Cloud-Speicher

Pro & Contra: Sind Cloud-Speicher sinnvoll?

Durch die Speicherung in der Cloud, lassen sich Daten vom Festspeicher eines Gerätes auslagern. Das schont Speicherkapazität. Doch sind die Daten sicher und eignet sich der Cloud-Speicher wirklich als Ersatz zu anderen Speichermedien? Wir diskutieren über die Vor- und Nachteile von Cloud-Diensten.
Von Rita Deutschbein / Marleen Frontzeck-Hornke
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Cloud-Speicher haben in den vergangenen Jahren stark an Bekanntheit und Popularität gewonnen. Viele Anbieter stellen bereits kostenlose Speicherkontingente auf ihren virtuellen Festplatten bereit. Die Daten werden dabei auf Servern und nicht auf einer lokalen Festplatte oder einem Speicherstick des Nutzers abgelegt, was den internen Speicher von Geräten wie Smartphones, Tablets oder PCs schont. Weiterer Vorteil: Die Daten sind von überall aus abrufbar. Einzige Voraussetzung ist ein bestehender Internet-Anschluss.

Pro & Contra: Sind Cloud-Speicher sinnvoll?Vor- und Nachteile von Cloud-Diensten Wer seine Dokumente, Bilder und anderen Daten aber auf fremde Speicher-Plattformen auslagert, will sich sicher sein, dass seine Daten geschützt sind. Liegen die Rechenzentren in Deutschland, greift auch das deutsche Recht - und dies ist weitaus strenger ausgelegt als beispielsweise in den USA. Eine Liste von Online-Speicher-Diensten mit Rechenzentren in Deutschland finden Sie in einer weiteren News. Doch auch in den USA gehostete Cloud-Anbieter wie Dropbox, Microsoft oder Amazon erfreuen sich großer Beliebtheit.

Welcher Cloud-Anbieter auch immer genutzt wird, in der virtuellen Wolke abgelegte sensible Daten sollten prinzipiell verschlüsselt werden. Eine Möglichkeit dazu bietet beispielsweise die Software Boxcryptor (hier im Test). Trotz dieser Schutzmaßnahmen ist nicht jeder von den Cloud-Speichern überzeugt. Für die einen ist er eine sinnvolle Alternative zu lokalen Speichermedien. Für die anderen überwiegen hingegen die Bedenken um den Datenschutz. In unserem Pro und Contra haben zwei teltarif.de-Redakteure mit zwei unterschiedlichen Meinungen das Thema aufgegriffen und diskutieren über die Vor- und Nachteile von Cloud-Speichern.

Pro und Contra

Rita Deutschbein
Pro
Rita Deutschbein
Ich nutze drei verschiedene Cloud-Dienste, die allesamt in den USA gehostet werden. Nur bei einem habe ich mich bewusst für ein Konto entschieden, die beiden anderen sind eher unbewusst eröffnet worden. Bei Dropbox habe ich mir einen Zugang angelegt, um beruflich verwendete Vorlagen oder Fotos dort zu speichern und auch anderen - beispielsweise meinen Kollegen - zugänglich zu machen. Sie haben dann während Messen Zugriff auf meine Ordner, was die Zusammen­arbeit enorm verein­facht. Denn mit USB-Sticks oder dergleichen geht dies nicht.

Als Android-Nutzer bin ich fest in der Welt von Google verankert. Mit meinem Smartphone aufge­nommene Fotos synchro­nisiere ich mit Google Foto. Nach einem New-York-Trip ist es mir passiert, dass ich einige der dort aufge­nommenen Fotos aus Versehen vom Smartphone gelöscht habe. Nach einem Schreck­moment fiel mir Google Foto ein. Dort waren die Bilder noch abrufbar. Im Nach­hinein hat es sich also gelohnt, die automatische Synchro­nisation aktiviert und die Fotos gesichert zu haben.

Mein dritter Cloud-Zugang stammt von Amazon. Als Nutzer des Kindle-Fire-Tablets wurde mir automatisch ein Account erstellt. Allerdings liegen in der Amazon-Cloud lediglich die Kopien von bei Amazon gekauften Musik-Alben und meine im Amazon App-Shop erworbenen Apps. Sensible Daten sind nicht dabei.

