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Mehr als die Hälfte der Deutschen hört Radio (auch) digital

Mehr als 50 Prozent der Deutschen hört Radio zumindest auch auf digitalen Verbreitungswegen. Dabei ist DAB+ erneut die Technologie mit dem stärksten Wachstum.
Von der IFA in Berlin berichtet
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Internetradio-Streaming und DAB+ werden immer beliebterInternetradio-Streaming und DAB+ werden immer beliebter Mehr als die Hälfte aller Deutschen hört inzwischen Radio auf digitalen Ver­breitungs­wegen. Das ist eines der Ergebnisse des Digita­lisierungs­berichtes 2018 der Landes­medien­anstalten, der heute im Rahmen eines Events auf der IFA vorgestellt wurde.

DAB+ erneut prozentual größter Gewinner

Der Bericht attestiert dem digital-terrestrischen Radio­standard DAB+ im fünften Jahr in Folge konti­nuierliches Wachstum. Die gemeinsame Studie der Medien­anstalten unter Betei­ligung von ARD, Deutschland­radio und Netz­betreiber Media Broadcast weist mehrheitlich zweistellige Zuwachsraten für DAB+ aus.

Der Anteil von Personen in Haushalten mit Zugang zu mindestens einem DAB+-Gerät steigt von 15,7 Prozent 2017 auf 18,1 Prozent im Jahr 2018. In diesem Segment legt DAB+ 15,2 Prozent zu und setzt sich an die Spitze des Zuwachses vor anderen Empfangswegen. Die Anzahl der Deutschen mit einem Zugang zu DAB+ erhöht sich auf 12,72 Millionen. Das sind 1,8 Millionen mehr als 2017.

Einbrüche bei Kabel- und Satellitenradio

Vergleicht man alle Übertragungswege, weist DAB+ mit 15 Prozent vor Internet-Radio (11 Prozent) die stärkste Steigerung zum Vorjahr auf, während Radio via Kabel 22 und Satellit 11 Prozent verlieren.

Die Haushalts­durch­dring­ung mit DAB+ Radiogeräten erhöht sich von 15,1 Prozent in 2017 auf 17 Prozent 2018. Das entspricht einer Steigerung von plus 13 Prozent. Damit wächst DAB+ auch in diesem untersuchten Segment schneller als IP-Radio. In absoluten Zahlen: In knapp 7 Millionen deutschen Haushalten steht mindestens ein DAB+ Gerät. Das sind fast eine Million Geräte mehr als im Jahr zuvor.

Bundesländer: Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen vorne

Der Anteil von Haushalten mit DAB+ legt überall zu, besonders in der Ländergruppe Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit plus 3,5 Prozent. Bayern liegt wegen einer breiten Programmvielfalt, einer sehr guten Netzabdeckung und entsprechender politischer Rahmen­bedingungen mit 22,3 Prozent vorn, gefolgt von Sachsen mit 22 Prozent und Baden-Württemberg mit 18,7 Prozent. Schlusslichter sind NRW (14,7 Prozent), Hessen (14,4 Prozent) und Niedersachsen (14,4 Prozent).

Während die Abverkäufe der UKW-Radiogeräte seit einigen Jahren sinken, erreichen die Verkäufe für DAB+-Empfänger neue Rekordmarken: Die Gesamtzahl der DAB+-Geräte liegt inzwischen bei knapp 12 Millionen, bei einem absoluten Zuwachs von 2 Millionen im Jahresvergleich und einer Steigerungsrate von 19 Prozent.

Internetradio erfolgreich, UKW sinkt

In Gesamtheit bleibt DAB+ dennoch nur Nummer 2 bei den digitalen Verbreitungswegen. 37,7 Prozent der Deutschen hört zumindest gelegentlich Radio übers Internet. Dabei wird der Stream zumeist übers Smartphone eingeschaltet (20,7 Prozent), gefolgt von Laptop, PC und Tablet. 6,2 Prozent der Deutschen nutzt spezielle WLAN-Radios. Über das noch neue Marktsegment Smart Speaker wird Radio bisher von 2,8 Prozent der Deutschen eingeschaltet und ist hier wichtigste Audioanwendung.

Obwohl mehr als die Hälfte der Deutschen zumindest gelegentlich Radio auch digital hört, bleibt UKW für die breite Mehrheit (68,8 Prozent) der meistgenutzte Weg. Allerdings sinkt der Anteil der analogen Radioverbreitung von Jahr zu Jahr. 2014 war UKW noch 75,1 Prozent der meistgenutzte Weg, Radio zu hören. Obwohl der Bestand an UKW-Radios in den Haushalten konstant bleibt, sinkt die Nutzung der rein analogen Geräte.

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