Erdtrabant-Mobilfunk

Mehr Infos zum LTE auf dem Mond: Zweite Mission startet 2020

Das Forscherteam Past-Time-Scientists verrät weitere Details zum LTE-Funknetz auf dem Mond. Im Jahre 2020 soll zudem ein LTE-Terminal folgen.
Von Andre Reinhardt
AAA
Teilen (44)

Die Raumkapsel Alina Die Raumkapsel Alina Das deutsche Startup-Unternehmen Part-Time Scientists führte eine Unterhaltung mit der US-amerikanischen Webseite Space.com. In diesem Interview teilte Karsten Becker, Doktorand der technischen Informatik im Bereich FPGA, weitere Details zum LTE-Funknetz auf dem Mond mit. Die Mission soll die Landestelle der Apollo 17 untersuchen und die Ergebnisse via LTE-Technik übermitteln. Hierfür kommunizieren zwei Rover von Audi mit der Raumkapsel Alina, die als LTE-Basisstation fungiert und eine Videoübertragung zu Part-Time-Scientists auf der Erde durchführt. Eine zweite Mission, die ebenfalls auf den 4G-Mobilfunk setzt, sei bereits für 2020 geplant.

Mond-Rover als Mobiltelefone

Der Landeplatz der Apollo 14 soll mit zwei Rover des Typs Audi Lunar Quattro von den deutschen Wissenschaftlern angesteuert werden. „Die beiden Rover sind im Wesentlichen Mobiltelefone, die unseren Video-Stream zu Alina übertragen, welche als LTE-Basisstation dient und wiederum die Daten an uns sendet“, erklärt Karsten Becker der Seite Space.com. Der LTE-Datenfunk habe bei der Mission mehrere Vorteile. So sei die Übertragung viel effizienter als eine direkte Kommunikation mit der Erde. „Die Rover erhalten 90 Watt ihrer Energie von einem Solar-Panel, die Hälfte dieser Energie wird für die Fahrt benötigt, die andere Hälfte beanspruchte bislang die Kommunikation zur Erde. Mit LTE wird dieser Verbrauch signifikant niedriger sein.“, so der Wissenschaftler. Außerdem würde man mit der Weiterleitung der Daten an die Alina-Basisstation Probleme umgehen, welche die Antenne des Rovers mit der rauen Mondlandschaft habe.

Nächste Mission steht bereits 2020 an

Die beiden Mondfahrzeuge aus dem Hause Audi konnten bereits dieses Jahr von Kino-Fans bewundert werden – sie hatten einen Gastauftritt im Science-Fiction-Titel Alien: Covenant. Bereits in drei Jahren ist eine zweite Mission geplant, bei der LTE-Terminals auf dem Mond errichtet werden sollen. Diese wurden so konstruiert, dass sie eine lange Zeit in der harschen Umgebung auf dem Mond überstehen können. Ob diese 4G-Technologie wie das Landemodul Alina ebenfalls von Vodafone zur Verfügung gestellt wird, ist noch nicht bekannt. Mit den beiden Vorhaben möchte PT Scientists demonstrieren, dass „die am meisten verbreitete Kommunikationsart, das Mobilfunknetz, insbesondere LTE, auf dem Mond genutzt werden kann, um dort Missionen auszuführen.“

Teilen (44)

Mehr zum Thema LTE