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NRW: Ein landesweiter & ein regionalisierbarer Mux für DAB+

Die Landesanstalt für Medien NRW hat die Zuordnung von Übertragungskapazitäten für eine landesweit einheitliche sowie für eine landesweite, regionalisierte DAB+-Bedeckung beschlossen.
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Radio Bonn / Rhein-Sieg sieht DAB+ skeptisch.Radio Bonn / Rhein-Sieg sieht DAB+ skeptisch. Inter­es­sierte Hörfunk­ver­an­stalter haben jetzt die Möglich­keit auch im bevöl­ke­rungs­reichsten Bundes­land Nord­rhein-West­falen auf Sendung zu gehen. Die Landes­an­stalt für Medien NRW LfM hat die Zuord­nung von Über­tra­gungs­ka­pa­zi­täten für eine landes­weit einheit­liche sowie für eine landes­weite, regio­na­li­sierte DAB+-Bede­ckung beschlossen. Bei der regio­na­li­sierten Bede­ckung wird eine Ausschrei­bung entweder für sechs Regionen oder für fünf Regionen Nord­rhein-West­fa­lens ange­strebt. Daneben gibt es einen landes­weit einheit­li­chen Mux.

Der Direktor der Landes­an­stalt für Medien NRW, Tobias Schmid, sagt: "Die Stär­kung von Medi­en­viel­falt ist eines unserer wich­tigsten Ziele. Wir streben mit der Bedarfs­an­mel­dung eine möglichst flächen­de­ckende Versor­gung an, die sowohl regio­nalen und lokalen, als auch landes­weiten Ange­boten gerecht wird." Bei einem Call-of-Inte­rest hatten 47 Hörfunk­un­ter­nehmen Inter­esse an DAB+ bekundet.

Die Bedarfs­an­mel­dung ist Teil des "Zuord­nungs­an­trag", mit dem bei der Staats­kanzlei Nord­rhein-West­falen die benö­tigten DAB+-Kapa­zi­täten ange­for­dert werden. In einem weiteren Schritt prüft die Bundes­netz­agentur dann auf Veran­las­sung durch das Land, ob sie den ange­mel­deten Bedarf decken und dem Land Nord­rhein-West­falen zur Verfü­gung stellen kann. Die von der Bundes­netz­agentur zur Verfü­gung gestellten Frequenzen werden dann von der Landes­an­stalt für Medien NRW ausge­schrieben.

UKW-Lokal­radio-Betreiber sind skep­tisch

Die UKW-Lokal­ra­dios in NRW sehen DAB+ skep­tisch und es ist noch offen, ob sie bei der Ausschrei­bung für die Regio­nal­muxe mitma­chen. Radio Bonn-Rhein-Sieg will sich nur betei­ligen, wenn die Rahmen­be­din­gungen stimmen. Das kündigte Chef­re­dak­teur Jörg Bertram in einer Stel­lung­nahme im Webauf­tritt des Senders an.

Gleich­zeitig holt er zu einem Rund­um­schlag gegen den digital-terres­tri­schen Hörfunk aus: "Für die Sender bedeutet DAB+ ausschließ­lich höhere Kosten, ohne einen Hörer mehr zu errei­chen. Radio Bonn/Rhein-Sieg muss im Inter­esse seiner Hörer wirt­schaft­lich arbeiten, da wir uns ausschließ­lich aus Radio­wer­bung finan­zieren und keine Rund­funk­ge­bühren erhalten". Er kriti­sierte zudem den Multi­plex­zwang, der einen großen Nach­teil gegen­über UKW mit sich bringe. "Möchte nur ein Sender diesen Dienst nutzen, müsste dieser die sehr hohen Kosten des kompletten Multi­plexes tragen".

Das Sende­ge­biet auf DAB+ werde auch nicht größer (Anmer­kung der Redak­tion: Das stimmt nicht, denn die Medi­en­an­stalt will Muxe mit viel größeren Sende­ge­biets­zu­schnitten ausschreiben. Radio Bonn-Rhein-Sieg wäre demnach auch in Köln, Düssel­dorf oder Aachen zu hören).

Für Bertram liegt die Zukunft des Radios eher im Internet. Jüngste Studien bestä­tigen dem Radio über IP viel größere Zuwächse. Überall, wo es Internet gibt, sei auch Radio­emp­fang möglich, etwa mit Handy, Tablet, PC, WLAN-Radios oder Smart-Spea­kern.

Hessen wech­selt DAB+ Kanal

Unter­dessen gab HitRadio FFH bekannt, dass es am 3. April zu einem Kanal­wechsel beim Privat­radio-Mux im Rhein-Main-Gebiet und Südhessen kommt. Der Mux wech­selt von Kanal 11C auf 12C. Hinter­grund: Auf dem neuen Kanal sind mittel­fristig höhere Sende­leis­tungen möglich, was vor allem die Empfangs­qua­lität in Südhessen verbes­sern soll.

Der bishe­rige Kanal 11C soll künftig für einen landes­weiten Privat­radio-Multi­plex im Saar­land verwendet werden.

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