Dreiteilig

So funktioniert das modular aufgebaute Puzzlephone

Die Idee eines modular aufgebauten Smartphones ist nicht neu, ein Unternehmen aus Finnland bereitet nun aber den Start eines derartigen Mobiltelefons für 2015 vor. Wie das Puzzlephone aufgebaut sein wird, erläutern wir in dieser Meldung.
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Die Idee eines modular aufgebauten Handys ist nicht neu - 2008 beispielsweise wollte ein Unternehmen aus Israel mit dem Modu auf dem MWC in Barcelona den Markt erobern. Eine weitere aktuellere Idee ist das Projekt Ara von Google und Motorola, bei dem sich Komponenten wie Prozessor oder Akku wie Lego-Steine tauschen lassen sollen. Doch die Frage ist: Soll der Nutzer sein eigenes Smartphone von Grund auf selbst konfigurieren oder soll die modulare Bauweise leichtere Reparaturen oder einen Tausch veralteter Komponenten ermöglichen?

Das interessanterweise in Nokias Heimat Finnland angesiedelte Unternehmen Circular Devices bereitet die Einführung seines modular aufgebauten Puzzlephone schon seit knapp zwei Jahren vor. Auf dem MWC und auf der IFA waren erste Studien zu sehen, auf der Berliner Funkausstellung hatte das Fraunhofer IZM die Macher des Puzzlephone unter seine Fittiche genommen und das Konzept gezeigt. 2015 soll das Gerät marktreif sein.

Großes Ziel: Etablierung eines eigenen Standards für modulare Telefone

Das Puzzlephone - Konzept für ein modulares SmartphoneDas Puzzlephone - Konzept für ein modulares Smartphone Das Puzzlephone soll nach Auffassung der Erfinder nicht nur irgendein neues Telefon mit modularer Bauweise werden, sondern einen Marktstandard etablieren, den mehrere Hersteller dann praktisch in die Tat umsetzen können. Dazu will das Unternehmen Gespräche mit allen wichtigen Herstellern führen. Auch beim mobilen Betriebssystem strebt das Puzzlephone nach größtmöglicher Offenheit: Obwohl erste Entwürfe auf Android basieren, seien auch andere Plattformen wie Firefox OS, Sailfish oder Windows Phone willkommen.

Hardwaretechnisch sieht das Puzzlephone eine Aufteilung auf drei Hauptteile vor, die der Nutzer bei Bedarf tauschen kann. Das "Rückgrat" des Smartphones besteht aus Bildschirm, Bedienknöpfen, Lautsprechern und Mikrofonöffnungen. Daran ansteckbar ist auf der einen Seite das "Herz", das aus Akku und Sekundär-Elektronik besteht. Auf der anderen Seite wird das "Gehirn" angesteckt, das die elektronischen Hauptbestandteile wie Prozessor, Speicher oder Kamera enthält, die schnell veralten und damit schnell getauscht werden können.

Hardware-Hersteller müssen sich übrigens gar nicht dazu verpflichten, komplette Puzzlephones anzubieten - es ist auch möglich, nur einzelne Bauteile zur Aufrüstung bestehender Telefone herzustellen. Das Puzzlephone soll dabei helfen, wertvolle Ressourcen zu schonen und den Berg an Elektroschrott zu reduzieren.

Dabei soll das Puzzlephone beileibe nicht langweilig oder "technisch" aussehen, erste Entwürfe zeigen Cover in peppigen Farben, abgerundete Kanten und insgesamt ein Design, das eine möglichst große Zielgruppe ansprechen kann.

Das Konzept des Puzzlephone im Video vorgestellt

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