Entwicklung

MWC: Qualcomm zeigt Augmented Reality und Ultraschall-Stylus

In Barcelona wurden Entwicklungsprojekte aus Multimedia und 3D vorgestellt
Von Steffen Herget
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Auf dem Mobile World Congress 2011 in Barcelona hatte Chip-Hersteller Qualcomm seine Pläne für einen neuen Quadcore-Prozessor mit bis zu 2,5 GHz präsentiert, der in Zukunft Tablets und Smartphones zu neuen Höchstleistungen antreiben soll. Nicht wenige Nutzer fragen sich, was für neue Anwendungsgebiete sich mit solch leistungsfähigen Chips und erschließen lassen. Hier konnten auf dem Qualcomm-Stand auf dem MWC einige interessante Beispiele begutachtet werden, die die Snapdragon-Prozessoren und Chipsätze des Herstellers in Aktion zeigten.

Flashlinq: Direkte Kommuinikation per WLAN auf bis zu einem KilometerFlashlinq: Direkte Kommunikation per WLAN auf bis zu einem Kilometer Ein ambitioniertes Projekt ist Flashlinq. Hier können verschiedene Endgeräte über eine spezielle WLAN-Frequenz direkt kommunizieren, also ohne Umwege über Router oder ähnliches. Die Kommunikation kann im Umkreis von einem Kilometer erfolgen, in dem bis zu 4 000 Geräte unterstützt werden. Diese können direkt über VoIP telefonieren, Nachrichten hin- und herschicken oder auch Dateien übertragen. Die nötige Sende- und Empfangsleistung bringt die Qualcomm-Technik mit.

Augmented Reality wichtiger Trend für Qualcomm

Viel Potenzial steckt für Qualcomm im Bereich Augmented Reality (AR), also der Verbindung von Kamerabilder und Umgebungsdaten mit eigenen Inhalten. In einem Wettbewerb hatte Qualcomm Entwickler weltweit zu Spielen und Anwendungen aufgerufen und Preisgelder von zusammen 200 000 US-Dollar ausgerufen. Vor allem im Spielebereich waren beeindruckend Ergebnisse sichtbar, aber auch zur Navigation oder ähnlichen Dingen ist AR nutzbar. Im Gegensatz zu Anwendungen, die auf Positionsbestimmung mit GPS sowie Kompassdaten zur Orientierung setzen, nutzt Qualcomm hier die Mustererkennung mit der Handy-Kamera, um die entsprechenden Spielfelder oder unterstützte Bereiche zu identifizieren.

Auch das von Qualcomm entwickelte Mirasol-Display war auf dem MWC 2011 wieder zu sehen. In diesem Jahr sollen die ersten Geräte mit dem Display, das auch in der hellsten Umgebung gut ablesbar ist, auf den Markt kommen. Auch für bewegte Bilder ist die Mirasol-Technik absolut tauglich. Qualcomm baut derzeit sogar ein größeres Fertigungszentrum für Mirasol, das im kommenden Jahr fertig werden soll.

Neuer Stylus mit Ultraschall

Stylus mit Ultraschall schreibt auf Papier und TouchscreenStylus mit Ultraschall schreibt auf Papier und Touchscreen Noch im Prototypen-Stadium ist die Ultraschall-Technologie für den Stylus. Kombiniert mit einer Kugelschreibermine kann der Ultraschall-Stylus nicht nur direkt auf einem Touchscreen benutzt werden, sondern auch neben dem Gerät auf einem Papierblock. Die Positionsbestimmung mittels Ultraschall funktioniert in beiden Fällen gleich. Wird dann noch die digitale Handschriftenerkennung genutzt, können handschriftliche Notizen auf Papier noch während dem Schreiben direkt digitalisiert und gesichert werden. Die Positionserkennung war im Test bereits sehr gut und zuverlässig, denkbare Anwendungsgebiete wären etwa der Bildungsbereich, aber auch verschiedenste andere Szenarien.

Letzten Endes kommt es aber vor allem bei den Prozessoren stark auf die Leistung an, und die ist bei den Dual- und Quad-Core-Chips von Qualcomm durchaus hoch. Sowohl die Leistung im 3D-Bereich mit Kamera und großem externem Display konnte überzeugen, aber auch die Spiele-Performance am Handy war beeindruckend. Dabei werden beide Prozessorkerne dynamisch zu- und abgeschaltet sowie hoch- und runtergetaktet. Dies soll die benötigte Leistung sicherstellen, gleichzeitig aber den Stromverbrauch in Grenzen halten.

Auch wenn viele der auf dem MWC 2011 gezeigten Technologien noch im Entwicklungsstadium sind, so ist die Richtung doch klar. Multimedia, Entertainment und 3D treten immer mehr in den Vordergrund, durch die stetig steigende Leistung der Chips auch immer mehr auf Smartphone und Tablet. Je besser die Chips werden, desto vielfältiger werden auch die möglichen Anwendungsszenarien.

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