Open Access

M-net: Schnelles Glasfaser-Internet über andere Anbieter buchbar

QSC tritt als Open-Access-Dienstleister für andere Provider auf
Von Thorsten Neuhetzki
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Bauarbeiten in München: Das M-net-Netz kann nun auch von anderen vermarktet werdenBauarbeiten in München: Das M-net-Netz kann nun auch von anderen vermarktet werden Netzbetreiber von Glasfasernetzen haben oftmals ein Problem: Sie haben zwar für viel Geld Glasfasern in die Erde gelegt und können so die Kunden in ihrem Verbreitungsgebiet mit mehreren hundert Megabit anschließen, doch gebucht werden können sie nur, wenn der Kunde zu diesem lokalen Anbieter geht. Möchte er bei einem der namhaften großen Marken buchen, scheitert die Buchung. Anders werden kann das künftig bei M-net. Der Anbieter hat ein Open-Access-Abkommen mit QSC geschlossen, QSC wiederum stellt seine Zugänge als Plattform für andere Provider bereit. So können nun auch überregional agierende Unternehmen auf die Glasfasernetze von M-net zugreifen und Glasfaser-Anschlüsse mit schnellem Internet in München anbieten, ohne je selbst dort eine Glasfaser verlegt zu haben.

M-net versorgt über sein Netz große Teile Bayerns sowie den Großraum Ulm mit Glasfaseranbindungen, welches auch noch weiter ausgebaut wird. So wird M-net nach eigenen Angaben über 400 000 Haushalten über die schnellen Datenleitungen bis 2014 in Städten wie München, Erlangen oder Augsburg einen direkten Internetzugang mit Bandbreiten von bis zu 100 MBit/s bereitstellen. In der Münchner Innenstadt hat der Anbieter großflächig eigene Glasfaserleitungen bis zu den Häusern der Kunden verlegt. Weitere Ausbauten sind bereits konkret in Planung bzw. Umsetzung. Genannt werden hier unter anderem Markt Essenbach bei Landshut, aber auch eines der bundesweit größten FttC-Vorhaben im ländlichen Raum im hessischen Main-Kinzig-Kreis. Hier wird ein VDSL-Netz aufgebaut.

Bessere Auslastung des Netzes durch Vermarktung durch mehr Anbieter

Mit dem Anbieten der eigenen Infrastruktur für andere Netzbetreiber verliert der jeweilige Infrasturkturanbieter zwar einen Teil des Umsatzes gegenüber dem Fall, dass er den Anschluss selbst seinem Kunden anbietet. Durch eine Vermarktung über bundesweit aktive Anbieter erhöht sich die Reichweite jedoch, da auch Kunden, die bei diesen Anbietern nach einem Zugang suchen, letztlich indirekter Kunde auf der jeweiligen Infrastruktur werden. Weitere Open-Access-Partner bei QSC sind HL komm (Leipzig), ewa-riss Stadtwerke Biberach, R-Kom aus Regensburg, wilhelm.tel in Norderstedt, Stadtwerke Herne, ein Projekt in Berlin-Gropiusstadt mit der degewo, Vattenfall und Ericsson, NetCologne und nun M-Net. Einen Haken hat das ganze derzeit jedoch: Es gibt noch keine Endkunden-Anbieter, die ihre Vermarktung aufgenommen haben. Ein Grund ist offenbar, dass die Reichweite auf Glasfaserseite bisher zu gering war. Möglicherweise ändert sich das nun mit der M-net-Kooperation.

Was Glasfaseranschlüsse von normalen DSL- oder Kabel-Anschlüssen unterschiedet, finden Sie übrigens in unserem Technik-Hintergrund zu Glasfaser-Anschlüssen.

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