Telekom

Gopalan: Telekom StreamOn-Ersatz "in wenigen Tagen"

Im Rahmen der Quar­tals­zahlen für Q1/22 gab Telekom-Deutsch­land Chef Srini Gopalan inter­essante Einblicke und verriet auf Nach­frage, was aus StreamOn werden soll.

In der heutigen Tele­fon­kon­ferenz für Jour­nalisten und Analysten gab Telekom-Deutsch­land-Chef Srini Gopalan Einblicke in sein Unter­nehmen.

Kunden­zahl gestei­gert - TKG zeigt Wirkung

Das neue Tele­kom­muni­kati­ons­gesetz (TKG) hat Auswir­kungen auf die Kunden­zahl. Da ein Vertrag sich bisher nach einer Mindest­lauf­zeit von 24 Monaten um ein weiteres Jahr verlän­gerte, schlossen einige Kunden zwei Verträge ab, etwa um so schnell an ein neues güns­tiges Handy zu gelangen.

Durch das Gesetz können Kunden bekannt­lich nach Ablauf der Mindest­lauf­zeit von 24 Monaten jeder­zeit monat­lich kündigen. Das bewirke, dass Kunden "früher kündigen" und die "doppelten Verträge" fielen dadurch weg. Das mache bisher etwa 25 - 30.000 Kunden weniger aus.

LTE für 99 Prozent

Telekom-Deutschland Chef Srini Gopalan gab interessante Einblicke Telekom-Deutschland Chef Srini Gopalan gab interessante Einblicke
Foto: Deutsche Telekom
Gopalan ist stolz, bereits 99 Prozent der Bevöl­kerung mit LTE errei­chen zu können. "Wir schließen die grauen und weiße Flecken". Beson­ders wichtig sind aktuell die Bahn­stre­cken im Rahmen der Aktion "schwarzer Schä­fer­hund". Ansonsten baue die Telekom das, was für die Kunden den höchsten Mehr­wert biete. In Summe ergebe sich "das schnellste 5G-Netz" bereits für 92 Prozent der Bevöl­kerung, bei stei­genden Kunden­zahlen.

Neben dem Ausbau von 5G hat die Telekom auch die Glas­faser im Blick und befinde sich "klar vor jedem Wett­bewerb". Möglich machten das ein starker Eigen­ausbau und die Koope­ration mit Wett­bewer­bern. Koope­rationen seien für ihn selbst­ver­ständ­lich. Quasi als Beweis nannte Gopalan das Joint­ven­ture mit Glas­faser-Plus, das jetzt nach Einzah­lung einer ersten Tranche von 400 Millionen gestartet ist und im länd­lichen Raum bis 2028 etwa 4 Millionen FTTH-Anschlüsse bauen wird. In Hamburg werden 350.000 Haus­halte über Glas­fasern von wilhelm.tel versorgt werden. In Garbsen (bei Hannover) betreibt die Telekom das Netz der Stadt­werke für etwa 31.000 Haus­halte. In Münster baut die Telekom mit den Stadt­werken 160.000 Anschlüsse, der erste Kunde ist bereits am Netz. Darüber hinaus bietet Gopalan über Open Access seine Glas­faser auch "Dritten" (anderen Anbie­tern) an, Verträge gibt es z.B. mit Voda­fone und o2.

Zukunft ist FTTH

Für die Zukunft könne nur mit FTTH (Glas­faser in die Wohnung) der wach­sende Bedarf der Kunden nach schnellen Netzen gedeckt werden. Glas­faser sei die Tech­nologie mit geringstem Ener­gie­ver­brauch. Somit ist das "nicht nur tech­nisch stark, sondern auch ökolo­gisch."

Die stei­genden Breit­band­umsätze haben die auf dem Kapi­tal­markt-Tag 2021 ange­kün­digten Werte über­stiegen. 35 Prozent der Telekom-Kunden hätten bereits Tarife mit mehr als 100 MBit/s Geschwin­dig­keit.

Markt­führer mit Abstand

Gopalan sieht die Telekom weiterhin als "Markt­führer mit Abstand" und mit einem Wachstum von 2,5 Prozent. Das starke Wachstum resul­tiere aus der Netto-Marge und der Reduk­tion der indi­rekten Kosten. Dieses Geld erlaube es, den schnel­leren Glas­faser­ausbau zu finan­zieren. Wie schon berichtet, will er bis 2030 mit Part­nern insge­samt 30 Milli­arden in den Glas­faser­ausbau inves­tieren.

Mehr Service­qua­lität

Tadel­loser Service ist für Gopalan "kein Hygiene-Faktor mehr", sondern ein Diffe­ren­zierer. Die Zahl der Kunden­beschwerden sei bei der Telekom um 26 Prozent gesunken, die Zahl der Störungen um 15 Prozent.

Was folgt auf StreamOn?

Bekannt­lich hat die Bundes­netz­agentur die Mobil­funk der Telekom mit StreamOn als Reak­tion auf ein Urteil des euro­päi­schen Gerichts­hofes "verboten". Gopalan bestä­tigte auf Nach­frage von teltarif.de, dass sein Unter­nehmen den Tarif StreamOn ab dem 1. Juli nicht mehr anbieten könne und bis März 2023 auch für Bestands­kunden ein neues Angebot unter­breiten werde.

Wie das genau aussehen wird? "Wir haben einen klaren Plan, aber er ist noch ein biss­chen vertrau­lich. Ich bitte um Verständnis. Alle Vorteile von StreamOn oder mehr Daten­volumen werden in den Tarifen enthalten sein. In den nächsten Tagen werden wir das verkünden."

Die Fach­messe ANGA COM 2022 wurde in dieser Woche abge­halten. Unseren Rück­blick können Sie sich im Podcast anhören.

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