Gut gelesen?

Pro & Contra: Lohnt der Kauf eines E-Book-Readers?

Lohnt sich der Kauf eines E-Book-Readers, oder eignen sich Smartphones und Tablets genauso gut zum Lesen von E-Books? Und was ist eigentlich mit dem klassischen Buch? Über diese Fragen diskutieren zwei Kollegen im aktuellen Pro & Contra.
Von Rita Deutschbein / Marleen Frontzeck-Hornke
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Auf dem Markt der E-Book-Reader ist es ruhiger geworden. Vorbei sind die Zeiten, in denen Hersteller wie Amazon, Kobo, Bookeen und Tolino regelmäßig neue Lesegeräte in die Läden bringen. Liegt das am geringen Interesse an den eReadern oder nutzen die Besitzer ihre Modelle einfach viel länger als beispiels­weise ihre Smartphones, die regelmäßig gegen ein neues Modell ersetzt werden?

Pro & Contra: Lohnt der Kauf eines E-Book-Readers?Pro & Contra: Lohnt der Kauf eines E-Book-Readers? E-Book-Reader haben eine Aufgabe: die Anzeige von digitalen Büchern. Dabei bieten die Lese­geräte viele Vorteile wie eine lange Laufzeit und die Darstellung der E-Book-Seiten wie in einem echten Buch. Doch brauchen Nutzer ein solches elektro­nisches Lesegerät wirklich? Reicht nicht auch ein Tablet oder ein Smartphone zum Lesen von E-Books? Schließlich gehört zumindest eines dieser Geräte mit großer Sicherheit zu der Ausstattung, die Nutzer sowieso im Alltag mit sich herumtragen. Und was ist eigentlich mit dem klassischen Buch? Kann es in der zunehmend digitaler werdenden Welt bestehen? In unserem Pro & Contra treffen zwei Meinungen zum Thema Sinn und Unsinn von E-Book-Readern aufeinander.

Pro und Contra

Rita Deutschbein
Pro
Rita Deutschbein
Seit dem es den Kindle von Amazon in Deutschland gibt, bin ich Fan von E-Book-Readern. Auf meinem Kindle trage ich eine umfangreiche Bibliothek mit mir herum und kann mich so unterwegs spontan entscheiden, welches Buch ich lesen möchte. Das ist mit normalen Büchern nicht möglich, weshalb ich früher genau planen musste, welche Werke ich mitnehmen wollte. Zudem sind Bücher weitaus schwerer als mein E-Book-Reader, der das Gewicht eines dünnen Taschen­buchs hat. Das bringt nicht nur Vorteile beim Transport, sondern auch beim Lesen.

Die Entwicklung der elektronischen Tinte ist mittlerweile so weit fort­geschritten, dass es sich mit den eReadern genauso gut lesen lässt wie in einem gedruckten Buch. Der Akku hält dank des eInk-Displays ausreichend lange durch, sodass ich bei häufigen und langen Lese­stunden nur etwa alle zwei Wochen Strom nachladen muss. Hier zeigen E-Book-Reader ihre größten Vorteile gegenüber Tablets oder Smartphones. Denn wer schon einmal versucht hat, auf einem spiegelnden Display längere Zeit in der Sonne zu lesen, weiß, dass das kein Vergnügen ist.

Dank WLAN oder UMTS kann ich neuen Lesestoff direkt auf meinen E-Book-Reader laden. ePubs werden von Lesegeräten von Tolino, Sony, Kobo und Co. gleicher­maßen unterstützt und entsprechende eBooks gibt es in zahlreichen Shops vieler bekannter Bücher-Ketten. Klassische Werke findet man sogar kostenfrei im Netz. Zugegeben, mit meinem Kindle ist der Bücherkauf auf Amazon beschränkt, doch das stört mich nicht. Gut finde ich die Übersetzter-Funktion oder die häufig bereits integrierte Display-Beleuchtung. Auch Notizen kann ich direkt im Buch erstellen, ohne die Papier­seiten eines analogen Buches voll­schreiben zu müssen.

Früher wurde kritisiert, dass sich E-Book-Reader nicht für den Strand oder das Lesen in der Badewanne eignen. Aber auch hier gibt es mittler­weile Modelle, die Schutz vor Wasser und Sand bieten und somit auch für diese Einsatzzwecke geeignet sind. Meiner Meinung nach gibt es also keinen Grund, der gegen einen E-Book-Reader spricht. Bestimmte Bücher kaufe ich zwar noch immer im gedruckten Format, doch gerade bei Taschen­büchern oder der Urlaubs­lektüre nutze ich die Vorteile meines E-Book-Readers gern.

Marleen Frontzeck
Contra
Marleen Frontzeck
E-Book-Reader sind nützlich - das stimmt - auch ich habe mir vor etwa einem Jahr einen Reader zugelegt. Dieser liegt aber nun nur noch herum - warum? Weil ich es einerseits doch zu sehr vermisst habe ein richtiges Buch in den Händen zu halten und andererseits, weil ich mittlerweile mein Smartphone einige Funktionen meines eBooks übernimmt. Es mag sein, dass E-Book-Reader im Vergleich mit einem Buch kompakter sind und man so viele Bücher herum­schleppen kann, aber sind wir mal ehrlich - braucht man das wirklich? Nur die wenigsten nehmen in den Urlaub mehr als drei Bücher mit. Ergo brauche ich dafür keinen zusätzlichen E-Book-Reader. Zudem nehme ich - wenn überhaupt - mein Buch mit, dass ich eh gerade lese und gut ist. Wenn ich mir ein Buch kaufe, dass ich lesen möchte, dann gehört es auch in physischer Form in mein Bücherregal.

Meine Kann-aber-muss-nicht-Bücher hole ich mir in digitaler Form per App auf mein Smartphone oder das Tablet. Auch wenn das Display des Smartphones oder Tablets bei direkter Sonnen­ein­strahlung nicht mit dem eines E-Book-Readers mithalten kann, bin ich der Überzeugung, dass E-Book-Reader in ein paar Jahren ausgestorben sind. Ersetzt wird dessen Funktion dann von einem Smartphone oder Tablet, dass ich eh - zumindest das Smartphone - stetig unterwegs dabei habe. Denn: Auch die Display-Technologien werden von Jahr zu Jahr besser und intelligenter - passen sich der jeweiligen Umgebung gut an.

Außerdem brauchen auch E-Book-Reader - wenn auch nicht so oft wie ein Smartphone - Strom. Im schlimmsten Fall lese ich gerade ein gutes Buch am Strand und mein Akku geht zur Neige - was mach dann? Ein "normales" Buch braucht dafür keinen Strom. Was mich an eBooks - insbesondere bei Amazon - auch ärgert ist, das gerade die Weitergabe dieser oft durch rechtliche Bedingungen eingeschränkt ist.

Insgesamt betrachtet möchte ich einfach nicht mehrere Geräte mitnehmen, mir reicht eines, auf dem ich alle Funktionen nutzen kann. In meinen Augen lohnt sich die Anschaffung eines E-Book-Readers nur, wenn man gerne und viele Bücher liest sowie diese immer dabei haben möchte. Wer nur etwa fünf Bücher pro Jahr liest, muss abwägen, ob sich die Anschaffungs­kosten eines Readers lohnen. Am besten analysiert man vor dem Kauf eine E-Book-Readers erst einmal seine Lese­gewohnheiten.


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