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Radio.de: "Internet hat viel größeres Potenzial als DAB+"

Radio.de will anders als der Konkurrent TuneIn Radio auch künftig neue Sender in seine Datenbank aufnehmen. Zudem will die Plattform noch weitere Geräte bedienen.
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Wie berichtet hat TuneIn Radio angekündigt, keine neuen Hörfunkprogramme mehr in seine Senderdatenbank aufzunehmen. Aktuell betreibt der amerikanische Anbieter das weltweit größte Portal für Internetradio, Podcasts, Musik- und Sportprogramme. Wenn das Unternehmen daran festhält, keine neuen Radiostationen mehr zu listen, so verliert die Datenbank perspektivisch an Attraktivität. Wie aber reagieren die Mitbewerber auf die Ankündigung? Wir haben uns bei radio.de erkundigt.

Bernhard Bahners, Geschäftsführer der radio.de GmbH, erklärte: "Die Aktualität und Qualität unserer Datenbank ist für uns der entscheidende Kern unseres Service. Deshalb stehen wir auch jeden Tag im Austausch mit Radiosendern und Webradios jeder Größenordnung. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass wir für die Senderpartner ansprechbar sind und gemeinsam den Webradiomarkt weiterentwickeln."

Anders als TuneIn Radio will radio.de nach eigenen Angaben nicht nur die Daten der bereits gelisteten Programme weiter pflegen, sondern auch neue Sender aufnehmen, wie Bahners betonte. radio.de sei ein wichtiger Verbreitungsweg für alle Radiosender, gerade auch in Zeiten, in denen in Deutschland über eine UKW-Abschaltung diskutiert werde. "Das Internet hat als Verbreitungsweg ein viel größeres Potenzial als DAB+, da die meisten Haushalte in Deutschland bereits jetzt die entsprechenden Empfangsgeräte haben", so der radio.de-Geschäftsführer.

radio.de jetzt auch auf Sonos-Systemen verfügbar

radio.de jetzt auch bei Sonos verfügbarradio.de jetzt auch bei Sonos verfügbar Als Beispiele für Internetradio-Empfangsgeräte nannte Bahners Smartphones und Tablets, Computer und vernetzte Lautsprecher wie den Amazon Echo. Seit kurzem sei radio.de zudem bei Sonos zu finden. Zuvor konnte bereits TuneIn Radio über das WLAN-Lautsprechersystem von Sonos genutzt werden. radio.de strebt nach eigenen Angaben an, den Interessenten stets den einfachsten, besten und kostenlosen Zugang zu einer vielfältigen Senderauswahl zu geben.

Auch im Auto wolle radio.de den Nutzern seinen Service so komfortabel wie möglich anbieten. Das geschehe bereits in Partnerschaft mit Herstellern wie Audi und Smart. Beispielsweise ist das radio.de-Portal beim Entertainment-System des neuen Audi A8 direkt integriert. Für die Zukunft stünden Apple Car Play und Android Auto auf der Product-Roadmap des Unternehmens.

radio.de ist bereits seit 2007 auf dem Markt und die größte Radioplattform Deutschlands. Das Angebot an Hörfunkprogrammen bleibt allerdings mit aktuell rund 30 000 Stationen noch deutlich hinter der Auswahl zurück, die Nutzer von TuneIn Radio zur Verfügung haben. Zudem fehlt für die Kunden die Möglichkeit, nicht in der Datenbank aufgeführte Stationen zumindest für den eigenen Account manuell hinzuzufügen.

Über die aktuellen Entwicklungen beim UKW-Hörfunk berichten wir in einer weiteren Meldung.

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