Digitalradio

NRW-Lokalfunk gibt Blockade gegen DAB+ auf

Da DAB+ sich zu einem relevanten Verbreitungsweg neben UKW und Online entwickelt, gibt der Verband Lokaler Rundfunk (VLR) in Nordrhein-Westfalen seine Blockade gegen den digital-terrestrischen Hörfunk auf. Er stellt jedoch Forderungen.
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Die NRW-Lokalradios würden bei DAB+ einsteigen, wenn sie weiter vor Konkurrenz geschützt wärenDie NRW-Lokalradios würden bei DAB+ einsteigen, wenn sie weiter vor Konkurrenz geschützt wären Da DAB+ sich "zu einem relevanten Verbreitungsweg neben UKW und Online" entwickelt, gibt der Verband Lokaler Rundfunk (VLR) in Nordrhein-Westfalen seine Blockade gegen den digital-terrestrischen Hörfunk auf. Für die Einführung von DAB+ hat der Verband ein Positionspapier mit Forderungen vorgelegt. Darin fordert er unter anderem auch einen Small-Scale-Testbetrieb (Open DAB) sowie eine Infrastrukturförderung von bis zu 80 Prozent der DAB+-Kosten.

Bedingungen sollen zu Marktabschottung auch bei DAB+ führen

Allerdings versucht der Verband mit diversen Einschränkungen auch potenziellen Mitbewerbern den Einstieg in den NRW-Radiomarkt zu verbauen. So fordert er eine Vorrangregelung für lizenzierte UKW-Radioveranstalter bei einer etwaigen Ausschreibung der Muxe. Die Multiplexe sollen sich hierfür an Lebensräumen orientieren und Pendlerbewegungen berücksichtigen. Das bedeutet, dass der Verband größere Regionalmuxe als die bisher geplanten neun fordert. Diese würde der NRW-Lokalfunk gerne auch zu einem Großteil oder sogar komplett selbst belegen, damit ergäbe sich weniger Platz für weitere Anbieter oder überhaupt keiner.

Eine zusätzliche Einschränkung fordert der Verband mit der höchstmöglichen Übertragungsrate. Damit würde man die Zahl der möglichen Mitbewerber zusätzlich bis auf null reduzieren. Außerdem fordert der Verband ein De facto-Verbot von zusätzlichen Ballungsraum-Multiplexen, wie sie etwa im Großraum Köln oder im Ruhrgebiet angedacht sind. Angebote wie der Rheinlandmux könnten demzufolge nicht auf Sendung gehen.

Weiter keine Vielfalt im Radiomarkt

Sollte die Medienpolitik den Forderungen des Verbandes folgen, würde der bisherige UKW-Markt fast eins zu eins auf DAB+ übertragen. Auswärtige und neue Anbieter hätten damit nach wie vor keine Chance zum Einstieg in den Radiomarkt NRW, der weiter wie bisher abgeschottet bliebe. Das kann wohl kaum im Sinne einer Format- und Anbietervielfalt sein.

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