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Vodafone mit Set-Top-Box nur für Radio

Weil in Bayern und Sachsen die UKW-Verbreitung im Kabel eingestellt werden muss, bringt Vodafone eine spezielle Set-Top-Box nur zum Radioempfang auf den Markt. Ein WLAN-Radio liefert aber weit mehr Vielfalt.
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Vodafone will seinen Kabelkunden - rechtzeitig vor der Abschaltung des UKW-Signals in der ersten Pilotregion Landshut und Dingolfing am 9. Januar 2018 sowie Ende 2018 in ganz Bayern und Sachsen - einen für Radioempfang optimierten DVB-C-Digitalreceiver anbieten. Das Gerät werde voraussichtlich unter 40 Euro kosten, sagte ein Vodafone-Sprecher gegenüber dem Branchendienst "InfoDigital". Hersteller des Kabelradio-Receivers sei Vistron.

Doppelt so viele Sender

Ein Internetradio-Adapter bringt weit mehr Vielfalt als die von Vodafone geplante Set-Top-Box für RadioEin Internetradio-Adapter bringt weit mehr Vielfalt als die von Vodafone geplante Set-Top-Box für Radio Während die Vodafone-Kunden bislang rund 35 analoge Radioprogramme hören konnten, sollen es nach dem Digitalumstieg doppelt so viele sein. "Unser Ziel ist es, in der Pilotregion Landshut und Dingolfing alle hier bisher analog verfügbaren Radiosender - darunter auch die lokalen Radioprogramme - digital anzubieten", betonte der Sprecher gegenüber dem Branchendienst.

Viele Kabelkunden hören allerdings nicht vorrangig Radio über den Verbreitungsweg Kabel-UKW: Unter drei Prozent der Kabelkunden nutzten laut Vodafone-Angaben das analoge Kabelradio als wichtigsten Radioempfangsweg.

Der zweitgrößte Marktteilnehmer Unitymedia hat das analoge Fernsehen in seinem Kabelnetz bereits im Juli 2017 abgeschaltet, behält aber analoges Kabelradio bei. Auch der norddeutsche Kabelnetzbetreiber wilhelm.tel, der Anfang 2018 mit der Analogabschaltung beginnt, will weiterhin analoges Kabelradio anbieten. Vodafone ist dagegen verpflichtet UKW abzuschalten, da die Landesmediengesetze von Sachsen und Bayern dies gesetzlich vorsehen. In den übrigen Bundesländern bleibt das UKW-Signal so lange on Air, bis die Frequenzen für den neuen Kabel-Internetstandard DOCSIS 3.1 benötigt werden.

Alternativen WLAN-Radio und Bluetooth-Receiver

Wir können Kunden allerdings von dem speziellen Radiomodell von Vodafone eher abraten: Wer umrüsten muss, sollte seiner HiFi-Anlage gleich ein WLAN-Internetradio spendieren. Statt nur knapp über 60 sind mit einem solchen weit über 20 000 Radiostationen und zusätzlich Podcasts zu empfangen. Modelle gibt es auch in DIN-Größe als Bestandteil für die HiFi-Anlage (ab 100 Euro) oder in Adapterform (ab 70 Euro).

Alternative ist ein Bluetooth-Receiver, über den Internetradio-Stationen vom Smartphone auf die bestehende HiFi-Anlage gestreamt werden können. Solche Modelle gibt es schon zu Preisen ab 15 Euro im Handel.

Mehr zum Thema Radio lesen Sie übrigens in unserem Ratgeber Alles rund um DAB, DAB+, Internet-Radio und mehr.

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