Gerade bei kleinen Miss­geschicken wie dem nach meiner USA-Reise sehe ich den Vorteil von einem nicht lokalen Speicher­platz. Allerdings muss ich erwähnen, dass ich in der Cloud - abgesehen vielleicht von meinen Fotos - keine sensiblen Daten oder Dokumente ablege. Denn ich bin mir durchaus der Gefahren bezüglich der Datensicherheit bewusst. Zudem achte ich darauf, Daten im WLAN-Netz hochzuladen, um meinen mobilen Internettarif zu schonen. Cloud-Speicher haben für mich jedoch den Vorteil, dass Daten zusätzlich gesichert werden und ich überall auf sie zugreifen kann. Ich kann ganze Ordner auch für andere freigeben, was gerade bei meinem Beruf von Vorteil ist.

Ich denke, dass mehr Menschen Cloud-Speicher nutzen als man vielleicht denkt. Denn wie ich sind viele andere Smartphone-Besitzer mit dem Cloud-Dienst ihres Systems verbunden - ob es nun Android, iOS oder Microsoft ist. Am Ende muss sich nur jeder die Frage stellen, wie aktiv er die Cloud nutzen möchte und welche Daten er dort ablegt. Denn wer Dokumente mit Bedacht in der Cloud speichert und bewusst mit den Diensten umgeht, muss auch keine Bedenken um den Daten­schutz haben.

Marleen Frontzeck
Contra
Marleen Frontzeck
Die Nutzung von Cloud-Diensten ist fast unvermeidlich geworden. Schon beim Abruf von E-Mails wird praktisch auf eine Cloud-Lösung zurückgegriffen. Dennoch kommt es natürlich immer darauf an, was man für Inhalte verschickt und welche Dateien man in einem Online-Speicher hinterlegen möchte. Ich selber nutze Cloud-Dienste nur für das Nötigste und vor allem beruflich: So lassen sich bestimmte Dateien von überall unterwegs und mit jedem Internet-fähigen Gerät abrufen. Privat setzte ich auf eine NAS-Lösung - mein eigenes kleines Netzwerk, in dem ich meine Videos, Fotos und Musikstücke speichern kann, ohne Angst haben zu müssen, dass die "Software" abstürzt. Außerdem schrumpft die Möglichkeit, dass Dritte auf meine persönlichen Dateien Zugriff haben könnten, auf einen erträglichen, minimalen Anteil. Zudem werden alle Dateien zur Sicherheit auf einer zweiten Festplatte gespiegelt.

Vielleicht bin ich paranoid, aber ich möchte das Risiko möglichst gering halten, dass meine persönlichen Dateien jemanden anderen in die Hände fallen. Es besteht nun mal eine gewisse Chance, dass bei Cloud-Speichern etwas durchrutschen kann. Dabei darf man auch nicht die Frage des Vertrauens zum jeweiligen Anbieter vergessen. Gibt dieser - gerade mit Blick auf Dropbox und Co. - meine Daten möglicherweise an Dritte weiter? Dies muss ja nicht mal absichtlich geschehen. Die Sicherheit steht bei mir nun mal an erster Stelle.

Zudem kann es ja durchaus passieren, dass der Cloud-Anbieter ein technisches Problem hat oder dieser Wartungsarbeiten durchführt - wie gelange ich dann an meine Dateien? Dabei darf auch nicht außer Acht gelassen werden, dass ich für den Abruf bzw. das Hochladen meiner Dateien in eine Cloud über eine Internet-Verbindung verfügen muss, am besten mit hohen Upstream-Geschwindigkeiten, damit auch Videos schnell in die "Wolke" gelangen. Nutzer müssen auch beim automatischen Synchronisieren bzw. Upload immer darauf achten, dass möglichst ein WLAN-Netz verwendet wird. Unkontrolliertes Hochladen per Mobilfunk kann dazu führen, dass das Datenvolumen - sofern man eins hat - schnell aufgebraucht ist und dann steht man in der Mitte des Monats mit einer Performance-Drosselung da.

Eine Cloud hat sicherlich auch ihre Vorteile, dennoch sollte man sich immer auch der Gefahren - gerade in puncto Sicherheit - bewusst sein. Dabei ist abzuwägen: Wann ist es sinnvoll Dinge in die Cloud zu laden und wann nicht!


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