat.

Flexiblere Einsatzmöglichkeiten

DAB+ sei im Vergleich zum Kabel flexibler einsetzbar, stellt Digitalradio Deutschland richtig heraus, außerdem sei der Empfang kostenlos. Da weder ein Kabelanschluss noch ein Internetzugang benötigt wird, fallen außer der Hardware keine Zusatzgebühren an. Wer bisher Radio auf seiner HiFi-Anlage über Kabel empfangen hat, könne sie weiter nutzen. Hierfür bietet die Industrie preisgünstige Adapter ab 60 Euro, die einfach an den HiFi-Verstärker angeschlossen werden.

Wer dagegen eine neue Stereo-Anlage kauft, kann ein modernes Tischradio oder Soundsystem mit DAB+ erwerben, das überall einsetzbar ist – auch abseits der Anschlussbuchse für den Kabelempfang. Einige Geräte haben zusätzlich eine Internetradio-Funktion eingebaut. Unter dieser Adresse findet sich eine umfangreiche Geräteübersicht.

Einige deutsche Kabelnetzbetreiber planen DAB+ Bouquets künftig direkt im Kabel auszustrahlen. Erste Testausstrahlungen führte der Münchner Netzbetreiber M-net Ende 2017 durch. In der Schweiz speist der größte Kabelbetreiber UPC Cablecom mehr als 70 Radioprogramme im DAB+ Standard in sein Netz ein.

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