Produktfälschungen

Illegale Produkte bei Amazon und Ebay

Laut Recherchen von Panorama 3 werden bei Amazon und ebay zahlreiche illegale Produkte angeboten, die hiesige Sicherheitsstandards nicht erfüllen. Aber wer ist für die Sicherheit der Produkte verantwortlich?
Von Marie-Anne Winter
AAA
Teilen

Der Verkauf von gefälschten Produkten ist ein ernstzunehmendes Problem - das haben Testkäufe und Recherchen des Politikmagazins Panorama 3 vom NDR Fernsehen ergeben (Sendung: Dienstag, 24. November, 21.15 Uhr). Danach haben viele Online-Shops haben keine ausreichende Kontrolle über die auf ihren Verkaufsplattformen angebotenen Produkte. Dort werden vermehrt illegale, zum Teil lebensgefährliche In Online-Shops werden immer wieder gefälschte Produkte angeboten, die nicht sicher sind.In Online-Shops werden immer wieder gefälschte Produkte angeboten, die nicht sicher sind. Elektronikartikel aus China angeboten. Die Marktüberwachungsbehörden stehen dieser Entwicklung ziemlich hilflos gegenüber. Denn auch die Verkaufsplattformen von Amazon und Ebay sind nach der aktuellen Rechtslage nicht für die Sicherheit der auf den Plattformen angebotene Waren verantwortlich. Experten fordern deshalb, Verkaufsplattformen für die Sicherheit der angebotenen Produkte künftig in die Verantwortung zu nehmen.

Offenbar handelt es sich bei den illegalen Produkten um ein Massenphänomen: Ein Gutachten für die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, das Panorama 3 vorliegt, berichtet darüber, dass der deutsche Zoll im Jahr 2012 rund 90 000 gefährliche elektrische Geräte beschlagnahmte, Tendenz steigend. Panorama-3-Reporter haben LED-Lampen und einen Transformator für den Betrieb von LED bei Amazon und Ebay gekauft und vom "Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik" (VDE) untersuchen lassen. Das Ergebnis: Keines der insgesamt neun gekauften Elektronikprodukte darf in Deutschland verkauft werden. Die Produkte können im Fehlerfall einen tödlichen Stromschlag verursachen.

Warnung an die Käufer

Auf Nachfrage wiesen Ebay und Amazon auf die Verpflichtung der Verkäufer hin, nur rechtlich einwandfreie und sichere Waren anzubieten. Nachdem Amazon und Ebay von Panorama 3 über die Ergebnisse der ersten Einkäufe informiert worden waren, wurden diese LED zwar von den Plattformen für den Verkauf gesperrt. Amazon warnt mittlerweile Käufer sogar per Mail vor der Benutzung der gefährlichen Leuchtdioden.

Doch auf den Verkaufsplattformen tauchen immer wieder illegale Produkte auf. Die Reporter entdeckten sogar eine gefährliche LED, die Ebay aus dem Verkauf genommen hatte, in offenbar baugleicher Form bei Amazon. Die in der Regel aus China stammenden Händler machten einfach weiter - und die Verkaufsplattformen können dies bislang offenbar nicht wirksam verhindern.

Professorin Dagmar Gesmann-Nuissl von der Technischen Universität Chemnitz unterbreitet in dem Gutachten für die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin weitreichende Lösungsvorschläge. So sollten nach ihrer Meinung Plattformbetreiber "genauso die Verantwortung tragen wie der Hersteller oder der Händler". Denn dann würden die Plattformbetreiber systematisch nach illegalen Produkten suchen, um die Gefahr, von der Marktaufsicht belangt zu werden, zu verringern. Das zuständige Bundessozialministerium erklärte auf Anfrage allerdings, dass eine solche Gesetzesänderung noch nicht einmal angedacht sei.

Keiner ist verantwortlich

Panorama 3 versuchte, die nach gültiger Rechtslage alleinigen Verantwortlichen des illegalen Handels ausfindig machen. Dabei stießen die Reporter auf ein Netz von Verkäufern und auf chinesische Mittelsmänner in Deutschland, die das Geschäft abwickeln. So tauchen für Dutzende Onlineshops immer wieder die gleichen Lieferadressen auf. Zwei dieser Adressen sind in der Nähe von Frankfurt an der Oder. Es sind die Firmen M.B.B. Logistics und ein Lager einer Firma mit dem Namen DFZC. Doch offenbar stecken hinter diesen Firmen nur Mittelsmänner, die auf Nachfrage jede Verantwortung von sich weisen. So teilt uns M.B.B. Logistics mit: "Bedauerlicherweise können wir nicht für die Qualität der Produkte in jedem Paket verantwortlich sein." Und DFZC meint, dass der Verkäufer die Produktsicherheit garantieren müsse, eine Logistikfirma sei dafür nicht verantwortlich.

Offenbar handelt es sich hier lediglich um Logistik-Firmen, so genannte "Fullfillment-Center", die das Geschäft für chinesische Auftraggeber abwickeln. Der Verbraucher hat es also nur noch mit Dienstleistern zu tun. Die Händler sitzen im fernen China und können weder vom Verbraucher noch von den Marktaufsichtsbehörden zur Verantwortung gezogen werden. Laut Panorama 3 ermöglichen derartige Logistik-Firmen, aber auch Internetplattformen wie Amazon und Ebay einen Handel mit illegalen Produkten, der ohne sie kaum möglich wäre.

Was Sie tun können, um sicher im Internet einzukaufen, haben wir in einem Ratgeber für Sie zusammengestellt.

Teilen

Mehr zum Thema Amazon