WLL

QSC: Breitband via Richtfunk mit bis zu 400 MBit/s wird günstiger

Ist die Verlegung einer kabelgebundene Breitband-Anbindung zu teuer, können Firmen von QSC eine Richtfunk-Anbindung mit bis zu 400 MBit/s symmetrisch erhalten. QSC senkt nun in einigen Tarifmodellen die Preise.

Richtfunk-Anbindung von QSC für unterversorgte Gebiete Richtfunk-Anbindung von QSC für unterversorgte Gebiete
Bild: QSC
Trotz der Bestrebungen der Netzbetreiber und Politiker, bis 2018 Breitband bis zu 50 MBit/s in jedes Haus zu bringen, gibt es weiterhin weiße Flecken in Deutschland, wo der klassische Kupferkabel- und/oder Glasfaserausbau bislang nicht für wirtschaftlich gehalten wurde. Seit einigen Jahren werden vermehrt HSPA und LTE als Alternativen für Privatkunden angeboten, hierbei handelt es sich allerdings stets um ein "Shared Medium": Je mehr Kunden in einer Funkzelle surfen, desto niedriger wird die verfügbare Bandpreite pro Kunde.

Insbesondere für Geschäftskunden ist das keine wirkliche Alternative, und darum gibt es immer noch Anbieter für Richtfunkverbindungen, das so genannte "Wireless Local Loop" (WLL). QSC ist einer der Anbieter, der die Technik nach wie vor vermarktet - heute gab der Provider eine Preissenkung bekannt. QSC bietet ihre Richtfunkanbindung über Vertriebspartner als derzeit noch einziger Carrier in den 42 wichtigsten Ballungszentren in Deutschland und mit etwa 160 Basisstationen in den WLL-Citynetzen an.

So funktioniert Wireless Local Loop in der Praxis

Richtfunk-Anbindung von QSC für unterversorgte Gebiete Richtfunk-Anbindung von QSC für unterversorgte Gebiete
Bild: QSC
WLL kommt überwiegend in Gegenden zum Einsatz, in denen zwischen Anbieter und Kunde keine Teilnehmeranschlussleitung verlegt ist, also kein Kupferkabel und keine Glasfaser. WLL lässt sich auf zwei Arten realisieren, die QSC nach wie vor anbietet. Das Point-to-Multipoint-Verfahren (PMP) findet auf der Frequenz um 26 GHz statt. An die Funkstation sind dabei mehrere Teilnehmer angeschlossen. Via PMP lassen sich laut QSC Bandbreiten von 2 MBit/s bis zu 100 MBit/s realisieren.

Bei Kunden die einen höheren Bedarf an Bandbreite haben und/oder die Funkstation für sich alleine haben möchten - und dafür auch mehr bezahlen - kommt das Point-to-Point-Verfahren (PTP) zum Einsatz. Realisiert wird diese für den Kunden exklusive Funkverbindung auf Frequenzen zwischen 7 GHz und 38 GHz. Die versprochene Bandbreite wird üblicherweise symmetrisch gewährt, also für Down- und Upstream gleich hoch. Die Kunden erhalten eine feste, öffentliche IP-Adresse für den Router zugewiesen.

Da bei WLL eine freie Sichtverbindung zwischen Basisstation und Abnehmer bestehen muss, führt der Anbieter vor der Installation nach eigenen Angaben stets einen "Line-of-Sight"-Check durch. Für die Installation vor Ort geht QSC Partnerschaften mit Funkturmanbietern ein. Im besten Fall lassen sich Richtfunkverbindungen so über eine Strecke von 20 Kilometer realisieren. QSC kann nach eigen Angaben recht schnell auf Kundenwunsch eine Änderung der Bandbreite durchführen, sei es nun eine Bandbreitenerhöhung - oder eine Reduzierung, um die monatlichen Kosten zu senken.

Das kostet Internet per Richtfunk bei QSC

Alle im Folgenden genannten Preise sind Nettopreise und QSC weist darauf hin, dass nur Tarife ab ab 10 MBit/s vergünstigt werden, bei den "langsameren" Tarifen gibt es keine Änderung. QSC-WLL business mit 50 MBit/s soll bei 36-monatiger Laufzeit nun für 1049 Euro monatlich statt zuvor 1549 Euro erhältlich sein. Entscheiden sich Kunden für die Laufzeit von 60 Monaten, soll der Tarif statt bisher 1449 Euro monatlich nun 949 Euro kosten. Der günstigste Anschluss beginnt nach wie vor bei 279 Euro monatlich, hierbei handelt es sich um den QSC-WLL-business-Anschluss mit einer Bandbreite von 2 MBit/s und einer Mindestvertragslaufzeit von 36 Monaten. Die QSC-WLL-business-Tarifmodelle wurden im Januar 2011 eingeführt.

Die Richtfunkverbindung muss bei QSC-Kunden übrigens nicht die einzig mögliche Internetverbindung sein. Im Sinne einer von QSC so benannten "Medienredundanz" können die WLL-Verträge auch in Verbindung mit einer terrestrischen (DSL-)Anbindung gebucht werden, damit bei dem Ausfall einer Technik der jeweils andere Zugangsweg weiterhin zur Verfügung steht.

Nach einer Pleitewelle in den Jahren 2001/2002 ist es um WLL eher still geworden - es bleibt abzuwarten, ob QSC mit der aktuellen Preissenkung wieder mehr Business-Kunden anlocken kann. Immerhin soll laut der heutigen Mitteilung "der Ausbau durch die gute Nachfrage weiter voran getrieben werden."

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