Gescannt

QR-Codes: Nützliche Pixelkästchen

Erst waren es nur die Striche der Barcodes. Inzwischen stoßen Verbraucher auch immer öfter auf die Pixel sogenannter QR-Codes. Sie werden mit der Handykamera erfasst und bilden eine analoge Brücke in die digitale Welt.
Von Jennifer Buchholz mit Material von dpa
AAA
Teilen (1)

Ob auf Werbe- oder Kinoplakaten, in Zeit­schriften, auf Ver­packungen oder auf Grab­steinen: QR-Codes haben den Alltag erobert. Ihre Pixelmatrix ist in Sekunden­schnelle per Smartphone-Kamera gescannt. So lassen sich Informationen aus den Codes anzeigen oder automatisch bestimmte Aktionen ausführen. Verbraucher können QR-Codes sogar einfach selbst erstellen und einsetzen.

Alte Technologie aus Japan

QR-Codes können nützliche Informationen enthaltenQR-Codes können nützliche Informationen enthalten Allgemein gesagt, bilden QR-Codes einen analogen Übergang in die digitale Welt. Besonders ihre vielseitige Verwendbarkeit bei einfacher Bedienung und kostengünstiger Herstellung zählt zu den stärken der Codes. Dabei bestehen sie lediglich aus Zahlen, Buchstaben und Zeichen.

Oftmals werden QR-Codes zum Codieren von Internetseiten verwendet, um sich das Abtippen der URL und zusätzlich mögliche Abschreibfehler zu ersparen. Stattdessen wird lediglich ein Muster eingescannt, um auf die entsprechende Internetseite weitergeleitet zu werden. Doch nicht nur Internetadressen lassen sich in den Codes verpacken, sondern auch kurze Texte, Kontakt- und Kalenderdaten, WLAN-Zugangsdaten oder Nachrichten. Auch Unternehmen setzen sie als Ersatz oder Ergänzung zum bekannten strichbasierten Barcode in Produktion und Logistik ein.

Wer annimmt, dass QR-Codes brandneu sind, der irrt: Die Technologie hat bereits 20 Jahre auf dem Buckel. Sie wurde 1994 vom japanischen Automobil­zu­lieferer Denso Wave zu Logistik­zwecken entwickelt. Die Abkürzung QR steht für Quick Response, also schnelle Antwort. Die quadratischen Pixel scheinen ohne System angeordnet. Allerdings enthält das Muster Informationen in binärer Form. Mit Hilfe einer Kamera und einer Decoder-Software können diese Muster dann interpretiert werden.

Wie viel ein QR-Code speichern kann, hängt unter anderem von der Anzahl der Quadrate ab. Der Inhalt variiert zwischen 11 mal 11 und 177 mal 177 Elementen. Der größtmögliche Code umfasst dabei bis zu 7 089 Zahlen und 4 296 Zeichen. Durch Kombination mehrerer Codes lässt sich der Speicherplatz vergrößern. Auch wenn ein Code beschädigt ist, ist er dank integrierter Fehlerkorrektur oft noch lesbar.

Zum Scannen von QR-Codes braucht es nur ein Smartphone mit einer Kameraauflösung von mindestens 2 Megapixel. Teilweise ist diese Funktion schon in der Handy-Software ingetriert, beispielsweise bei Windows Phone. Ist dies nicht der Fall, kann mit Hilfe einer App das Feature nachgerüstet werden.

QR-Codes selber erstellen

QR-Code zum Testen Ihrer Handy-Software (verweist via goo.gl auf mobil.teltarif.de)QR-Code zum Testen Ihrer Handy-Software (verweist via goo.gl auf mobil.teltarif.de) Schwarz-weiße, aber auch farbige QR-Codes mit beliebigen Inhalten kann jeder schnell und kostenlos erstellen und als Bild-Datei abspeichern - etwa auf Seiten wie www.qrcode-monkey.de oder mit einem Firefox-Add-on wie QrCodeR [Link entfernt] . Dann lassen sich die Codes etwa verschicken, auf Webseiten und in Mails einbinden, ausdrucken oder auf Visiten­karten verwenden.

Die eigenen Codes sollten nicht zu klein sein, damit sie auch von einfachen Handys mit schlechten Kameras eingescannt werden können. Den Richtwert von zwei mal zwei Zentimeter sollte dabei nicht unterschritten werden.

Je komplexer ein Code, desto größer sollte dieser sein, um lesbar zu bleiben. Dies gilt besonders, wenn der Code verschiedenen physischen Einflüssen ausgesetzt ist. Auf Flyer gedruckt, kann er schnell durch Knicken unlesebar werden. Und auch die schlechten Lichtverhältnisse in Bars und Clubs können das Einscannen des Musters erschweren.

Nicht jeden QR-Code einscannen

Man sollte aber nicht arglos jeden öffentlich am Straßenrand angebrachten oder irgendwo im Netz veröffentlichten Code einscannen. Einige von ihnen können beispielsweise auf Phishing-Seiten oder Websites mit spezifischer Smartphone-Malware führen. Auch wenn ein Code überklebt wurde, ist von dem Einscannen eher abzuraten.

Wird ein QR-Code gescannt, ist es dem Urheber technisch unter anderem möglich, Cookies auf dem Smartphone zu setzen. Wird der betroffene Nutzer hierüber nicht in Kenntnis gesetzt, liegt seitens des Betreibers grundsätzlich ein Verstoß gegen die EU-Datenschutzrichtlinie vor. Auch statistische Auswertungen, die bestimmte Rechner zuordnen lassen, sind ohne Einwilligung des Nutzers nicht zulässig. Eine Ausnahme hierbei ist, wenn die Daten unverzüglich vor der Weiterverarbeitung anonymisiert werden.

Auch einige Konzerne haben den Komfort von QR-Codes für sich entdeckt. So kann beispielsweise bei Rewe via QR-Code der Ankauf an der Kasse bezahlt werden.

Teilen (1)

Mehr zum Thema Open Source