Verschlüsselung

Linux-Smartphone Librem 5 kommt mit SmartCard

Das Librem 5 soll ein besonders sicheres Smartphone sein. Spionage- und Hacker-Angriffen will der Hersteller mit einer speziellen SmartCard und dem Kryptografiesystem GNU Privacy Guard verhindern.
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Das Purism Librem 5
Das Purism Librem 5
Das US-amerikanische Unternehmen Purism distanziert sich mit seinem kommenden Smartphone Librem 5 zugunsten der Datensicherheit bewusst von Betriebssystemen wie Android. Um das eigene Mobilgerät noch sicherer zu machen, holt sich der Hersteller nun Unterstützung aus Deutschland. Werner Koch, seines Zeichens Hauptentwickler des Krypto­grafie­systems GNU Privacy Guard, unterstützt Purism zusammen mit seiner Verschlüsselungstechnik und einer SmartCard. Dieser Hardware-basierte Schutzmechanismus soll das System des Librem 5 vor unbefugten Zugriffen abschotten.

Purism Librem 5 kommt mit SmartCard-gestützter Verschlüsselung

Seit über 20 Jahren arbeitet Werner Koch bereits als Hauptentwickler des GNU Privacy Guard (GPG) Teams, das er 1997 ins Leben rief. Der Deutsche versteht sein Werk, selbst Whistleblower Edward Snowden greift auf sein Ver­schlüsselungs­ver­fahren bei der Kommunikation mit der Presse zurück. Mit dem neuen Prozess Web Key Directory sollen demnächst gezielt Empfängerberechtigungen für verschlüsselte Übertragungen wie Telefongespräche und E-Mails vom Anwender konfiguriert werden können. Die Bereitstellung öffentlicher Schlüssel des GPG wird damit enden. Koch erklärt seine Ambitionen für die Zusammenarbeit mit Purism folgendermaßen: "Durch die Kombination der Kryptografie in Hardware, Software und Services wird der beste Sicherheitsansatz gewährleistet. Ich freue mich, diesen Ansatz mit Purism voranzubringen." Auch Laptops des Herstellers will der Software-Experte mit GPG und SmartCards ausrüsten.

Weitere Informationen zum Purism Librem 5

Bereits im Oktober 2017 berichteten wir von der erfolgreichen Finanzierung des Linux-Smartphones. Auf dem Telefon wird ein eigenes vom Konzern entwickeltes Betriebssystem namens PureOS vorinstalliert sein, wem dieses nicht zusagt, kann auf jede andere beliebige Linux-Distribution ausweichen. Das Smartphone soll über ein 5 Zoll großes Display, 3 GB RAM und 32 GB Flash-Speicher (erweiterbar per microSD) verfügen. Beim verwendeten Chipsatz handelt es sich höchstwahrscheinlich um den Freescale i-MX 8M, der vier Kerne mit einer maximalen Taktrate von 1,5 GHz besitzt. Als Schnittstellen gibt es LTE, UMTS, GSM, WLAN, USB Typ C, Bluetooth 4.0 und GPS zu verzeichnen. Das Purism Librem 5 wird ab dem Februar 2019 ausgeliefert. Der Preis beläuft sich auf 599 US-Dollar.

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