Zurückgekauft

Dell ist wieder ein privates Unternehmen

Managementfehler und der schwächelnde Markt haben Dell zugesetzt
Von dpa / Jennifer Buchholz
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Der US-Computerbauer Dell gehört wieder seinem Gründer. Nach einer monate­langen Übernahme­schlacht konnten Michael Dell und der mit ihm verbündete Finanz­investor Silver Lake den 24,9 Milliarden Dollar (18,1 Milliarde Euro) schweren Kauf des Konzerns abschließen. Die Aktie ist damit nach 25 Jahren von der Börse ver­schwunden.

"Für Dell beginnt ein auf­regendes neues Kapital als privat gehaltenes Unternehmen", erklärte Michael Dell am Sitz im texanischen Round Rock. Er will die 110 000 Mitarbeiter starke Firma durch einen Umbau fit machen, um im schwächeln­den PC-Markt zu be­stehen. Abseits der Börse muss er dabei keine Rücksicht auf die Wünsche anderer Anteils­eigner nehmen.

Michael Dell und Silver Lake hatten seit Jahres­beginn versucht, Dell zu kaufen. Doch mehrere Groß­aktionäre, allen voran der streit­bare US-Investor Carl Icahn, hatten den Preis als zu niedrig empfunden. Es entwickelte sich eine Schlamm­schlacht mit rechtlichen Tricks und persönlichen An­feind­ungen. Michael Dell stockte das Angebot schließlich um eine halbe Milliarde Dollar auf und bekam auf diese Weise das Okay der Mehrheit der anderen Anteilseigner.

Die wahre Bewährungs­probe steht dem neuen alten Besitzer allerdings noch bevor. Weil viele Kunden mittler­weile lieber ein Smart­phone oder Tablet nutzen, verkaufen sich PCs schlecht. Es tobt eine Preisschlacht.

Michael Dell will nun das Dienst­leistungs­geschäft ausbauen und in Wachstums­bereiche investieren, etwa die IT fürs Gesundheitswesen. Parallel soll Dell aber auch weiterhin PCs verkaufen. "Nur weil ich mit dem Fahrrad fahre, bedeutet das nicht, dass ich nicht manchmal das Flugzeug nehme", sagte Michael Dell jüngst in einen Interview.

Vom Studentenwohnheim zur Börse

Dell ist wieder im Besitz von Michael DellDell ist wieder im Besitz von Michael Dell Michael Dell hatte das Unter­nehmen 1984 mit einem Startkapital von 1 000 Dollar in einem Studenten­wohnheim in Texas gegründet. Schon 1988 ging Dell an die Börse. Erfolgsrezept war der Direktvertrieb; die PCs wurden erst nach Bestellung auf Kunden­wunsch gebaut. Erst 2007 entschloss sich Dell dazu, seine Geräte auch im Einzelhandel anzubieten.

Management­fehler und der schwächelnde PC-Markt haben Dell jedoch zugesetzt. Zwischenzeitlich war das Unter­nehmen die Nummer eins der Computer­hersteller, heute ist es hinter Lenovo und Hewlett-Packard die Nummer drei. Der Marktanteil betrug nach Angaben der Markt­forschungs­firma Gartner zuletzt knapp zwölf Prozent.

Michael Dell führt das Unternehmen mit einer kurzen Unter­brechung seit der Gründung. Er besaß auch noch große Anteile, was den Rückkauf erleichterte. Das Vermögen von Michael Dell liegt nach Schätzungen des US-Magazins "Forbes" bei 15,9 Milliarden Dollar. Damit liegt er auf Rang 49 der Liste der Supereichen dieser Welt.

Gewinn für die meisten Aktionäre

Doch auch die anderen Aktionäre konnten sich auf lange Sicht nicht beklagen, wie der Konzern vorrechnete: Sie bekommen 13,75 Dollar in bar für die Anteils­scheine. Zum Börsen­gang am 22. Juni 1988 kostete das Papier, wenn man alle Aktiensplits einbezieht, neun Cent. Auch mit der teltarif.de-Suche können Sie ein Ihren Wünschen entsprechendes Netbook oder Tablet finden.

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